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Beziehungen zu Deutschland Bangladesch

Artikel

Stand: März 2018

Politik

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Bangladesch sind freundschaftlich. Deutschland hat im Jahr 1972, als eines der der ersten europäischen Länder, Bangladeschs Unabhängigkeit von Pakistan diplomatisch anerkannt. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Bangladesch mit großer Sympathie begleitet. Deutschland genießt als langjähriger und zuverlässiger Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch als Handelspartner und wichtiges Mitgliedsland der Europäischen Union Ansehen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird das Engagement Deutschlands in der Klimapolitik und in den Vereinten Nationen verfolgt.

Im bilateralen Gespräch werden insbesondere die Verbesserung der sozialen Mindeststandards in der Textilproduktion, der politische Dialog zwischen Opposition und Regierung sowie die Lage der Menschenrechte thematisiert. Zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen sowie die Hilfsorganisationen der Kirchen in Deutschland setzen sich seit Bestehen Bangladeschs gemeinsam mit ihren örtlichen Partnern für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes ein. Diesem Engagement wie auch einer regen Informationsarbeit in Deutschland und Bangladesch ist zu verdanken, dass in beiden Ländern viele Menschen mit großer Sympathie auf das jeweils andere Land blicken.

Wirtschaft

Deutschland ist der zweitgrößte Exportmarkt für Bangladesch nach den USA. Das bilaterale Handelsvolumen wächst kontinuierlich und erreichte 2016 insgesamt 5,62 Milliarden Euro. Dabei exportiert Bangladesch Waren im Wert von rund 4,9 Milliarden Euro nach Deutschland, der Import beläuft sich hingegen auf lediglich rund 0,7 Milliarden Euro. Über 90 Prozent der Importe aus Bangladesch sind Textilien, daneben werden auch tiefgefrorene Nahrungsmittel und Lederprodukte ausgeführt. Deutsche Exporte bestehen hauptsächlich aus Maschinen (55 Prozent) sowie chemischen (20 Prozent) und elektrotechnischen Erzeugnissen (9 Prozent). Deutsche Reeder lassen seit einigen Jahren Schiffe in Bangladesch bauen.

Deutsche Unternehmen investieren in Bangladesch, insbesondere in den Sektoren Textilindustrie, Transport, Energie und Logistik sowie Baustoffe.

Ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen ist seit September 1986 in Kraft, ein Doppelbesteuerungsabkommen seit 1993.

Entwicklungszusammenarbeit

Bangladesch gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Den inhaltlichen Rahmen bilden die gemeinsam vereinbarten folgenden drei Schwerpunkte:

  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte
  • Anpassung an den Klimawandel in städtischen Gebieten

Im Themenfeld „Gute Regierungsführung“ liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Förderung der Arbeitsbedingungen sowie Umweltstandards in der Textilindustrie. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung der exportorientierten Textilwirtschaft ein entscheidender Aspekt für die weitere Entwicklung des Landes. 

Auch die deutschen Kirchen sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen setzen sich gemeinsam mit ihren lokalen Partnern gerade auch in ländlichen Regionen für die weitere Entwicklung in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen ein.

Bangladesch zählt nach der Einteilung der Vereinten Nationen zu den am wenigsten entwickelten Ländern, wird jedoch aufgrund signifikanter Entwicklungsfortschritte im Rahmen einer VN-Überprüfung  2018 die Graduierung vom LDC-Status erreichen. Mit -einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von  1.532 USD (2017) zählt Bangladesch bereits jetzt gemäß der Klassifizierung der Weltbank zu den sog. „lower middle income countries“. Seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit in den 70er Jahren bis heute hat Deutschland öffentliche Mittel im Gesamtumfang von rund 2,6 Milliarden Euro für bilaterale Entwicklungsprojekte in Bangladesch verausgabt. Hinzu kommen Beiträge, die Deutschland über multilaterale Institutionen (Europäische Union, Asiatische Entwicklungsbank und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen wie z.B. Weltbank, ILO, FAO) zur Verfügung stellt. Ergänzend erhalten private Träger aus der Zivilgesellschaft öffentliche Mittel für die Durchführung von Entwicklungsprojekten.

Während der letzten Regierungsverhandlungen 2016 sagte Deutschland Bangladesch insgesamt 261,2 Millionen Euro weiterer Mittel für die Durchführung bilateraler Projekte zu.

2017 wurden Bangladesch weitere 83 Millionen EUR für Erneuerbare Energien bzw. die Förderung von Energieeffizienz zugesagt.   
Die nächsten Regierungsverhandlungen sind 2018 geplant.

Kutur

Die erste Anlaufstelle für all jene in Bangladesch, die sich für deutsche Sprache und Kultur interessieren, ist das Goethe-Institut. Das Institut in Dhaka wurde bereits vor der Unabhängigkeit Bangladeschs eröffnet – im Jahre 1961. Die Sprachkurse des Instituts erfreuen sich mit jährlich etwa 1.500 Teilnehmern weiterhin großer Beliebtheit. In der Bibliothek gibt es deutsche Literatur und Informationen über Geschichte und Politik. Das Café auf der Dachterrasse ist ebenso wie das Auditorium ein Treffpunkt und Forum für junge Intellektuelle, Künstler und Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Veranstaltungen des Goethe-Instituts reichen von Ausstellungen, musikalischen und literarischen Darbietungen bis zu Filmfestivals und DJ-Auftritten. Seit dem Aufkommen religiösen Extremismus in Bangladesch musste das Goethe-Institut seine Programmarbeit reduzieren. Seit Januar 2010 werden bangladeschische Lehrer zu PASCH-Deutschlehrern ausgebildet. An allen der fünf Partnerschulen in Bangladesch wurde der Deutschunterricht bereits in die Curricula integriert, ein Gutteil der Schüler hat sich seine Deutschkenntnisse mittlerweile zertifizieren lassen.
Um den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Bangladesch zu fördern, vergeben der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch-Dienst), die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und andere Organisationen jedes Jahr zahlreiche Stipendien an bangladeschische Studierende und Nachwuchswissenschaftler. Der DAAD-Informationspunkt berät hinsichtlich Stipendien und Studium in Deutschland. Eine Vielzahl von bangladeschischen Wissenschaftlern und Studenten hat bereits einen Teil ihrer akademischen Ausbildung in Deutschland absolviert, über 250 von ihnen sind in Alumni-Vereinen und im Netzwerk „Alumniportal“ organisiert.
Die Zahl der Studierenden, die sich um einen Studienplatz in Deutschland bewerben, stieg in den letzten zwei Jahren enorm an. So gehen momentan rund 2.500 Bangladescher in Deutschland einem Studium nach.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald
Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald © picture-alliance/dpa

Deutsche Botschaft Dhaka

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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