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Kultur und Bildung China

Artikel

Stand: April 2018

Kultur

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte hat größere Investitionen in kulturelle Angebote ermöglicht und zu einer weitgehenden Kommerzialisierung des Kultursektors geführt. Auch wenn ein teilweiser Rückzug des Staates aus diesem Bereich zu beobachten ist, wird der Kultur eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung des von Staatspräsident Xi Jinping geprägten Ziels des „chinesischen Traums vom Wiederaufstiegs der chinesischen Nation“ beigemessen. Die damit einhergehende Ideologisierung und eine engmaschige Kontrolle schränken die Freiräume für kritisches Kulturschaffen erheblich ein.

Viele bildende Künstler finden auf der Grundlage chinesischer Tradition unter westlichem Einfluss einen eigenen Stil und erzielen damit auch international großen Erfolg. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den Marktpreisen wider; so befinden sich laut Artprice-Index unter den höchsten Preisen für Werke zeitgenössischer Künstler auch viele Werke chinesischer Künstler.

China weist Musiker (wie den chinesischen Pianisten Lang Lang) und zunehmend auch Ensembles und Orchester vor, die in der klassischen Musik in der Weltspitze mitspielen.
Chinesische Filme gewinnen immer wieder Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals. Zuletzt erhielt mit 'Black Coal, Thin Ice' ein chinesischer Film den Goldenen Bären auf der Berlinale. Im Februar 2016 gewann mit 'Crosscurrent' ein chinesischer Film einen Silbernen Bären für die Kamera. 
Auch im TV-Bereich gewinnen chinesische Produktionen weltweit an Bedeutung. So wird etwa der Streaminganbieter Netflix die chinesische Erfolgsserie „Day and Night“ ab 2018 weltweit anbieten.

Sowohl inländische als auch ausländische Filme bedürfen der Freigabe durch die chinesische Filmaufsichtsbehörde, bevor sie in öffentlichen Vorstellungen gezeigt werden können. Für ausländische Filme gibt es eine jährliche Importquote.

Bildung

Wichtigste Aufgabe der chinesischen Bildungspolitik bleibt der Ausbau des Schul- und Hochschulwesens mit dem Ziel der nachhaltigen Verbesserung der Bildung in Breite und Spitze. Eine zentrale Herausforderung ist das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen einkommensstarken und -schwachen Familien. Partei und Staat achten zuletzt strenger auf die Einhaltung politisch-ideologischer Vorgaben im Hochschulleben.

In der ersten Jahreshälfte 2017 wurden 29 führende chinesische Hochschulen einer Überprüfung durch die „Zentrale Disziplinkontrollkommission“ der Partei unterzogen.
Der 'Nationale Bildungsplan 2010-20' bildet die Grundlage für die gegenwärtigen Reformbestrebungen in den Bereichen Mittelschul-, Berufsschul- und Hochschulausbildung mit dem Ziel, Bildung für alle anzubieten.

Im Hochschulbereich wurden die vorhandenen Kapazitäten in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet und auch qualitativ aufgewertet. Gleichwohl besteht nach wie vor großes Interesse an einem Studium im Ausland. Zugleich kehren immer mehr chinesische Auslandsabsolventen nach Abschluss ihres Studiums auf den weiter boomenden chinesischen Arbeitsmarkt zurück.  

Es gibt mehr als 1200 bilaterale Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen. Das umfangreichste deutsche Hochschulprojekt in China ist die im März 2011 gegründete Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH) an der Tongji Universität in Shanghai.  Deutschland und China haben ein Äquivalenzabkommen über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich geschlossen.

Informationen zu Studium und Promotion in China oder Deutschland finden sich auf den Seiten der Deutschen Botschaft Peking. Chinesische Studienbewerber können sich zur Beratung über Studienmöglichkeiten in Deutschland an den DAAD und die Akademischen Prüfstelle (APS) mit Zweigstellen in Peking und Shanghai wenden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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