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Burkina Faso: Wirtschaft Burkina Faso

20.02.2019 - Artikel

Grundlagen

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Human Development Index 2017 liegt Burkina Faso auf Rang 185 von 188 Ländern. Die Mehrzahl der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen wurde bis 2015 trotz Verbesserungen in einigen Bereichen nicht erreicht.

Die Wirtschaft ist mit Ausnahme von Baumwollproduktion und Bergbau (insbesondere Gold), geprägt durch Subsistenzwirtschaft. Aufgrund geringer Diversifizierung ist das Land in hohem Maße abhängig von klimatischen Bedingungen und Weltmarktpreisen für Exportprodukte. Die Binnenlage und eine unterentwickelte Infrastruktur bedingen gleichermaßen hohe Transportkosten und Abhängigkeit von der Stabilität in den Nachbarstaaten an der Küste, vor allem Côte d’Ivoire. Burkina Faso ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft UEMOA sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Die Weltbank sah Burkina Faso in ihrer Veröffentlichung „Doing Business“ 2017 auf Platz 148 von weltweit 190, der IWF bestätigte Burkina Faso erneut eine insgesamt gute makroökonomische Politik: 2017 wurde ein Wachstum von 6,4 Prozent erreicht, vor der innenpolitischen Krise im Oktober 2014 im Jahresdurchschnitt 5,7 Prozent. Durch verbesserte Finanzverwaltung konnte Burkina Faso auch seine Eigeneinnahmen wiederum steigern. 2017 lagen sowohl die Inflation mit 1,5 Prozent  als auch die Steuerquote von 16,4 Prozent (2016: 15,8 Prozent) des Bruttoinlandsprodukts im Rahmen der UEMOA-Konvergenzkriterien. Das Haushaltsdefizit für 2018 wird auf 5,4 Prozent geschätzt gegenüber 8 Prozent in 2017; es soll durch entsprechende Regierungsmaßnahmen bis 2020 graduell auf 3 Prozent zurückgeführt werden.

Wirtschaftliche Entwicklung

Der politische Übergang bietet Chancen für eine dynamischere wirtschaftliche Entwicklung. Entscheidend wird sein, ob bzw. wie schnell der Privatsektor wieder Vertrauen in eine stabile Entwicklung fasst. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die erfolgreiche Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem IWF. Der IWF bescheinigte der Übergangsregierung im März 2015 ein solides Krisenmanagement.

Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung ist auch die nachhaltige Verwendung von Einnahmen aus dem Bergbau. Bereits seit Februar 2013 erfüllt Burkina Faso die Bedingungen der „Extractive Industries Transparency Initiative“ (EITI). Im Mai 2014 wurde die Genehmigung für eine Mangan-Mine im Norden des Landes erteilt. Burkina Faso könnte mit dieser mittelfristig zum größten Mangan-Exporteur Afrikas aufsteigen.

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland sind gering ausgeprägt. Im Jahr 2017 lag Burkina Faso auf Rang 125 im Volumen des Außenhandels mit Deutschland. Der im August 2012 begonnene Bau einer Zementfabrik durch HeidelbergCement wurde Anfang 2015 abgeschlossen. Mit einem Gesamtumfang von rund 50 Millionen US-Dollar stellt das Projekt die bislang größte industrielle Direktinvestition dar. Es wurde gemeinsam mit lokalen Partnern umgesetzt. Mittlerweile wurde die Anlage um einen eigenen Solarpark ergänzt, der langfristig die Stromversorgung sichern soll.

An deutschen Firmen sind außerdem DenkPharma, B Braun sowie DHL und Allianz in Burkina Faso vertreten.

Umwelt

Ein Großteil der Wertschöpfung (Landwirtschaft, Viehzucht, Gold, Energie) hängt unmittelbar von natürlichen Ressourcen ab (etwa ein Drittel des BIP). Ökologische Nachhaltigkeit ist als Querschnittsthema in der burkinischen Entwicklungsstrategie verankert. Im April 2013 wurde ein Umweltschutzgesetz verabschiedet und die Nutzung von Plastiktüten ab 2015 verboten. Gemeinsam mit den Gebern engagiert sich die Regierung in verschiedenen Programmen zum Schutz von Ressourcen und deren nachhaltiger Bewirtschaftung.

Burkina Faso ist Mitglied der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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