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Beziehungen zu Deutschland Gabun

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Stand: Juni 2018

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen mit Gabun sind spannungsfrei, aber ausbaufähig. Es besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Organisationen. Diplomatische Beziehungen zwischen Gabun und Deutschland bestehen seit der Unabhängigkeit Gabuns 1960. Eine deutsche Botschaft wurde in Libreville im Jahre 1962 eröffnet. 1994 wurde Deutschland - zusammen mit anderen Partnern Gabuns - gebeten, als Vermittler an den Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ("Comité de suivi des Accords de Paris") teilzunehmen.

Im Rahmen der Vereinten Nationen und anderer zwischenstaatlicher Gremien setzt sich Gabun häufig für deutsche Belange ein, sofern nicht afrikanische Solidarität gefordert ist. Eine gemeinsame deutsch-gabunische Resolution zum Kampf gegen den illegalen Tierhandel, der auch eine gewichtige sicherheitspolitische Dimension hat, wurde am 30.07.2015 von der der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen, ebenso wie die Nachfolgeresolutionen 2016 und 2017.

In den letzten Jahren besuchten vereinzelt Mitglieder der gabunischen Regierung Deutschland. Der letzte offizielle Präsidentenbesuch in Deutschland fand zuletzt 2005 durch den 2009 verstorbenen gabunischen Staatspräsidenten Omar BONGO ONDIMBA statt.

In der Zeit vom 08.-10.11.2017 besuchte eine dreiköpfige MdB-Delegation in Begleitung von deutschen Wirtschaftsvertretern Libreville. Der Besuch unterstrich die Bedeutung, die Bundeskanzlerin Merkel der Kooperation mit Afrika beimisst und diente der Revitalisierung der parlamentarischen Beziehungen beider Länder.

In 2017 besuchten Außenminister Pacome Moubelet-Boubeya und Gesundheitsminister Leon Nzouba Deutschland.

Staatspräsident Ali Bongo Ondimba wurde im November 2017 zusammen mit sieben weiteren afrikanischen Staatsoberhäuptern von Bundespräsident Steinmeier in Bonn empfangen im Rahmen der internationalen Klimaschutzkonferenz COP23 zu einem fast einstündigen Gedankenaustausch.

Im Mai 2018 besuchte MdB Volkmar Klein (CDU), begleitet von Reinhard Schlinkert (Gründer und Generalbevollmächtigter des Instituts für Markt- und Politikforschung dimap), Gabun. Während seines 2-tägigen Besuchs in Lambaréné führte er Gespräche zum Thema vernachlässigte Tropenkrankheiten und informierte sich vor Ort über die aus Bundesmitteln geförderte Forschungsarbeit der Universität Tübingen/ CERMEL (Centre de recherches médicales de Lambaréné) sowie die Arbeit des Albert-Schweitzer-Krankenhauses.

Wirtschaftsbeziehungen

In den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Gabun gibt es noch viel ungenutztes Potential. Gabun ist rohstoffreich und will sein bislang vom Holz- und Ölexport dominierte Industrie diversifizieren. Allerdings leidet die Umsetzung momentan unter einem finanziellen Engpass in Folge sinkender Erdölexporteinnahmen angesichts fallender Weltmarktpreise. Bisher sind nur wenige deutsche Firmen in den Bereichen Gesundheit, Holzwirtschaft, Dienstleistungen und Infrastruktur in Gabun aktiv. Die unvermindert starke Orientierung des Landes an Frankreich, ein begrenzter Markt, Fachkräftemangel, hohe Produktions- und Lebenshaltungskosten, immer noch verbreitete Korruption und ein teilweise intransparentes Vergabesystem öffentlicher Aufträge erschweren den Markteintritt ausländischer und damit auch deutscher Unternehmen. Gabun ist als Land mittleren Einkommens eingestuft und kommt daher nicht in den Genuss bilateraler deutscher Entwicklungszusammenarbeit.

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutsch in Gabun ist bemerkenswert: an 27 Schulen - davon seit 2008 zwei PASCH-Schulen - erhalten etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler Unterricht in "Deutsch als zweiter Fremdsprache". An der staatlichen Universität Omar Bongo in Libreville wurde im Januar 2010 der Fachbereich Deutsch eingerichtet. Dort sind mittlerweile über 100 Studenten eingeschrieben. Es existieren zwei Hochschulkooperationen. Seit 1982 vergibt die gabunische Regierung Stipendien für Studien in Deutschland, überwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern. Insgesamt studieren circa 200 junge Gabuner in Deutschland. Betreut werden diese von den Carl Duisberg Centren. Das deutsche Engagement für das Albert-Schweitzer Hospital in Lambaréné ist einer der Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen. Deutschland unterstützt das 1913 gegründete Urwaldkrankenhaus über die Internationale Albert-Schweitzer-Stiftung. Die medizinische Fakultät der Universität Tübingen betreibt in Lambaréné ein Forschungszentrum für Tropenkrankheiten, die sich insbesondere auch der Malariaforschung, zuletzt aber auch der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes widmet. Es existiert eine intensiver Austausch von Studenten und Wissenschaftlern. Ebenso besteht eine Zusammenarbeit deutscher Forschungsinstitute, unter anderem des Max-Planck-Instituts mit dem internationalen medizinischen Forschungszentrum (Centre de Recherches Médicales, Schwerpunkt Primatenforschung, HIV) in Franceville.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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