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Gemeinsames Erinnern und gemeinsames Gestalten - Staatsminister Roth zu Gast in Thessaloniki Griechenland

24.10.2014 - Artikel

Bei seiner sechsten Reise nach Griechenland als Staatsminister für Europa ist Michael Roth am 23. Oktober in Thessaloniki ‎ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammengetroffen. Zudem ehrte er einen Überlebenden des Holocaust und gedachte den Opfern eines Massakers durch die deutsche Wehrmacht.

Staatsminister für Europa Michael Roth ist am 23. Oktober 2014 nach Thessaloniki gereist. Dort traf er‎ mit jungen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen. Dem Holocaustüberlebenden Heinz Kounio überreichte Roth während seines Aufenthalts das Bundesverdienstkreuz und legte in Hortiatis im Gedenken an die Opfer des Massakers einer Wehrmachtseinheit vor 70 Jahren einen Kranz nieder.

Gedenken an die Opfer des Massakers von Hortiatis
Gedenken an die Opfer des Massakers von Hortiatis© AA

Bei seinem nunmehr sechsten Besuch als Staatsminister seit seinem Amtsantritt im Dezember 2013 standen für Staatsminister Roth die Begegnung mit der jüngeren Generation Griechenlands im Mittelpunkt. Ein Runder Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, der Gewerkschaftsjugend und Kulturschaffenden der Jugendhauptstadt Europas 2014 war dabei ebenso Teil des Programms wie ein Treffen mit Nachwuchspolitikern und der Besuch der Deutschen Schule.

Nach dem Treffen sagte Europa-Staatsminister Roth:

Die Krise in Griechenland ist vor allem auch eine Krise der Jugend. Wir dürfen die jungen Menschen nicht alleine lassen, denn die Krise geht uns alle in Europa an. Ich bin auch hierher gekommen, um zu erfahren, wo wir konkret helfen können. Die EU hat sechs Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit ist aber nicht nur eine Frage des Geldes. Wir brauchen auch Strukturen und Projekte, in die kurzfristig investiert werden kann, um jungen Menschen eine Beschäftigung oder Qualifizierung zu bieten.

Heinz Kounio, Überlebender des Holocaust, erhielt in Thessaloniki aus den Händen von Staatsminister Roth das Verdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung würdigt das langjährige Engagement Kounios in der Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit zwischen Deutschland und Griechenland. Staatsminister Roth zeigte sich bewegt von der Haltung des Holocaustüberlebenden, der trotz des Leids, das ihm unter der Naziherrschaft angetan wurde, keinen Hass gegenüber Deutschland entwickelt habe.

Die Einstellung von Herrn Kounio sollte uns als Vorbild dienen. Wir dürfen die Vergangenheit nicht aus den Augen verlieren und müssen gleichzeitig selbstbewusst nach vorne schauen. Es liegt an uns, die Zukunft der deutsch-griechischen Freundschaft zu gestalten.

Am Nachmittag fuhr Staatsminister Roth nach Hortiatis. Dort verübten Angehörige der Wehrmacht im September 1944 ein Massaker an der Zivilbevölkerung. Roth legte einen Kranz nieder und hielt eine Rede, in der er im Namen der Bundesrepublik Deutschlands um Vergebung bat und an die Verantwortung der Nachgeborenen erinnerte:

Die Erinnerung an diese Verbrechen muss in der heutigen und künftigen Generation unserer Länder gemeinsam wachgehalten werden. Das sind wir den Opfern schuldig. Das sind wir aber auch den Kindern und Jugendlichen unserer Tage schuldig, damit sich so etwas nie wieder ereignet. Wir machten uns schließlich ein zweites Mal schuldig, wenn die Gräuel, die Menschen anderen Menschen vor siebzig Jahren angetan haben, dem Vergessen anheim fallen würden.
Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen
Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen© AA

Anschließend traf der Staatsminister mit jungen Menschen aus Hortiatis und Umgebung zusammen. Mit Bischof Barnabas und der Pfarrerin der deutschen evangelischen Gemeinde, Ulrike Weber, sprach Michael Roth über die Rolle der Kirche und deren soziales Engagement in Griechenland.

Mit jungen Unternehmerinnen und Unternehmern diskutierte Europa-Staatsminister Roth über die aktuelle Lage der griechischen Wirtschaft. Ebenso traf er sich mit Vertreterinnen und Vertretern der LGBTI-Bewegung Griechenlands. Im Mittelpunkt dieses Austauschs stand die vollständige Beseitigung der rechtlichen Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften in allen EU-Mitgliedstaaten.

Zum Weiterlesen: Deutsch-griechische Beziehungen

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