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Steinmeier und Fabius in Bangladesch: Deutsch-französisches Zeichen für den Klimaschutz Bangladesch

18.09.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am Montag (21.09.) gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Fabius das vom Klimawandel besonders betroffene Bangladesch besucht.

Außenminister Steinmeier hat am Montag (21.09.) gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius Bangladesch besucht. Dieses Land ist besonders vom Klimawandel bedroht, da es dicht besiedelt und in weiten Teilen auf Höhe des Meeresspiegels liegt. Beide Minister riefen dazu auf, beim Weltklimagipfel im Dezember dieses Jahres in Paris zu einer Einigung zu kommen und Fortschritte beim weltweiten Klimaschutz zu erzielen.

Außenminister Steinmeier und der französische Außenminister Fabius werden am Flughafen von Dhaka von ihrem Amtskollegen begrüßt
Außenminister Steinmeier und der französische Außenminister Fabius werden am Flughafen von Dhaka von ihrem Amtskollegen begrüßt© Koehler/photothek.net

Raues Klima verhindert geplanten Besuch eines Schutzraumes

Bangladesch gehört zu den Ländern, die ganz besonders vom Klimawandel betroffen sind. Außenminister Steinmeier warnte: "Sollte der Meeresspiegel auch nur um einen Meter steigen, würde ein Fünftel von Bangladesch versinken." Das Land ist weniger als halb so groß wie Deutschland, zählt aber rund doppelt so viele Einwohner. Daher würde ein steigender Meeresspiegel Millionen Menschen in die Flucht treiben. Bereits jetzt leidet das Land unter den Folgen der Erderwärmung, etwa schwere Stürme, Fluten und versalzene Böden.

Die beiden Außenminister Deutschlands und Frankreichs hatten sich daher bewusst für den Besuch in Bangladesch entschieden, um sich ein Bild von diesen Folgen des Klimawandels zu machen. Dies geschah dann auch eindrücklicher als erwartet - denn ein geplanter Besuch in einem Schutzraum gegen Tropenstürme, der mit deutscher Hilfe errichtet wurde, musste aufgrund heftiger Regenfälle abgesagt werden.

Außenminister Steinmeier wies darauf hin, dass Bangladesch gerade einmal 0,15 Prozent zu den globalen Treibhausgas-Emissionen beiträgt, "aus bitterster Armut kommt und wie kaum ein zweites unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hat." Auch deshalb stehen für Steinmeier bei den Klimaverhandlungen insbesondere die Industrieländer in der Pflicht. Ein erfolgreiches Abkommen, so Steinmeier, müsse rechtlich verbindlich sein und mit ausreichend Finanzmitteln unterlegt werden.

Positive Zeichen aus der Wirtschaft

Während ihres Besuchs führten die beiden Außenminister auch politische Gespräche mit Außenminister Abul Hasan Mahmud Ali sowie mit der Premierministerin Sheikh Hashina. Auch hier ging es zentral um Fragen des Klimaschutzes. Ein weiterer Schwerpunkt war die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes.

Aus diesen Gesprächen berichtete der deutsche Außenminister später von positiven Entwicklungen im Bereich der Wirtschaft. So weise Bangladesch in den letzten Jahren ein stabiles Wachstum von rund 6 Prozent aus und habe sein Außenhandelsvolumen mit Deutschland auf etwa 4,5 Milliarden Euro ausgebaut. Auch die oft kritisierten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie würden sich langsam verbessern und mehr Inspektionen durchgeführt.

Bangladesch hat zudem Unterstützung zugesagt bei der Vorbereitung einer Sonderkonferenz zum Thema "Klima und Sicherheit", die Deutschland Ende September am Rande der UN-Generalversammlung in New York ausrichten wird. Steinmeier warnte, dass die nächste Generation von Konflikten womöglich um Wasser und andere Naturressourcen augetragen werden könne.

Richtfest im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft

Zum Ende ihres Besuches nahmen Steinmeier und Fabius an einem Richtfest im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft teil. Denn in naher Zukunft werden Deutschland und Frankreich ein gemeinsames Botschaftsgebäude in der Hauptstadt Dhaka beziehen.

Für Steinmeier ist das Projekt das Ergebnis außerordentlich guter deutsch-französischer Zusammenarbeit. Jeder wisse schließlich, dass gemeinsame Bauvorhaben selbst in der Familie die Beziehungen auf die Probe stellen können. Aber angesichts dieses erfolgreichen Projekts befand Steinmeier: "Zumindest das Klima zwischen Deutschland und Frankreich könnte besser kaum sein!"

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