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Belarus: Wirtschaft Belarus

19.02.2019 - Artikel

Wirtschaftslage

Nach der Talfahrt der belarussischen Wirtschaft in 2015 und 2016 wuchs das belarussische BIP in 2017 um 1,7%, im Jahr 2018 um 2,8% (IWF). Zur positiven BIP-Entwicklung trug zum einen eine fortgesetzte makro-ökonomische Stabilitätspolitik, zum anderen wesentlich die anziehende Konjunktur in Russland bei – dem für Belarus mit ca. 50 Prozent des belarussischen Außenhandels wichtigsten Absatzmarkt. Diese konjunkturellen Faktoren sind jedoch unzureichend für nachhaltiges Wachstum. Die Schwäche der belarussischen Wirtschaft ist durch eine geringe internationale Konkurrenzfähigkeit (jenseits des IT-Sektors), geringe Arbeitsproduktivität, mangelnde Exportdiversifizierung  und die erhebliche Export- und Importabhängigkeit von Russland bedingt. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur langfristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; wesentliche Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind jedoch weiterhin nicht erkennbar. 

Die Inflationsrate liegt mit derzeit 5,5 Prozent auf dem seit vielen Jahren niedrigsten Niveau. Im Januar 2018 wurde Belarus in der OECD-Länderrisiko-Einstufung auf Kategorie 6 bessergestellt.

Die staatlichen Auslandsschulden lagen 2018 bei ca. 56 Prozent des belarussischen BIP. Für die belarussische Wirtschaft bleibt das Ölgeschäft von herausragender Bedeutung – ein jüngst in Kraft getretenes russisches „Steuermanöver“, das die Kosten für die belarussischen Rohölimporte aus Russland schrittweise erhöhen wird, droht erhebliche Verluste für Belarus mit sich zu bringen.

Die Hoffnungen von Belarus auf die 2015 in Kraft getretene Eurasische Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt.

Eine Vielzahl von den Handel behindernden Sonder- und Ausnahmeregelungen besteht fort. Die Einschränkungen im EaWU-Handel haben sich über die einseitigen russischen Sanktionen gegen die Ukraine und die Türkei sogar noch verschärft.

Bilateraler Handel

Russland blieb 2017 mit einem Anteil von etwa 51% am Außenhandel der wichtigste Handelspartner von Belarus, dahinter folgten die Ukraine (7,5%), China (5%) und Deutschland (4,5%). Der Warenaustausch mit Deutschland betrug im Jahr 2017 gut 2 Mrd. EUR.

Nachdem der bilaterale Handel im letzten Jahr stark zurückgegangen war, ist er seit 2017 gewachsen. 2017 stiegen die belarussischen Exporte in die EU um 15,2 Prozent auf 3,4 Mrd. EUR, Importe aus der EU stiegen um 21,7 Prozent auf rd. 6 Mrd. EUR. Im Handel mit Deutschland beliefen sich die belarussischen Exporte auf 507,3 Mio. EUR (+11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und die Importe aus Deutschland auf rd. 1,4 Mrd. EUR (+27,3 Prozent). 

Belarus exportiert nach Deutschland vor allem Mineralprodukte, Metalle und deren Erzeugnisse, Produkte chemischer und damit verbundener Industriezweige, Holz und Holzerzeugnisse; Importe aus Deutschland sind im Wesentlichen Maschinen und Geräte, Transportmittel, Produkte chemischer und damit verbundener Industriezweige, Kunststoffe und Kunststofferzeugnisse.

Trotz z.T. schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen und administrativer Rahmenbedingungen sind derzeit ca. 310 deutsche Unternehmen in Belarus aktiv, davon ca. 90 mit Repräsentanzen.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering, auch wenn die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen zuletzt zugenommen haben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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