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Kultur und Bildung Chile

Artikel

Stand: Oktober 2018

Kultur

Das kulturelle Leben Chiles konzentriert sich vor allem auf die Hauptstadt Santiago de Chile, die ein sehr vielfältiges kulturelles Angebot bietet: Museen, Straßen-/Theater, Konzerte von Klassik bis Pop/Rock und literarische Lesungen.

Aber auch außerhalb der Hauptstadt finden kulturelle Veranstaltungen zunehmend Beachtung. Im Bereich der klassischen Musik hat das Ende 2010 eingeweihte Konzerthaus „Teatro del Lago“, das am Llanquihue-See im idyllischen Städtchen Frutillar (knapp 1000 km südlich von Santiago) gelegen ist, weit über Chile hinaus Bedeutung erlangt.

Chilenische Filmemacher (z.B. Pablo Larraín) haben in den letzten Jahren mit ihren Werken auch international beachtliche Erfolge erzielt. Die chilenische Produktion „Eine fantastische Frau“ von Sebastián Lelio erhielt 2018 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Die staatliche Kulturförderung ist im Umbruch: Der 2003 geschaffene „Consejo Nacional de la Cultura y las Artes“ (Nationaler Rat für Kultur und Künste) wurde Anfang 2018 in ein Kulturministerium („Ministerio de las Culturas, las Artes y el Patrimonio“) umgewandelt.  Förderschwerpunkte bleiben der internationale Kulturaustausch, die Stärkung und der Erhalt der kulturellen Infrastruktur, die Verbesserung eines gleichberechtigten Zugangs zu Kulturgütern, der Schutz des kulturellen Erbes sowie die Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Chile.

Bildung

Bei den Ausgaben für die Universitäten liegt Chile über, bei den Ausgaben für den Primär- und Sekundarschulbereich im OECD-Durchschnitt; viele Familien verschulden sich, um ihren Kindern eine möglichst hochwertige private Schul- und Universitätsausbildung zu ermöglichen.

Eine umfassende Bildungsreform, die u.a. Quoten für einen kostenlosen Zugang an Hochschulen für Studierende aus den ärmsten Bevölkerungsgruppen, eine Reform des Lehrerberufs und der Vergütung sowie eine Neuordnung der Schulverwaltungen beinhaltet, wurde noch von der Regierung Bachelet auf den Weg gebracht und wird weitgehend fortgeführt.

Chile kennt keine Aufgliederung in verschiedene Schultypen. Nach 12 Schuljahren – und eventuell einem vorbereitenden Jahr im sog. „Preuniversitario“ – kann die Prüfung zur Hochschulzugangsberechtigung (PSU = Prueba de Selección Universitaria) abgelegt werden.

Der Berufsausbildung (ETP = Educación Técnica Profesional) fehlt die soziale und finanzielle Anerkennung, ebenso bleiben die staatlichen Investitionen für die Ausbildungsinstitute weit hinter den Ausgaben für die Universitäten zurück. Eine Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung findet kaum statt. Eine von Deutschland geförderte Vorreiter- und Vorbildrolle im Bereich der Dualen Berufsbildung nimmt das „Instituto Superior Aleman de Comercio“ (INSALCO) ein. Angeboten wird die duale, zweijährige Ausbildung zum Groß- und Außenhandels-, Schifffahrts- und Speditionskaufmann, bei der ganz gezielt Theorie mit Praxis verbunden wird. So besuchen die Studierenden an zwei Tagen der Woche den theoretischen Unterricht am INSALCO und arbeiten die restlichen drei Tage bei ihren jeweiligen Ausbildungsunternehmen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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