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Wirtschaft Belgien

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Stand: Mai 2018

Bruttoinlandsprodukt

2016 hat Belgien ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,5% und 2017 von 1,7% erzielt. Für 2018 wird mit weiterem Wachstum auf höherem Niveau (Prognose EU-Kommission: 1,8%) gerechnet. Somit befindet sich Belgien in einer Phase moderaten Wachstums.

Inflation

Die Inflation stieg 2016 im Zuge der gestiegenen indirekten Steuern auf 1,8% an, lag 2017 bei 2,2% und wird Schätzungen zufolge 2018 auf etwa 1,6% sinken.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Die Arbeitslosigkeit geht kontinuierlich zurück (2015: 8,6%, 2016: 7,8%; 2017: 7,1%; 2018: 6,4% lt. Prognose EU-Kommission). Von 2015 bis 2017 wurden 176.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 55.000 im Jahr 2016 und 69.000 im Jahr 2017. Nach Schätzungen  werden  in dem Zeitraum von 2014 bis 2020  etwa 309.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Die belgische Wirtschaft profitiert von Maßnahmen der liberal-konservativen Koalition unter Premierminister Michel, wie von dem sogenannten tax shift, der die Lohnstückkosten gesenkt hat, aber auch von der verbesserten Konjunktur in Europa.

Haushaltslage

Die Staatsverschuldung bleibt trotz leichtem Rückgang vergleichsweise hoch (2016: 105,9% des BIP, 2017: 103,1%, 2018: 101,5% laut Prognose EU-Kommission). 2016 lag das Haushaltsdefizit bei 2,5% des BIP. 2017 sank es insbesondere auf Grund der angekündigten Einsparungsmaßnahmen auf 1,0%. 2018 soll lt. Prognose EU-Kommission das Haushaltsdefizit auf 1,1% sinken. 
Belgiens Volkswirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2017 164,5 % (2016: 163,3%; eine der höchsten Quoten weltweit), die Exportquote (Exporte in Verhältnis zum BIP) 82,9 % (2016: ca. 84,5%). Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner Belgiens, vor Frankreich und den Niederlanden. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 11 ein. 2017 betrugen die deutschen Ausfuhren nach Belgien 44, 3 Mrd. Euro (2015: 41,2 Mrd. 2016: 41,6 Mrd.), die Einfuhren 40,7 Mrd. Euro (2015: 36,8 Mrd.; 2016: 37,9 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

In der belgischen Wirtschaft dominierte 2017 der Dienstleitungssektor mit ca. 77%. Trotz der großen industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie nur noch ca. 17% des BIP. Die wichtigsten Wirtschaftszweige Belgiens sind die Pharmazie- bzw. Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche. Der Anteil des Bausektors beträgt ca. 5% des BIP, während der des Agrarsektors bei 0,7% Prozent liegt.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Wesentliche energiepolitische Zuständigkeiten liegen bei den Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft und Offshore-Windparks in der Nordsee, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist dagegen die Föderalregierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik eine zwischen den Regionen und dem Föderalstaat geteilte Zuständigkeit.

Belgien hatte bereits 2003 den Atomausstieg beschlossen. Nach jetzigem Stand sollen die sieben Reaktorblöcke in Doel und Tihange zwischen 2022 und 2025 vom Netz gehen. Die Regierung Michel hält am Atomausstieg fest, hat aber die Laufzeit der beiden ältesten Atomreaktoren Doel 1 und Doel 2 von 2015 auf 2025 verlängert. Bereits die Vorgängerregierung Di Rupo hatte eine entsprechende Laufzeitverlängerung für den Reaktor Tihange 1 beschlossen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass keine ausreichenden Ersatzkapazitäten zur Verfügung stehen und verschiedene Gaskraftwerke mangels Rentabilität stillgelegt wurden. In dem im März 2018 zwischen der Föderalregierung und den Regionen beschlossenen Energiepakt wird weiterhin am Atomausstieg bis 2025 festgehalten, dieser ist allerdings mit einem jährlichen Monitoring verbunden. Zur Sicherung der Energieversorgung sollen neue Gaskraftwerke gebaut werden. In Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg bestehen Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Wasserstoffeinschlüsse in den Reaktordruckbehältern Doel 3 und Tihange 2. Die damalige Bundesministerin Hendricks hatte Belgien im April 2016 gebeten, beide Reaktoren bis zur abschließenden Klärung von Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Die Unterzeichnung des bilateralen Ressortabkommens über Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit ist am 19.12.2016 erfolgt. Treffen auf Expertenebene finden seitdem im Rahmen der Deutsch-Belgischen Nuklearkommission statt, die erstmals im Juni 2017 in Bonn tagte. Die zweite Sitzung findet im Juni 2018 in Brüssel statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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