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Gabun: Außenpolitik Gabun

21.03.2019 - Artikel

Grundlinien der Außenpolitik

Die gabunische Außenpolitik engagiert sich für die regionale Integration und Krisenbewältigung. In internationalen Gremien vertritt das Land eine gemäßigt ausgleichende Haltung, befürwortet als kleines, aber ressourcenreiches Land Verständigung und Dialog und lehnt Gewalt und Terrorismus ab. Gabun hat die Gründungsakte der Afrikanischen Union und den EU-AKP-Vertrag von Cotonou ratifiziert und arbeitet aktiv in der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Zentralafrikas (CEMAC) und in der Wirtschaftsgemeinschaft der Staaten Zentralafrikas (CEEAC) mit. Gabun ist Mitglied der verschiedensten internationalen Organisationen, von denen 13 in Libreville ständig vertreten sind.

Diplomatische Beziehungen werden zu fast allen Staaten unterhalten; in Libreville sind 34 diplomatische Vertretungen präsent, darunter mit Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien vier europäische Vertretungen sowie eine Repräsentanz der Europäischen Union. Gabun will seine Außenbeziehungen diversifizieren, besonders im Bereich der Wirtschaft und richtet sich dabei stärker nach Asien aus.

Bilaterale Beziehungen zu Frankreich

Frankreich bleibt mit Abstand wichtigster außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischer Partner. Die Stationierung einer Marinekorps-Einheit in Libreville gilt als Garant außen- und innenpolitischer Sicherheit und Stabilität. Wirtschaftspolitisch werden französische Interessen durch die Förderung von Erdöl und Manganerz und den Abbau tropischer Hölzer durch alteingesessene französische Unternehmen abgesichert, flankiert von französischen Beratern in der Administration.

Bilaterale Beziehungen zu den Staaten der Region

Als eines der ressourcenreichsten Länder der Region legt Gabun Wert auf spannungsfreie Beziehungen zu seinen zentralafrikanischen Nachbarn. Ex-Präsident Omar Bongo Ondimba (bis zu seinem Tod 2009 dienstältester afrikanischer Staatschef) spielte in vielen regionalen Konflikten (Demokratische Republik Kongo und Republik Kongo, Angola, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Togo) eine aktive Vermittlerrolle. Mit Äquatorialguinea streitet sich Gabun um die Hoheit über einige seiner Küste vorgelagerte Kleinstinseln. Ein vom Generalsekretär der Vereinten Nationen überwachtes Schlichtungsverfahren soll zu einer friedlichen Lösung führen. Das Verhältnis zu einigen afrikanischen Staaten (unter anderem Äquatorialguinea, Nigeria, Ghana, Benin, Mali, Senegal) ist durch Immigrationsprobleme belastet, deren Angehörige den größten Teil der in Gabun lebenden über 200.000 Ausländern stellen.

Bilaterale Beziehungen zu sonstigen Staaten

Gabun baut unter Präsident Ali Bongo im Sinne politischer und wirtschaftlicher Diversifizierung die Beziehungen zu wirtschaftlich potenten Staaten aus, was auch zu Divergenzen mit Frankreich führt. Dazu pflegt der Präsident eine intensive Besuchsdiplomatie. Insbesondere die Beziehungen zu Marokko, China, den USA, Indien, Südkorea, Japan, Singapur und Großbritannien wurden in den letzten Jahren vertieft. Auch die Beziehungen zur Türkei haben sich mit dem Besuch Präsidenten Gül im Jahre 2011 und des Ministerpräsidenten Erdogan im Januar 2013 intensiviert.

Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Aufgrund seiner gut ausgestatteten Infrastruktur und der stabilen Lage des Landes ist Libreville nach wie vor Anziehungspunkt internationaler Tagungen und Konferenzen mit regionalem, afrikanischem oder überseeischem Bezug. Die Vereinten Nationen haben im März 2011 ein Büro für Frieden und Sicherheit in der Region in Libreville eröffnet. Im Mai 2014 fand in Libreville das „3. New York Forum Africa“ statt. Im Januar 2017 hat Gabun die Fußball-Afrikameisterschaft 2017 und im Janaur 2018 den Afrika-Handball-Cup ausgerichtet.

Sicherheitspolitik

Die Sicherheitspolitik wird im Rahmen eines im Januar 2010 erneuerten Abkommens über die militärische Zusammenarbeit mit Frankreich bestimmt. In diesem Rahmen ist auch die rund 500 Mann starke Präsenz französischer Truppen in Libreville geregelt.

Zu einem zentralen Instrument für Frieden und Sicherheit in der Region hat sich in den letzten Jahren die „Wirtschaftsgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten“ (CEEAC – Communauté Économique des Etats de l'Afrique Centrale) mit Sitz in Libreville entwickelt. Sie ist Teil der Sicherheitsarchitektur der Afrikanischen Union und verfügt über einen „Rat für Frieden und Sicherheit in Zentralafrika“ (COPAX – Conseil de Paix et de Sécurité en Afrique Centrale) und eine mobile Eingreiftruppe (FOMAC – Force Militaire de l'Afrique Centrale) mit eigenem Generalstab (Sitz ebenfalls in Libreville). Gabun ist mit seinen Streitkräften regional aktiv und beteiligte sich zum Beispiel an der VN-Mission MINUSCA in der Zentralafrikanischen Republik.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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