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Costa Rica: Wirtschaft Costa Rica

25.03.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur

Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee, Ananas und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus und den Exporten in der Medizintechnik- und Computerbranche wichtigster Devisenbringer des Landes.

Costa Rica ist Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Es existieren Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA), Mexiko, Chile, Kanada, der Dominikanischen Republik (CARICOM Caribbean Community), Panama und China sowie mit Peru, Singapur, der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone EFTA, seit 2014 mit Kolumbien und seit Februar 2018 mit Südkorea. Im August 2016 ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Costa Rica in Kraft getreten, das seit 1. Januar 2017 anwendbar ist. Die costa-ricanische Wirtschaft wies in den letzten Jahren stetiges Wachstum auf, das sich jedoch aufgrund eines landesweiten Streiks im Herbst 2018 verlangsamt hat. Gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird das Wachstum im Jahr 2018 auf 3% geschätzt (2017: 3,2%). 

Die Warenexporte erreichten 2018 einen Wert von rund 11,7 Mrd. USD, die Warenimporte rund 17,2 Mrd. USD. 

Das Haushaltsdefizit lag 2018 bei 6,0% des BIP. Für 2019 wird ein Anstieg des Defizits auf circa 7,9% erwartet. Im Dezember 2018 erließ das costa-rikanische Parlament die für die seit langem notwendige Finanzreform und Sanierung des Haushalts erforderliche Gesetzesgrundlage. Die Sanierung des Haushalts bildet weiter die größte Herausforderung für das Land. Die Staatsverschuldung ist, auch aufgrund starker Veränderungen des Dollarkurses, gestiegen und betrug 2018 53,7% des BIP (Zentralbank Costa Rica).

Die Landeswährung Colón floatet zum US-Dollar innerhalb einer von der Zentralbank gestützten Bandbreite, zur Zeit liegt der Kurs bei etwa 600 Colones für 1 USD. Seit 2013 weist das Land einstellige Inflationsraten auf; 2018 lag die Inflation bei 2,03% (2017: 2,6%).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Costa Rica hat sich heute vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5% zum BIP beitrug, waren es 2016 nur noch 5,5%. Dienstleistungen und Industrie haben heute dagegen einen Anteil von 74% bzw. 20%. Das Potenzial für Wirtschaftskooperationen ist noch nicht ausgeschöpft.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. 201 erreichten sie rd. 2 Mrd. USD. Vor allem US-amerikanische Großkonzerne haben sich in den Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. Auch große deutsche Firmen sind im Großraum San José z.T. neu (Bosch, Bayer, Evonik mit Dienstleistungszentren) vertreten. 2018 kam die Heraeus Holding GmbH mit einer Fertigungsanlage für Medizintechnik hinzu.

Der Tourismus ist inzwischen vor der Landwirtschaft (Ananas, Bananen, Kaffee) wichtigster Devisenbringer des Landes (2017: 3,8 Mrd. USD). Im Jahr 2018 kamen mehr als 3 Mio. Touristen nach Costa Rica. Knapp 50% der Touristen stammten aus Nordamerika, die meisten davon aus den USA. Aus Deutschland reisten 2018 rd. 74.600 Touristen ein, damit liegt Deutschland leicht vor Spanien und Frankreich. Insbesondere der „Ökotourismus“ bringt deutsche Gäste nach Costa Rica. Costa Rica setzt seine entschlossene Umweltschutzpolitik fort. Über 30% der Landfläche stehen unter Naturschutz. Seit 2018 gibt es Direktflüge von Frankfurt nach San José..

Für die Stromerzeugung sind erneuerbare Energien immer wichtiger (2017: 99,35%, davon rund 75% Wasserkraft, 11% Geothermie, 12% Windenergie, 1,5% Biomasse). Bei Öl besteht noch volle Importabhängigkeit. Costa Rica hat jedoch im Februar 2019 eine umfassende Dekarbonisierungsstrategie beschlossen, die schrittweise bis 2050 umgesetzt wird.

Außenwirtschaft

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costa-ricanischen Wirtschaft dar; die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ.

Hauptexportgüter waren 2018 Waren pflanzlichen Ursprungs (2,8 Mrd. USD) , medizinische oder elektrische Geräte, Präzisionstechnik und chemische Produkte (3,4 Mrd. USD) und Lebensmittel (1,6 Mrd. USD).

