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Beziehungen zu Deutschland Benin

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland unterhält seit 1960 ununterbrochen diplomatische Beziehungen zu Benin. Das bilaterale Verhältnis ist seit dem Ende der Diktatur 1990 gut. Schwerpunkt ist die entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Im Dezember 2004 reiste Bundespräsident Köhler nach Benin, im Oktober 2006 und im Januar 2013 besuchte Präsident Boni Yayi Deutschland. Der persönliche G8-Afrika Beauftragte der Bundeskanzlerin Günter Nooke reiste im Februar 2011, im Dezember 2012 und im Juli 2013 nach Benin, Außenminister Nassirou Bako-Arifari kam sowohl im März 2012 áls auch im Mai 2014 nach Berlin. Bundespräsident a.D. Köhler besuchte Benin erneut im Mai 2012. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, besuchte Benin am 02./03. Januar 2016. Sport- und Jugendminister Homeky reiste im Juni/Juli 2016 nach Bonn und Berlin, Planungs- und Entwicklungsminister Bio Tchané kam im Februar 2017 nach Berlin. Ferner besuchte eine Delegation unter Leitung des Ministers für Sekundar- und berufliche Bildung Deutschland im Februar 2017.

Entwicklungszusammenarbeit

Seit 1960 ist Deutschland entwicklungspolitisch in Benin aktiv. Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dies verdankt Benin vor allem seiner jüngeren politischen Entwicklung seit 1990 zu einer liberalen Demokratie. Die Ergebnisse dieser „Demokratisierungsdividende“ sind noch nicht ausreichend, Benin ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt (Platz 163 auf dem UNDP-Index zur menschlichen Entwicklung).

Die staatliche Kooperation wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GiZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchgeführt. Beide setzen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die mit Benin vereinbarten Programme der technischen und finanziellen Zusammenarbeit um. Die Unterstützung durch Deutschland genießt in Benin hohes Ansehen. Bei den Regierungsverhandlungen im September 2016 wurden für den Zeitraum 2017-19 ca. 87 Mio. € für bilaterale Projekte zugesagt, dazu kommen noch einmal ca. 20 Mio. €, die im Rahmen von weltweiten Vorhaben Benin zugutekommen. Damit stieg die Gesamtsumme der seit 1960 erfolgten bilateralen Zusagen auf fast 900 Millionen Euro.

Die nächsten Regierungsverhandlungen finden voraussichtlich 2019 statt. Die Zusammenarbeit erfolgt entlang der Entwicklungsachsen des Nationalen Entwicklungsplans PND, der 2018 verabschiedet wurde und in der die beninische Regierung ihren Entwicklungsplan für die verschiedenen Sektoren darlegt.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die folgenden drei Schwerpunktbereiche:

  • Dezentralisierung und Kommunalentwicklung
    Deutschland unterstützt die nationale Politik zur Steigerung der kommunalen Selbstverantwortung und kommunalen Kompetenz für soziale und bürgernahe Dienstleistungen vor Ort sowie der politischen Teilhabe der Basis. Auch fiskalische Verantwortlichkeiten sollen von der nationalen Ebene auf die Kommunen übertragen werden.
  • Trinkwasser, Wassermanagement, Abwasser/Abfallentsorgung
    Die beninische Regierung wird dabei unterstützt, die Lebensbedingungen der Bevölkerung durch ganzjährigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verbessern und Krankheiten durch eine bessere Sanitärversorgung zu vermindern.

  • Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft

    Wegen der Bedeutung der Landwirtschaft für die Minderung der Armut, das Sozialprodukt und die Ernährungssicherung beraten deutsche Experten die Regierung bei der Umsetzung der nationalen Landwirtschaftsstrategie. Gleichzeitig werden Wertschöpfungsketten landwirtschaftlicher Produkte (Baumwolle, Karité, Cashewnüsse, Reis, etc.) in den ländlichen Räumen ganz Benins gefördert. Dabei wird dem Klimawandel und dem Erhalt natürlicher Ressourcen sowie der verstärkten Einbindung der Privatwirtschaft Rechnung getragen. Die im Jahr 2015 gestartete BMZ-Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“, an der Benin maßgeblich partizipiert, unterstreicht die Bedeutung, die beide Regierungen der Bekämpfung des Hungers beimessen. Sie hat ein Volumen von zusätzlich rund 26 Millionen Euro.

