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Bangladesch: Wirtschaft Bangladesch

07.03.2019 - Artikel

Wirtschaftspolitik

Seit 25 Jahren folgen die jeweiligen Regierungen einem unternehmerfreundlichen Kurs, der sehr zum Aufschwung der bangladeschischen Industrie beigetragen hat. Der Wechselkurs orientiert sich am US-Dollar und ergibt sich grundsätzlich aus Angebot und Nachfrage. Die Zentralbank interveniert allerdings, um bestimmte Wechselkursziele zu erreichen, falls dies bei der Steuerung makroökonomischer Rahmenbedingungen erforderlich erscheint ('managed float').

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum des Haushaltsjahres 2017/2018 (Juli 2017 bis Juni 2018) erreichte das gesteckte Ziel von 7,86 Prozent und fiel stärker aus als die Wachstumsprognose der Weltbank. Für das Kalenderjahr 2019 erwartet die Weltbank ein Wachstum von 7,0 Prozent.

Laut Angaben des bangladeschischen Statistik-Instituts betrug das Wachstum der Landwirtschaft im Haushaltsjahr 2017/2018 4,19 Prozent und fiel damit wieder stärker als das Wachstum der vergangenen Jahre aus. Die verarbeitende Industrie lag mit ihrem Wachstum von 12,06 Prozent über dem Wachstum des Vorjahrs (11,1 Prozent). Der Dienstleistungssektor (6,39 Prozent) wuchs ähnlich stark wie im Vorjahr. Die Exporte im Haushaltsjahr 2017/2018 wuchsen mit 5,8 Prozent noch stärker als in den Vorjahren (z.B. 2016: 2,2 Prozent), die gesamten Exporterlöse betrugen 36,7 Mrd. US-Dollar. Die Binnennachfrage nimmt zu.

Insgesamt schloss die Handelsbilanz im Haushaltsjahr 2017/2018 mit einem Defizit von etwa 1,11 Milliarden US-Dollar und lag damit signifikant niedriger als noch 2016/2017 mit circa 9,47 Milliarden US-Dollar. Der Energiebedarf wächst, bis dato verfügt ca. 90 Prozent der bangladeschischen Bevölkerung über Zugang zum Energienetz. Die Rücküberweisungen von Gastarbeitern stiegen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf insgesamt 15,3 Milliarden US-Dollar.

Der aktuelle Staatshaushalt 2017/18 hat ein Volumen von circa 4 Billionen Taka (ungefähr 50 Milliarden US-Dollar) und sieht ein Defizit von 4,8 Prozent des BIP vor. Die Investitionsausgaben zum Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur wurden weiter erhöht. Priorität haben die ländliche Entwicklung sowie Sektoren wie Energie und Infrastruktur. Risiken für den Haushalt liegen in der staatlichen Subventionierung der Kosten von Treibstoff und Dünger sowie in der zwar zunehmenden, aber immer noch geringen Steuerbasis. Die durchschnittliche jährliche Inflationsrate lag 2017 bei rund 5,7 Prozent und war damit rund 1 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Obwohl die Armutsquote in den letzten zwei Dekaden zurückging, leben weiterhin mindestens 12,1 Prozent der Bevölkerung (circa 20 Millionen) unterhalb der extremen Armutsgrenze von 1,9 US-Dollar. Unter- sowie Fehlernährung bleiben weit verbreitete Phänomene. Das Bevölkerungswachstum liegt bei 1,04 Prozent, die Geburtenziffer je Frau bei 2,2.

Außenhandel und Direktinvestitionen

Die Exporterlöse sind im Haushaltsjahr 2017/2018 weiter auf 36,66 Mrd. US-Dollar gestiegen (zum Vergleich: 2016 betrugen sie noch 34,02 Milliarden US-Dollar). Bedeutendste Absatzmärkte sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (58 Prozent) und die USA (16 Prozent). Hauptexportgüter sind mit etwa 89 Prozent Bekleidungsartikel. Es folgen Lederwaren, Jutewaren (1,8 Prozent), und Fisch (1,6 Prozent).

Das Importvolumen stagnierte im Haushaltsjahr 2017 bei 43,5 Milliarden US-Dollar. Hauptlieferländer sind China (21,5 Prozent), Indien (12,2 Prozent) und Singapur (9,2 Prozent). Eingeführt werden Nahrungsmittel, Garne, Fasern, Stoffe, Mineralöle und Investitionsgüter.

Private ausländische Direktinvestitionen haben trotz der in den vergangenen Jahren eingeleiteten staatlichen Fördermaßnahmen (steuerliche Vergünstigungen, Errichtung von Exportzonen) ein im regionalen Vergleich geringes Niveau. Etwa die Hälfte der ausländischen Investitionen fließt in den Öl- und Gassektor und die Telekommunikation. Auf den Dienstleistungssektor und auf die verarbeitende Industrie (Textilien, Zement und Düngemittel) entfallen jeweils etwa ein Viertel der Direktinvestitionen.

Den vergleichsweise günstigen gesetzlichen Bedingungen für Auslandsinvestitionen (unter anderem geringe Steuern, Einrichtung von speziellen Exportzonen) sowie dem wachsenden Binnenmarkt stehen eine schwache Verkehrsinfrastruktur, ein hohes Energiedefizit sowie weit verbreitete Korruption und lähmende Bürokratie entgegen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald
Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald © picture-alliance/dpa

Deutsche Botschaft Dhaka

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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