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Wirtschaft Dänemark

Artikel

Stand: Oktober 2018

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaftsstruktur Dänemarks zeichnet sich durch eine Vielzahl oft mittelständischer Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus, die oft hoch spezialisiert sind und technologisch zur Spitzenklasse gehören. Beispiele hierfür sind Novo Nordisk, Bang & Olufsen, Vestas, Danfoss, Ecco, Lego und Rockwool. Traditionell verfügt Dänemark aber auch in der Schifffahrt (A.P. Møller – Mærsk), im Lebensmittelbereich (Arla) und in der Brauereibranche (Carlsberg) über weltweit agierende Großunternehmen. Daneben spielen der Maschinen- und Anlagenbau, die pharmazeutische Industrie und die Tourismusbranche sowie die Lebensmittelindustrie eine besondere Rolle. Die dänische Landwirtschaft ist exportorientiert. Der öffentliche Sektor hat aufgrund des umfangreichen Sozialsystems einen sehr hohen Stellenwert und beschäftigt über 30 Prozent der Erwerbstätigen.

Dänemark praktiziert das Arbeitsmarktmodell der sog. Flexicurity, das vergleichsweise geringen Kündigungsschutz mit einem hohen Niveau sozialer Absicherung verbindet und durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik ergänzt wird. Letztere beinhaltet neben strengen Bedingungen und Kontrollen auch Umschulungen, Weiterbildungen und andere Aktivierungsmaßnahmen.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach Jahren der Hochkonjunktur hatte sich auch die dänische Wirtschaft in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar abgekühlt. Das BIP schrumpfte in den Jahren 2009 und 2010 deutlich, wuchs aber im Zeitraum 2011 bis 2017 jedes Jahr leicht an, zuletzt mit jährlich ca. 2 %.

Die Arbeitslosigkeit war wegen der Finanzkrise stark angestiegen, ging dann mit anziehender Konjunktur in den Folgejahren wieder deutlich zurück und lag 2017 durchschnittlich bei 5,4 %. Bei zurückgehender Beschäftigung in den traditionellen Industriebereichen strebt Dänemark Wachstum in den wissensbasierten und hochtechnologischen Zukunftsbranchen an. (Biotechnologie, Arzneimittel, Informationstechnologie, Umwelttechnologie usw.).

Nach einem Anstieg der Inflationsrate bis auf 4,3 % (2008) sank diese auch aufgrund der niedrigen Energiepreise auf 0,9 % (2015) und lag 2017 bei 1,4 %.

Währungspolitik

Dänemark gehört nicht zur Gruppe der Euro-Länder.

Da die dänische Bevölkerung in einer Volksabstimmung über den Beitritt zur Währungsunion im Jahre 2000 die Teilnahme an der Gemeinschaftswährung mit knapper Mehrheit ablehnte, behielt Dänemark seine nationale Währung in der Krone bei. Die dänische Krone ist jedoch in einem engen Wechselkursverhältnis an den Euro gebunden (offizielle Schwankungsbreite: +/- 2,25 Prozent, in der Praxis nur ca. 0,5 Prozent). Eine erneute Abstimmung über die Einführung des Euro ist derzeit nicht vorgesehen.

Dänemark unterstützt den „Stabilitäts- und Wachstumspakt“ der EU und strebt den Abbau der Haushaltsdefizite an. Es hat auch den Fiskalpakt unterzeichnet. Eine mögliche Teilnahme an der EU-Bankenunion ist gelegentlich Teil der politischen Diskussion, steht aber nicht unmittelbar bevor.

Staatshaushalt

Der staatliche Gesamthaushalt 2017 betrug ca. 95 Mrd. Euro. Das Haushaltsdefizit lag in den letzten Jahren zwischen 0 und 2,7 % des BIP/Jahr, womit die Maastricht-Kriterien eingehalten werden.

Die hohen Überschüsse in früheren Jahren wurden zum Schuldenabbau eingesetzt, so dass die Auslandsverschuldung inzwischen komplett abgebaut werden konnte. Die öffentliche Verschuldung ist 2017 auf 36 % des BIP gesunken. Damit steht Dänemark im EU-Vergleich sehr gut dar. Mit dem Ziel der Haushaltssanierung wird seitens der Regierung das Wachstum im öffentlichen Sektor begrenzt und verschiedene Einrichtungen zusammengelegt oder geschlossen. Dies geht vom Militär, Schulen und Krankenhäusern bis zur Staatskirche.