Darüber hinaus erstreckt sich die Entwicklungszusammenarbeit auch auf folgende Bereiche:

Um Transparenz und Effizienz zu stärken, beraten deutsche Experten im Rahmen der technischen Zusammenarbeit Entscheidungsträger der beninischen Verwaltung im Bereich der Makroökonomie und im Finanzsektor. Zusätzlich werden im Grundbildungssektor beninische Schulämter bei einer umfassenden Organisationsentwicklung beraten, deren Ziel die Verbesserung der Qualität der Schulbildung ist.

Schließlich beteiligt sich die Deutschland an der Sicherung der Energieversorgung Westafrikas im Allgemeinen und Benins im Speziellen über Finanzierungsbeiträge zum West African Power Pool (WAPP) im Rahmen eines überregionalen Engagements. Weitere länderübergreifende und mit deutschen Geldern finanzierte Initiativen von denen Benin profitiert, befassen sich mit Umweltschutz, Anpassung an den Klimawandel und Erhaltung der Flora und Fauna.

Das Programm der Entwicklungszusammenarbeit steht unter der Zielsetzung der Paris-Erklärung für die Steigerung der Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit, mehr Geberharmonisierung und Partnerverantwortung. In fast allen Programmen besteht deshalb eine strukturelle Kooperation mit anderen Gebern. Außerdem erfolgt vor Ort eine regelmäßige Abstimmung unter den Gebern und mit den zuständigen beninischen Ministerien. Mit der Regierung werden übergeordnete Themen wie gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung für effektivere Zusammenarbeit erörtert.

In Benin sind seit 2008 regelmäßig zwischen 15 und 30 junge Menschen über das „Weltwärts“ Freiwilligen-Programm in verschiedenen sozialen Projekten tätig. Zudem sind zahlreiche Initiativen der deutschen Zivilgesellschaft, der Kirchen sowie deutscher Städte und Gemeinden - zum Teil mit Unterstützung des BMZ - in der Armutsbekämpfung in Benin engagiert.

Die in Benin tätigen deutschen politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung) mit Programmen zur Förderung von Demokratie und Sozialpolitik genießen hohes Ansehen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Der Handel mit Deutschland ist gering. Der bilaterale Handel mit Deutschland verringerte sich 2017 um 26%: Deutschland exportierte Waren für 32,357 Mio. Euro (2016: 43,8 Mio.) nach Benin und importierte für 826.000 Euro (2016: 1,046 Mio.); Benin war damit Exportpartner Nr. 155 und Importpartner Nr. 189. Global gesehen bleibt die Handelsbilanz Benins mit Deutschland negativ.

Die deutsche Privatwirtschaft ist über eine norwegische Tochter von Heidelberg Zement am lokalen Unternehmen CIMBENIN als Mehrheitseigentümer beteiligt. Seit 2009 ist die Allianz Versicherung über ihre französische Niederlassung in Benin etabliert. Zudem ist DHL bereits seit 1984 in Benin tätig.

Kulturelle Beziehungen

Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bestehen einige Kontakte im kulturellen Bereich. 1987 wurde ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Benin unterzeichnet, das am 13. Mai 1988 in Kraft getreten ist. Das Goethe-Institut in Abidjan ist auch für Benin zuständig. Die Deutsche Botschaft fördert die bilateralen Kulturbeziehungen durch die Vermittlung von Stipendien und Gastprofessuren (der DAAD ist in Benin durch eine Lektorin und eine Sprachassistentin vertreten), sowie die Organisation von Deutschkursen, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen und Sportgerätespenden. Zudem unterstützt Deutschland gelegentlich beninische Kulturprojekte. Mit deutscher Hilfe wurde das Museum für Geschichte und Ethnographie „Honme“ in Porto-Novo restauriert. Einer der Königspaläste in Abomey wurde mit Mitteln zum Kulturerhalt wieder aufgebaut. Beide Projekte sind ein Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes in Benin.

Wissenschaft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt ein Forschungsprogramm, das auch in Benin tätig ist. Das Vorhaben WASCAL - West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use - ist eine Initiative des BMBF zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums zum Klimawandel und zur angepassten Landnutzung in Westafrika. Das Vorhaben wurde gemeinsam vom BMBF, deutschen Wissenschaftler und Partnern aus Politik und Wissenschaft der beteiligten westafrikanischen Länder entwickelt. WASCAL baut hierbei auf Netzwerken und Strukturen auf, die im Rahmen von BMBF-geförderten Projekte (GLOWA-Impetus und BIOTA-West Africa) im Zeitraum 2000 bis 2011 aufgebaut worden sind.

Einige deutsche Universitäten kooperieren mit den beiden beninischen Universitäten.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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