Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Gespräch mit dem Außenminister von Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina

07.10.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat seinen bosnische Amtskollegen Crnadak im Auswärtigen Amt empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens standen bilaterale und europapolitische Themen.

Am Mittwoch (07.10.) hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier seinen Amtskollegen aus Bosnien und Herzegowina, Igor Crnadak, zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens standen neben der Vertiefung der engen bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina vor allem Fragen der europäischen Migrationspolitik sowie der bosnisch-herzegowinische Reformprozess.

Die Außenminister Steinmeier und Crnadak
Die Außenminister Steinmeier und Crnadak© AA

"Viele Bosnier leben bei uns, viele machen ihre Ausbildung bei uns, es gibt einige, die schießen Tore bei uns". Dass die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Balkanstaat eng sind, das bemesse sich nicht nur daran, dass der Hertha-Stürmer Vedad Ibišević seine Mannschaft gerade in die Championsleague schieße, so Außenminister Steinmeier zu Beginn der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem bosnischen Amtskollegen Crnadak. Die beiden Außenminister treffen sich regelmäßig, nicht zuletzt vor knapp 2 Monaten in Wien anlässlich der Westbalkan-Konferenz.

Mutige Reformagenda fortsetzen

Auf der Agenda dieses ersten offiziellen Besuchs von Außenminister Crnadak in Berlin standen vor allem aktuelle bilaterale und europapolitische Themen.

Der deutsche Außenminister drückte seine Hoffnung darauf aus, dass die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Reformen in Bosnien und Herzegowina entschieden fortgesetzt würden. Er freue sich, dass der von ihm und Großbritanniens Außenminister Philip Hammond angestoßene Prozess zu einer "mutigen Reformagenda" geführt habe. Crnadak erwiderte, dass die deutsch-britische Initiative von den Menschen seines Landes dankbar aufgegriffen worden sei, da sie schnell Fortschritte sichtbar mache. Auch wenn der Reformprozess weiter Beharrlichkeit und Geduld fordere, so Steinmeier, seien dies im Interesse aller in Bosnien und Herzegowina. Im Sinne der Fortführung des Prozesses hoffe er, dass die Vorbereitung des Referendums in der Republika Srpska noch nicht endgültig beschlossen seien.

Flüchtlinge: EU und Transitländer im Dialog

Mit Blick auf den großen Flüchtlingszustrom betonten die Außenminister Steinmeier und Crnadak, dass es einer gemeinsamen europäischen Lösung bedürfe. Außenminister Steinmeier bekräftigte, dass kein Land allein diese Herausforderung stemmen könne. Die Balkanstaaten als Transitländer, hier vor allem Serbien und Mazedonien, seien in den letzten Wochen besonders stark gefordert gewesen. Und auch Deutschland sei durch seine Aufnahmepolitik hohen Belastungen ausgesetzt. Es setze dabei unter anderem auf das Treffen der EU-Außenminister mit Vertretern wichtiger Transitstaaten am morgigen Tag (08.10.) in Luxemburg. Zudem seien Gespräche mit der Türkei zur Flüchtlingspolitik in Gange, von denen er hoffe, dass sie erfolgreich sein werden.

Verwandte Inhalte

Schlagworte