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Eritrea: Kultur und Bildung Eritrea

30.07.2019 - Artikel

Die eritreische Regierung misst der Bildungs- und Kulturpolitik eine wichtige Rolle bei der Pflege des eritreischen Nationalbewusstseins bei. In der am 1997 verabschiedeten, jedoch nicht in Kraft getretenen, Verfassung sind alle neun Sprachen der verschiedenen Ethnien als gleichberechtigt anerkannt.

Im Rahmen der nationalen eritreischen Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsstrategie wird dem Bildungssektor eine herausgehobene Bedeutung beigemessen. Dabei stehen die Erhöhung der Alphabetisierungsrate, verbesserter Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie eine effizientere Wissensvermittlung im Vordergrund. Trotz widriger Umstände hat Eritrea große Fortschritte im Bildungsbereich gemacht. Im primären, mittleren und sekundären Bereich erhöhte sich die Einschulungsrate seit 1999 stetig.

Als Ersatz für die im August 2006 aufgelöste Universität Asmara wurden acht über das Land verteilte Colleges mit dem Ziel aufgebaut, die Zugangsmöglichkeiten aller Bevölkerungsschichten zu höherer Bildung in allen Teilen des Landes zu verbessern. Aktuell werden 15 Prozent der Schulabgänger eine Hochschulausbildung zu ermöglicht. Daneben bemüht sich die Regierung, auch die anderen Bereiche des Bildungssektors auszubauen, stößt aber angesichts von Lehrer- und Professorenmangel rasch an ihre Grenzen und hat inzwischen begonnen, ausländische Lehrer und Professoren einzustellen.

Alle Schülerinnen und Schüler müssen seit 2002 ihren Sekundarschulabschluss zentral in einer in der Nähe der sudanesischen Grenze gelegenen Schule in Sawa ablegen. Dort findet auch eine sechsmonatige militärische Grundausbildung statt. Danach können die besten ein Studium an einem der Colleges aufnehmen; der Rest wird zur Ableistung des eigentlich achtzehnmonatigen, in der Praxis häufig unbegrenzten Nationalen Dienstes eingezogen.

Nicht nur in der Hauptstadt Asmara gibt es eine aktive künstlerische Szene, hauptsächlich Maler. Auch die einheimische, tigrinyasprachige Filmindustrie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit 2001 findet in Asmara alljährlich eine Buchmesse statt. Es gibt erste Versuche, die eritreische Volksmusik zu bewahren sowie mit Hilfe ausländischer Geber ein nationales Symphonieorchester ins Leben zu rufen.

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