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Konferenz im Auswärtigen Amt zur Seidenstraßen-Initiative „OBOR“ China

02.02.2016 - Artikel

Am 2.2. eröffnete Staatssekretär Markus Ederer im Auswärtigen Amt eine Konferenz mit Vertretern der EU und Chinas zu einer Bestandsaufnahme der chinesischen Seidenstraßen-Inititative.

Die chinesische „Seidenstraßen-Initiative“ – auch „One Belt, One Road“ (OBOR) – berührt die Interessen vieler EU-Länder. Im Auswärtigen Amt ging es am 2.2. um eine Bestandsaufnahme und die geplante Zusammenarbeit mit der EU. Vertreter von Deutschland, der EU und China analysierten dieses Thema gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft und Think Tanks.

Eurasien - Gebilde der Superlative

Staatssekretär Markus Ederer eröffnete die Konferenz zur chinesischen Seidenstraßen-Initiative.
Staatssekretär Markus Ederer eröffnete die Konferenz zur chinesischen Seidenstraßen-Initiative.© AA

Staatssekretär Markus Ederer stellte zu Beginn seiner Eröffnungsrede heraus: Eurasien ist ein Gebilde der Superlative. Es verfügt über die größte Landmasse des Planeten, ist mit 4,7 Milliarden Einwohnern die Heimat von 2/3 der Menschheit – und nun auch ein „massiver Raum“ für Kooperation.

Die EU habe Strategien erarbeitet, „Konnektivität“ auszubauen, darunter die EU-Nachbarschaftspolitik, die Zentralasienstrategie und die EU-Russland-Strategie. Die chinesische Seidenstraßen-Initiative sei komplementär hierzu. Auch sie ziele auf Konnektivität – im Transport, aber auch in den Bereichen Finanzen, Energie und IT.

OBOR is an important vision for the Eurasian continent – it looks from the East to the West. From our perspective it is putting the European Neighborhood Policy into a bigger framework extending some of its policies and aspirations towards China and thus adding a new dimension to the EU-China relations.

China Gastland bei OSZE-Konferenz im Mai

Aufgrund der Vielzahl der Staaten und der damit verbundenen Interessen in Eurasien sei es laut Ederer aber nicht sicher, ob „die EU oder China alleine die Herausforderungen bestehen könnten.“ Daher wolle Deutschland auch den OSZE-Vorsitz nutzen, um Maßnahmen zu mehr Konnektivität zu koordinieren. Auch daher sei China als Gast bei der OSZE-Wirtschaftskonferenz für Konnektivität am 18. und 19. Mai in Berlin eingeladen.

Konnektivität - Großes Potenzial für den eurasischen Raum

Vertreter aus Deutschland, der EU und China erörtern die Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative.
Vertreter aus Deutschland, der EU und China erörtern die Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative.© AA

Konnektivität hat großes Potenzial für den eurasischen Raum – darin waren sich der Vertreter der EU, Alain Baron, der OBOR-Experte Wang Yiwei von der Renmin Universität in Peking und Patricia Schetelig vom Bundesverband der Deutschen Industrie / Asien-Pazifik-Ausschuss einig. Damit alle Parteien aber gegenseitigen Nutzen aus der Kooperation ziehen könnten, seien verbindliche Regeln und international anerkannte Standards notwendig.

Diesem Ziel dient vor allem auch die EU-China Konnektivitäts-Plattform. Die Plattform tagte erstmals Ende Januar in Brüssel und wurde extra zum Zweck der Kooperation bei konkreten Projekten in diesem Bereich eingerichtet.

Die chinesische Seidenstraßen-Initiative

Das Konzept „Neue Seidenstraße“ ist eine Initiative der chinesischen Außenpolitik unter Staatspräsident Xi Jinping. Festgeschrieben wurde sie im März 2015 im Weißbuch „One Belt, one Road“. Der eurasische Raum soll sich demnach wirtschaftlich öffnen, moderne grenzüberschreitende Verkehrs- und Handelsverbindungen nach Westen sollen etabliert und damit eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen nach Europa erreicht werden.

Die Seidenstraße ist auch ein groß angelegtes Infrastrukturprojekt: im Bereich IT-, Energie- und Finanzinfrastruktur, aber auch über verbesserte Transitrouten - per Eisenbahn, Straße oder Schiff. So soll der historischen Seidenstraße von China bis nach Europa über den Landweg gefolgt werden. Zusätzlich soll auch die „Maritime Seidenstraße“ über Südostasien entlang der Schiffsroute durch den Indischen Ozean nach Europa führen.

Zum Weiterlesen:

Die Chinapolitik Deutschlands

„Implications of the One Belt, One Road Initiative for Europe and the Eurasian Continent“ – Rede von Staatssekretär Markus Ederer bei der Veranstaltung „Bestandsaufnahme OBOR“

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