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Chile: Wirtschaft Chile

04.03.2019 - Artikel

Wirtschaft

Treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung ist der Abbau von Kupfer – hierin ist Chile Weltmarktführer – sowie weiterer Rohstoffe (Lithium, Kobalt, Molybdän). Seit Ende der 1970er Jahre ist die chilenische Wirtschaft privatwirtschaftlich und wettbewerbsorientiert organisiert und auf den Weltmarkt ausgerichtet. 2018 lag der Andenstaat mit einem Pro-Kopf-Einkommen zur Kaufkraftparität von 25.891 US-Dollar an der Spitze Lateinamerikas. Chile ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD, WTO, IWF und Weltbank.

Das Wachstum der chilenischen Wirtschaft, das zwischenzeitlich nachgelassen hatte, zieht aufgrund steigender Preise für chilenische Rohstoffe wieder an: Für 2019 prognostiziert die OECD ein Wachstum von 4,0 %. Im Jahr 2018 betrug das Leistungsbilanzdefizit 3,9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die chilenische Staatsverschuldung bleibt im weltweiten Vergleich gering. Die Haushaltslage wird weiterhin als relativ stabil angesehen. Die Kreditwürdigkeit der chilenischen Staatsanleihen gilt weiterhin als die beste Lateinamerikas.

In Hinblick auf Lebenserwartung und -standard gehört Chile zu den am weitesten entwickelten lateinamerikanischen Ländern. Die Einkommens- und Vermögensunterschiede sind allerdings  markant: Der Gini-Koeffizient lag 2017 bei 0,49 und Chile damit weltweit auf einem der hinteren Plätze. Die Arbeitslosigkeit lag 2018 im Durchschnitt bei 7,2 %.

Struktur der Wirtschaft

Der chilenische Binnenmarkt ist mit rund 18,5 Millionen Einwohnern relativ klein. Auch wenn die chilenische Wirtschaft über viele kleine und mittlere Unternehmen verfügt, dominieren in vielen Bereichen Oligopole von wenigen einflussreichen Unternehmen. Die Wertschöpfung erfolgt vor allem im Dienstleistungssektor. 

Hauptwirtschaftssektor ist der Bergbau. Er trägt erheblich zu den Staatseinnahmen bei. Chile verfügt über die weltweit größten Kupferreserven (ca. 33%) und ist der größte Kupferproduzent der Welt. Auch in Bezug auf andere wichtige Bodenschätze wie Lithium, Jod, Rhenium und Molybdän ist Chile ein wichtiger Produzent. In der Atacamawüste lagern ferner Salzvorkommen, die für mehrere Jahrtausende reichen. Das dort abgebaute Salz ist  ein weiteres wichtiges Exportprodukt Chiles. Der Reichtum an Bodenschätzen ist maßgeblicher Grund dafür, dass die chilenische Wirtschaft bis heute wenig diversifiziert und die Wertschöpfung bislang noch relativ gering ist.

Chiles Agrarexport steht auf drei Säulen: Fischerei (vor allem Aquakultur), Forstwirtschaft (hier vor allem Zellulose) und Obst- und Weinwirtschaft. Auch hier wird China zunehmend ein wichtiger Absatzmarkt.

Außenwirtschaft

Chile ist stark außenhandelsorientiert und hat mehr Freihandelsabkommen abgeschlossen als jedes andere Land der Welt: inzwischen rund 30 Verträge, die über 60 Länder einbeziehen. Mit diesen Ländern wickelt Chile den überwiegenden Teil seines Handels ab.

Chiles Handelsvolumen belief sich 2017 auf 134,3 Mrd. US-Dollar. Haupthandelspartner blieb China, gefolgt von den USA und der EU. Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von rund 3,7 Mrd. US-Dollar der wichtigste Handelspartner Chiles innerhalb der EU.

Umwelt, Energie, Klima

Chile trägt zwar nur rund 0,3 % zum weltweiten Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen bei, doch liegen die CO2-Emissionen pro Kopf mit rund 4,5 Tonnen über dem Weltdurchschnitt. In der Umweltpolitik hat sich Chile in den letzten Jahren ehrgeizige Ziele gesetzt. Mit der Unterzeichnung des Klimaabkommens von Paris hat sich Chile verpflichtet, die Emissionsintensität seiner Treibhausgase bis 2030 um 30% im Vergleich zu 2007 zu reduzieren, was als durchaus realistisch erscheint.
Der chilenische Energiesektor erfuhr in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung, die vor allem durch das starke Wachstum erneuerbarer Energien (Sonne und Wind) geprägt war. Für 2035 erwartet die chilenische Regierung, dass mindestens 60% und 2050 mindestens 70% des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Gegenwärtig liegt der Anteil erneuerbarer Energien in der Energieerzeugung bei rund 50 %.

Aktuelle Wirtschaftsentwicklung und konjunkturelle Lage

2018 hat die Wirtschaft mit einer Steigerung von 3,8 %  der Wirtschaftskraft das größten Wachstum seit langem erlebt.  Für die offene, exportorientierte und stark auf Bergbau ausgerichtete Wirtschaft sind der Kupferpreis und die Nachfrage aus China bestimmende externe Faktoren. Die Inflationsrate lag 2018 bei 2,9 %, der Leitzins liegt aktuell bei 2,75 %.
Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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