Das Leistungsbilanzdefizit in Höhe von 3,1% (2018) des BIP wird hauptsächlich durch Mineralölimporte verursacht.

Dominierender Handelspartner Costa Ricas bleiben die USA. 2018 betrug der Wert der exportierten Güter in die USA 4,7 Mrd. USD. Der Wert der aus den USA importierten Güter betrug 6,9 Mrd. USD.

Nach dem 2011 abgeschlossenen Freihandelsabkommen mit China haben sich die Exporte in das asiatische Land zwar deutlich erhöht, unterliegen jedoch Schwankungen. Gingen 2014 noch 3% der Exporte nach China, waren es 2017 nur noch 1,6%. Der Wert importierter Waren aus China belief sich 2018 auf 2,3 Mrd. USD. Die Importe aus China, insbesondere im Mobilfunk- und Elektronikbereich, sind stark angewachsen.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und 1995 Gründungsmitglied der Welthandelsorganisation WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano). Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Costa Rica befindet sich in einer fortgeschrittenen Phase der Verhandlungen zum OECD Beitritt, bis zu dem insgesamt noch 12 von 22 Ausschussthemen umzusetzen sind (Stand: Februar 2019).

Das Mitte 2012 unterzeichnete Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika wurde im Juli 2013 durch Costa Rica ratifiziert; seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Abkommens gegenüber Costa Rica vorläufig angewendet. Es enthält Regelungen über Freihandel zwischen den beiden Regionen sowie Bestimmungen über Kooperation und Politischen Dialog; es sieht schrittweise Zollerleichterungen vor.

Umwelt

Umweltpolitik genießt in Costa Rica seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Das von der Vorgänger-Regierung Arias angekündigte (unrealistische) Ziel, als erstes Land der Welt eine ausgeglichene CO²Balance bis 2021 zu erreichen, wurde von der Regierung Alvarado im Februar 2019 durch einen Stufenplan zur Erreichung vollständiger Dekarbonisierung bis 2050 angepasst. Costa Rica erzeugt knapp 100% des Stroms aus erneuerbaren Energien (vor allem Wasserkraft, Geothermie, Windkraft). In Zukunft soll Solarenergie hinzutreten. Für Spitzenverbrauch in der Trockenzeit (Rückgang der Wasserkraft) stehen Schweröl-Kraftwerke bereit. 

Für die kommenden Jahre werden hohe Investitionen in die Energieinfrastruktur erforderlich sein. Die notwendigen Kapazitäten sollten bisher durch den Bau von Wasserkraft-Großanlagen erzeugt werden. Im September 2011 wurde das Wasserkraftwerk Pirrís eingeweiht, im September 2016 folgte das Wasserkraftwerk Reventazón (305 MW). Daneben wächst auch die Bedeutung der Stromgewinnung aus Geothermie und Windkraft sowie künftig durch Solarenergie. Costa Rica nimmt im Klima- und Umweltschutz weltweit eine Vorreiterrolle ein, Ziele, die von der Bevölkerung mitgetragen werden. Costa Rica verfügt über einen „nationalen Klimaaktionsplan“, der konsequent umgesetzt wird. So wurde zum Beispiel die Waldfläche in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt (54% des Landes, angestrebt: 60%), knapp 30% des Landes stehen unter Naturschutz. Costa Rica betreibt gezielt „Ökotourismus“. 

Bei der Abwasseraufbereitung und dem Meeresschutz besteht allerdings erheblicher Nachholbedarf. Nahezu alle Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und Meere. Die costa-ricanische Regierung investiert 1,08 Milliarden USD in den Bau drei neuer Kläranlagen im Großraum San José, die bis 2028 den Betrieb aufnehmen sollen. Mit einem Kredit der KfW, der im Dezember 2019 unterzeichnet wurde, werden künftig vier Abwasserklärsysteme für die großen Zentren des Landes entstehen. Über Mittel aus dem Internationalen Klimafonds (IKI) kooperieren Deutschland und Costa Rica intensiv bei der Prävention von und dem Umgang mit  Klimawandelfolgen und zum Schutz der Biodiversität.

Costa Rica arbeitet an der Einführung einer Dualen Berufsausbildung nach deutschem Vorbild.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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