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Erster Deutsch-Brasilianischer Urban Talk – gemeinsam urbane Zukunft gestalten Brasilien

04.03.2016 - Artikel

Am 02.03. fand im Auswärtigen Amt der erste Deutsch-Brasilianische Urban Talk statt. Hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten gemeinsame Herangehensweisen an die urbanen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Sabine Sparwasser mit der brasilianischen Botschafterin Maria Luiza Ribeiro Viotti (v.r.).
Sabine Sparwasser mit der brasilianischen Botschafterin Maria Luiza Ribeiro Viotti (v.r.).© AA

Am 02.03. fand im Auswärtigen Amt der erste Deutsch-Brasilianische Urban Talk statt. Hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten gemeinsame Herangehensweisen an die urbanen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hintergrund ist die anlässlich der 1. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen 2015 in Brasília vereinbarte Urbanisierungspartnerschaft.

"Think globally, act locally"

Sabine Sparwasser, Leiterin der Politischen Abteilung für Afrika, Asien, Lateinamerika, Nah- und Mittelost eröffnete die Diskussion gemeinsam mit der brasilianischen Botschafterin in Berlin, Maria Luiza Ribeiro Viotti. Auch in einem Außenministerium sei es notwendig, so Sparwasser, nach dem Motto "Think globally, act locally" über Städte und deren Entwicklung zu sprechen. Die brasilianische Botschafterin nannte neben bilateralen Projekten auch die multilaterale Arbeit zu Habitat III als wichtiges Element der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit in Sachen Urbanisierung. Habitat III ist die dritte Gipfelkonferenz von UN-Habitat und wird im Oktober 2016 in Quito stattfinden.

Gemeinsame Lösungsansätze erforderlich

Mit Carlos Ivan Simonsen Leal, dem Präsidenten des renommierten brasilianischen Thinktanks Fundacão Getúlio Vargas Stiftung (FGV), und Hildegard Stausberg, Präsidentin des Fördervereins der Städtepartnerschaft Rio de Janeiro – Köln, konnten erfahrene Praktiker aus beiden Ländern für die Veranstaltung gewonnen werden.

Die Teilnehmenden des Deutsch-Brasilianischen Urban Talks im Auswärtigen Amt.
Die Teilnehmenden des Deutsch-Brasilianischen Urban Talks im Auswärtigen Amt.© AA

Leal zeigte in seinem Vortrag drei Handlungsebenen auf, anhand derer sich die neu gegründete Urbanisierungspartnerschaft zwischen Deutschland und seinem strategischen Partner Brasilien orientieren sollte. Wissensaustausch, Aufbau einer Plattform für Stakeholder und die Installation von Pilotprojekten sieht er dabei als mögliche Antworten beider Länder auf die aktuellen globalen Herausforderungen. Der Partner Deutschland sei vor allem wegen den Erfahrungswerten und dem vorhandenen technischen Know-How ein Gewinn für Brasilien. Allerdings könne man "deutsche Ideen" nicht einfach nach Brasilien exportieren. Gemeinsam müssten spezifische Lösungsansätze gefunden werden.

Hildegard Stausberg gab einen Überblick zur Bandbreite deutsch-brasilianischer Städtepartnerschaften als Beispiel für erfolgreiche, bereits laufende Kooperation auf lokaler Ebene. Die Reaktionen des Publikums hoben hervor, dass die Urbanisierungspartnerschaft auch für Deutschland ein Gewinn ist und unterstrichen die Bedeutung eines wechselseitigen Austauschs.

Urbanisierungspartnerschaft Deutschland – Brasilien

Brasilien und Deutschland weisen mit 85% und 74% sehr hohe Urbanisierungsraten auf (vgl. China 50%, Indien 30%). Die einhergehenden infrastrukturellen, sozialen und umweltpolitischen Herausforderungen sind nicht nur in Megacities wie São Paulo und Rio de Janeiro augenscheinlich. Dabei spielt Urbanisierung zunächst eine wichtige Rolle für den Bereich Klima- und Umweltschutz: 80% aller klimaschädlichen Emissionen werden in urbanen Räumen verursacht. Daneben sind Urbanisierungstrends aber auch bedeutend für die wirtschaftliche und politische Stabilität eines Landes.

Mit der Urbanisierungspartnerschaft wird der bilaterale Austausch zwischen Deutschland und Brasilien auf verschiedenen Ebenen verstärkt. Auch mit Blick auf globale Verhandlungen wie etwa Habitat III vereinbarten beide Länder eine verstärkte Zusammenarbeit. Deutsch-Brasilianische Urban Talks sollen in Deutschland und Brasilien stattfinden und die Diskussion einer interessierten Öffentlichkeit mit Urbanisierungs-Experten anregen.

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