Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kultur und Bildung Dominikanische Republik

Artikel

Stand: September 2018

Bildung

Ein großes Entwicklungshindernis stellt für die Dominikanische Republik die Vernachlässigung des Bildungssystems dar. Die dominikanische Schul- und Hochschullandschaft liegt im regionalen Vergleich unter qualitativen Gesichtspunkten weit im Rückstand. Nach dem Weltbildungsbericht der UNESCO (2015) befindet sich die Dominikanische Republik nur auf Platz 83 von 113 untersuchten Länder, im regionalen Vergleich belegt das Land den letzten Platz. Erstmals hat die Dominikanische Republik im März 2016 am PISA-Verfahren teilgenommen; die Ergebnisse wurden Ende 2016 von der OECD veröffentlicht. In zwei von drei Prüfungskategorien (Mathematik und Naturwissenschaften) belegt die Dominikanische Republik von allen 72 teilnehmenden Staaten den letzten Platz. In der Kategorie Leseverständnis belegte sie Platz 68 von 72. Insgesamt kam sie damit auf den letzten Platz.

Selbst die besten Universitäten des Landes landen bei einschlägigen Rankings auf den hinteren Plätzen.

Aufgrund der entwicklungspolitischen Reichweite dieses Umstandes ist das Thema Bildung für die dominikanische Bevölkerung zu einem zentralen Thema geworden, dessen Bearbeitung die Regierung Medina als Hauptprojekt der in 2016 begonnenen Legislaturperiode formulierte. Der Fokus der Dominikanischen Regierung lag in den vergangenen Jahren darauf, im Rahmen eines umfassenden Alphabetisierungsprogrammes viele Schulgebäude auch und gerade in ländlichen Gegenden bauen zu lassen. Oft mangelt es jedoch an einer ausreichenden Finanzierung des laufenden Schulbetriebs sowie Investitionen in eine Verbesserung der Lehrerausbildung. Sowohl 2017 als auch 2018 kam es zu umfangreichen Protesten des Lehrpersonals aufgrund der Zustände im Bildungssystem.

Englisch ist die wichtigste Fremdsprache, Französisch wird weniger, Deutsch nur an wenigen Einrichtungen unterrichtet.

Die Dominikanische Republik verfügt über 43 Hochschulen. Der wissenschaftliche Standard der Universitäten variiert, bleibt jedoch insgesamt deutlich hinter internationalen Maßstäben zurück. Die einzige staatliche und mit Abstand größte Universität des Landes ist die Universidad Autónoma de Santo Domingo (UASD), die sich mit dem Prädikat „Älteste Universität des amerikanischen Kontinents“ schmückt. Sie wurde 1538 von der spanischen Kolonialmacht als erste Universität der „Neuen Welt“ gegründet. Ca. 300.000 Studenten sind bei ihr eingeschrieben. Als einzige öffentliche Universität ist sie mit einer Verwaltungsgebühr von ca. 90 €/Jahr für die breite Masse der Dominikaner erschwinglich.

Wohlhabendere Dominikaner schicken ihre Kinder aufgrund der Mängel im dominikanischen Bildungssystem häufig auf amerikanische Universitäten, dies ist auch mit dem gesellschaftlichen Prestige dieser Universitäten verbunden. Auch europäische Studienangebote werden in letzter Zeit verstärkt nachgefragt.

Kultur

Musik ist das in der Dominikanischen Republik mit Abstand wichtigste und mit voller Leidenschaft ausgelebte Kulturerzeugnis. Die Dominikanische Republik ist stolz auf ihre Musiktradition Merengue und Bachata mit spanisch-karibisch-afrikanischen Wurzeln, vor allem auf die in diesen Genres auch international herausragenden dominikanischen Künstler, deren bekannteste Vertreter Romeo Santos (Bachata), Juan Luis Guerra (Merengue) oder Johnny Ventura (Merengue/Salsa) sind.

Auch wenn die Kultur- und Kunstszene bislang im Wesentlichen auf die Hauptstadt Santo Domingo konzentriert war, versucht das dominikanische Kulturministerium verstärkt eigene Akzente zu setzen, um die dominikanische Kultur, insbesondere auch die verschiedenen einheimischen Kulturen der 32 Provinzen, zu fördern. Es gibt eine jährlich stattfindende Buchmesse in Santo Domingo mit bis zu 500.000 Besuchern. Theaterwochen und Kinofestivals gibt es jährlich mehrere, teils mit internationaler, auch deutscher Beteiligung. Die Kunstszene ist jung, größtenteils (noch) wenig etabliert, aber vielfältig und dynamisch.

Die wichtigsten Museen der Dominikanischen Republik befinden sich ausnahmslos in Santo Domingo. Hervorzuheben sind das Museum der Modernen Kunst, das Museum des Königshauses (Geschichte), das Kolumbus-Schloss (Geschichte), „Casa del Tostado“ (Geschichte), „Hombre Dominicano“ (Geschichte) sowie die Galerie der Schönen Künste (Moderne und volkstümliche Kunst), das Museum Bellapart (Hispano-dominikanische Kunst), das Museum García-Arévalo (präkolumbianische Kunst) sowie das Widerstandsmuseum (über die Trujillo-Diktatur).

Die koloniale Altstadt von Santo Domingo ('Zona Colonial') ist einzigartig und sehenswert. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und war 2010 Kulturhauptstadt Amerikas. Es gibt mittlerweile sehr gut restaurierte Teile dieser Altstadt – überwiegend durch die dominikanische Privatwirtschaft finanziert. Immer mehr verlagert sich das kulturelle Leben zurück in diese zu neuer Attraktivität gelangenden kolonialen Straßen und es lassen sich vermehrt junge Galeristen, Modedesigner, Hoteliers, Restaurants und Kunstbühnen dort nieder. Das dominikanisch-deutsche Kulturzentrum Centro Domínico-Alemán befindet sich in der Nähe des zentralen Kolumbus-Platzes, ebenfalls in der Altstadt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Isla Saona, Parque Nacional del Este
Isla Saona, Parque Nacional del Este © picture alliance / Arco Images GmbH

Deutsche Botschaft Santo Domingo

Verwandte Inhalte

nach oben