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Freundschaftliche Beziehungen: Steinmeier empfängt dänischen Außenminister Dänemark

13.12.2016 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am Dienstag (13.12.) seinen dänischen Kollegen Anders Samuelsen empfangen. Syrien stand im Mittelpunkt der Gespräche.

Außenminister Steinmeier hat am Dienstag (13.12.) seinen dänischen Kollegen Anders Samuelsen zu dessen Antrittsbesuch im Auswärtigen Amt empfangen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Lage in Syrien, weitere Themen waren die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark und die Zukunft der Europäischen Union.

Freundschaftliche Beziehungen

Vor dem Treffen begutachten die Außenminister historische deutsch-dänische Dokumente.
Vor dem Treffen begutachten die Außenminister historische deutsch-dänische Dokumente.© AA

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark sind eng: mehr als 3500 Dänen leben in Berlin, darunter viele Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Mitglieder der Start-Up-Szene. Zur Weihnachtszeit ist die dänische Kultur in Deutschland besonders präsent: dänische Tannen schmücken zahlreiche Haushalte, auf nordischen Weihnachtsmärkten wird Glögg getrunken.

Syrien: keine militärische Lösung möglich

Trotz der Vorweihnachtszeit seien die Themen des Gesprächs leider alles andere als friedvoll gewesen. Der Schwerpunkt lag auf Syrien, insbesondere auf der Situation in Aleppo. Beim gestrigen EU-Außenrat in Brüssel hätten die Minister fast stündlich neue Meldungen über die Lage in der Stadt erreicht, weitere Teile der Stadt seien an das Assad-Regime gefallen. Das Morden und Sterben in Aleppo gehe weiter, sagte Steinmeier, die Lage verschlechtere sich drastisch.

Früh in seiner Amtszeit reiste der dänische Außenminister nach Berlin
Früh in seiner Amtszeit reiste der dänische Außenminister nach Berlin© AA

Für die Menschen, die in dem Teil Aleppos leben, der noch nicht in die Hände des Regimes gefallen ist, sei die Lage völlig unzuträglich geworden, Wasser und Nahrungsmittel gingen zur Neige, humanitäre Hilfe stehe nicht zur Verfügung. Auch in den Stadtteilen, die sich unter der Kontrolle des Regimes befinden, seien es, entgegen russischer Behauptungen, nicht Russland und das syrische Regime, die humanitäre Hilfe leisteten, sondern die Vereinten Nationen, das World Food Programme, das Internationale Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen. Wichtig sei nun, dass diejenigen, die aus Ost-Aleppo fliehen konnten, nicht verfolgt werden – es müsse die Möglichkeit geben, die „Hölle in Ost-Aleppo“ zu verlassen.

Es bleibe dabei, so Steinmeier, dass für den Krieg in Syrien keine militärische Lösung gefunden werden könne. Auch Russland solle sich nicht der Illusion hingeben, dass mit dem Fall Aleppos der Krieg zu Ende gehen würde. Im Gegenteil, der Krieg würde mit anderen Mitteln, einer Kombination aus militärischer Konfrontation und terroristischen Attentaten, an anderen Orten in Syrien fortgeführt werden, betonte Steinmeier. Eine dauerhafte Lösung könne deswegen nur durch politische Verhandlungen gefunden werden.

Vorbildlicher Umgang mit Minderheiten

Deutschland und Dänemark: guter Umgang mit Minderheiten
Deutschland und Dänemark: guter Umgang mit Minderheiten© AA

Die deutsch-dänischen Beziehungen seien glücklicherweise so freundschaftlich und vertraut, setzte Steinmeier fort, dass hier nicht über Probleme gesprochen werden müsse. Im Gegenteil: Deutschland und Dänemark hätten nicht nur eine problemfreie Nachbarschaft, sondern seien auch gerade mit Blick auf die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Deutschland ein gutes Beispiel für den Umgang mit Minderheiten.

Diese freundschaftlichen Beziehungen sollen aus Sicht der Außenminister weiter vertieft werden: sowohl im bilateralen Rahmen als auch in gemeinsamen Formaten wie dem N3+1-Format mit Schweden und Finnland.

Zum Weiterlesen:

Bilaterale Beziehungen

Länderinformationen Dänemark

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