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Eritrea: Wirtschaft Eritrea

30.07.2019 - Artikel

Die faktisch seit dem Grenzkrieg mit Äthiopien (1998-2000) fortbestehende weitgehende Kriegswirtschaft und die planwirtschaftliche Wirtschaftspolitik haben der eritreischen Volkswirtschaft schweren Schaden zugefügt.

Eritrea gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt von 980 US-Dollar pro Kopf (Statistisches Bundesamt, 2017) zu den ärmsten Ländern der Welt. Es nimmt unter 189 Staaten den 179. Platz im Human Development Index 2018 des UNDP ein.

Die Regierung veröffentlicht grundsätzlich keinen Haushalt und keinerlei Wirtschaftsdaten. Laut World Factbook betrug das BIP 2017 ungefähr 5,8 Milliarden US-Dollar (nach Kaufkraftparitäten 9,4 Milliarden) und die Inflationsrate circa 14% Prozent. 2015 wurden Einfuhren und Ausfuhren (v.a. Bergbauerzeugnisse) in Höhe von etwa 19,4 bzw. 10,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts getätigt. Die öffentliche Verschuldung Eritreas betrug laut World Factbook 2017 etwa 131 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung unterliegt einer im Prinzip unbefristeten nationalen Dienstpflicht (“national service”) in der Armee oder staatlichen Verwaltungen und Betrieben, so dass sie für eine produktive Tätigkeit nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung sind überwiegend in landwirtschaftlichen Kleinstbetrieben tätig. Die Erträge sind klimabedingt schwankend. Auch in besten Jahren hat Eritrea nicht mehr als 60 Prozent der für die Ernährung der Bevölkerung benötigten Nahrungsmittel selbst produzieren können.

Ende 2015 setzte die Regierung eine grundlegende Reform des Finanzwesens um. Neue Banknoten ersetzten die bisherigen zum gleichen Nennwert. Der Austausch der Banknoten ging mit einer strengen Kontrolle des Zahlungsverkehrs einher. Ziel ist es, illegale finanzielle Aktivitäten einzuschränken und den Geldverkehr auf nichtbare Zahlungsmittel (Überweisungen, Schecks) umzustellen.

Große Teile der eritreischen Bevölkerung sind zumindest anteilig in ihrem alltäglichen Überleben von Überweisungen von Auslandseritreern abhängig.

Nennenswerte Handels- und Investitionsbeziehungen zu Deutschland bestehen nicht.

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