Außenhandel

Ein gutes Drittel des dänischen Bruttoinlandsproduktes wird durch Export erwirtschaftet. Exportartikel sind insbesondere Maschinen und Maschinenteile, Nahrungsmittel, Pharmazeutika und Elektronik. Deutschland ist mit Abstand Dänemarks wichtigster Außenhandelspartner, gefolgt von Schweden, Großbritannien bzw. Niederlande, Norwegen und China.

Dänemark zeigte sich in den letzten Jahren exportstark. Die Zahlungsbilanz ist seit einigen Jahren mit zwischen 7 und 8 % deutlich positiv. Der bilaterale Handel mit Deutschland ist traditionell ziemlich ausgeglichen, allerdings zeigten dänische Warenexporte nach Deutschland 2016 und 2017 Schwächen, u.a. da im Bereich Windmühlenanlagen eine Boomphase ausläuft. Damit ist Deutschland der wichtigste Handelspartner für Dänemark.

Wirtschaftspolitik

Dänemark betreibt eine Wirtschaftspolitik, die zum einen als liberal, innovations- und wirtschaftsfreundlich bezeichnet werden kann, die zum anderen aber auch über eine sehr hohe Staatsquote auf die Bewahrung und Unterhaltung des Wohlfahrtsstaates klassischer skandinavischer Prägung ausgelegt ist. Durch die Schaffung einer wettbewerbsfähigen „Gesellschaft des Wissens“ will man sich den Herausforderungen der Globalisierung stellen. Forschung und Entwicklung werden groß geschrieben. Dänemark betreibt aktive Förder- und Ansiedlungspolitik für Hochtechnologieunternehmen in den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Informationstechnologie. Die dänische Regierung legt in ihrem Koalitionsvertrag wichtige wirtschaftspolitische Ziele fest. Durch eine wirtschaftsfreundliche Politik sollen bis 2025 ca. 60.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, das BIP um 80 Mrd. Kronen (ca. 11 Mrd. Euro) angehoben und damit der umfassende Sozialstaat abgesichert werden.

Dänemark gehört allen wichtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen (u.a. OECD, WTO, IWF, Weltbank) an.

Umweltpolitik

Da auch Grönland zur dänischen Reichsgemeinschaft gehört, sind den Dänen die Auswirkungen der globalen Erderwärmung sehr bewusst. Die dänische Regierung konzentriert sich im Energiebereich auf eine Verbesserung des Wirkungsgrades und höhere Energieeffizienz. Priorität bei der Energieerzeugung genießt der weitere Ausbau der Windkraftanlagen, vor allem offshore.

2012 vereinbarte die dänische Regierung überparteiliche Absprachen für einen Umwelt- und Energieplan, die 2013 und 2014 ergänzt und auch im aktuellen Regierungsprogramm von 2016 bestätigt wurden. So will Dänemark u.a. bis 2050 von Öl, Gas und Kohle völlig unabhängig werden. Eine neue parteiübergreifende Energieabsprache für die Zeit nach 2020 wurde im Juni 2018 getroffen. Sie soll im Herbst 2018 durch eine klimapolitische Absprache ergänzt werden.

Dänemark ist Vorreiter, wenn es darum geht, die CO2-Einsparziele zu verschärfen. Im eigenen Land möchte man bis zum Jahr 2020 40 % Einsparung gegenüber 1990 erreichen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung beträgt inzwischen weit über 50 %t. Die Windkraft alleine steht für weit über 40 % der Stromerzeugung.

In Dänemark gibt es keine Atomkraftwerke. Die deutsche Energiewende wird aufmerksam verfolgt.

Herausforderungen im Bereich Umweltschutz ergeben sich für Dänemark unter anderem durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der intensiv betriebenen Landwirtschaft mit Massentierhaltung und den daraus resultierenden Belastungen von Gewässern und Böden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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