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Gabun: Wirtschaft Gabun

28.06.2019 - Artikel

Wirtschaftspolitik                                        

Gabun ist eines der wirtschaftlich stärksten Länder in Afrika. Der Reichtum des Landes beruht auf seinen enormen Rohstoffreserven, vor allem an Erdöl, Mangan und Holz. Bekannt sind darüber hinaus über 400 Minerallagerstätten (Gold, Uran, Mangan, Eisen) aber auch seltene Erden (wie Niobium), die teilweise noch nicht erschlossen sind. Eine rückläufige Erdölproduktion und der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten wirken sich unmittelbar auf die Staatsfinanzen aus. Die Verschuldung des Landes stieg kontinuierlich von 32,2% des BIP im Jahr 2014 auf 59% im Jahr 2018.

Das Land hat ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 14,21 Mrd. USD mit 7.210 US-Dollar pro Kopf, aber ungleich verteilt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenrate liegt laut UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) bei 20,4 Prozent. Gabuns Wirtschaft ist privatwirtschaftlich ausgerichtet. Die Privatisierung staatlicher Betriebe wurde 1995 eingeleitet.

Präsident Ali Bongo Ondimba hat 2016 die Modernisierung Gabuns eingeleitet. Nach seiner Vision soll das Land bis 2025 zu einem Schwellenland entwickelt werden. Ziel der Strategie ist es, unter anderem eine verarbeitende Industrie aufzubauen, die Infrastruktur zu entwickeln, den Staat effektiver zu machen und Korruption zu bekämpfen. Die Wirtschaft soll durch internationale Partnerschaften diversifiziert werden. Rückläufige Erdölpreise auf dem Weltmarkt und somit geringere Staatseinnahmen haben die Realisierung dieser Vision allerdings gebremst.

Die Rohstoffe sollen nicht nur exportiert, sondern zumindest in der ersten Verarbeitungsstufe im Land veredelt werden. Der Export von Rohholz wurde im Mai 2010 gestoppt und mit dem Bau einer Sonderwirtschaftszone für die Ansiedlung einer entsprechenden verarbeitenden Industrie in der Nähe von Libreville begonnen.

In den letzten Jahren sind steigende Investitionen aus China, Indien, Südkorea, den USA, zunehmend auch aus Marokko und der Türkei zu verzeichnen. Die wichtigsten Handelspartner sind die EU, Australien, USA, Malaysia, China und Japan. Das von Gabun auf politischer Ebene geäußerte Interesse an einer breiteren Zusammenarbeit mit Deutschland im Wirtschaftsbereich und an mehr deutschen Investitionen ist ungebrochen, erfährt bislang aber nur begrenzten Widerhall bei deutschen Unternehmen.

Umweltpolitik

Die Themen Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung nehmen in der Politik des Staatspräsidenten Ali Bongo einen wichtigen Platz ein. Auf der ersten UNO-Konferenz zum Schutz der Ozeane 2017 kündigte Gabun die Schaffung von Afrikas größtem Meeresschutzgebiet an. Der größte Teil des Landes (85 Prozent) ist von unberührtem tropischem Regenwald bedeckt und von einer großen Artenvielfalt gekennzeichnet. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ist gesetzlich vorgeschrieben. In den 2000er Jahren wurden 13 Nationalparks eingerichtet.

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