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Angola: Wirtschaft Angola

20.02.2019 - Artikel

Wirtschaftslage

Angola ist mit einer Ölförderung von täglich 1,4 Mio. Barrel zurzeit hinter Nigeria der zweitgrößte Erdölproduzent Afrikas. Durch den Ölpreisverfall ist die extrem vom Ölsektor abhängige angolanische Volkswirtschaft (fast 40% des BIP, über 95% der Exporte) in eine tiefgreifende Wirtschaftskrise gestürzt, die durch Devisenknappheit und einen drastischen Rückgang der Staatseinnahmen gekennzeichnet ist. Seit 2015 befindet sich die angolanische Wirtschaft in der Rezession, verbunden mit einer erheblichen Inflation. Nationale und internationale Wirtschaftsanalysten sind sich jedoch einig, dass die derzeitige Rezession das Ergebnis einer notwendigen Anpassung der angolanischen Wirtschaft ist und die Reformen der neuen angolanischen Regierung dazu beitragen werden, dass die Wirtschaft ab dem kommenden Jahr wieder um 2-3% wachsen wird. Die Inflation ist bereits jetzt von 32% im Jahr 2016 auf inzwischen 18% gesunken. Aktuell beträgt das angolanische Bruttoinlandsprodukt ca. 102 Mrd. US-Dollar (dies entspricht ungefähr dem BIP von Schleswig-Holstein).

Ein erhebliches Problem stellt die inzwischen bei über 70% des BIP liegende Staatsverschuldung dar (zum Vergleich: 2012 noch knapp 30%). Dadurch dass auch die Inlandsverschuldung großenteils dollarindexiert ist, ist durch die Abwertung des Kwanza eine weitere Erhöhung des Schuldenstands in Relation zum BIP zu erwarten. Dieser hohe Schuldenstand wird für Angola zunehmend zur Belastung. Im Haushalt 2019 sind wie bereits im Vorjahr fast 50% der staatlichen Ausgaben für den Schuldendienst vorgesehen. Daher wird die angolanische Regierung versuchen, die Laufzeiten der bilateralen Kreditlinien zu verlängern (größter bilateraler Gläubiger ist die Volksrepublik China) und die Schuldenstruktur zu diversifizieren. Im Mai 2018 platzierte Angola Eurobonds i.H. von insgesamt 3 Mrd. US-Dollar. Zudem beantragte die angolanische Regierung ein Restrukturierungsprogramm des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 4,5 Mrd. US-Dollar über drei Jahre. Das Exekutivdirektorium bewilligte diesen Antrag im  Dezember 2018 in Höhe von 3,7 Mrd. US-Dollar. Eine wichtige Rolle für die fiskalischen Spielräume der angolanischen Regierung wird die weitere Entwicklung des Ölpreises spielen.

Angola wirbt um ausländische Investitionen und gewährt je nach Umfang sowie Investitionsart und -ort Steuerbefreiungen und Steuererleichterungen. Allerdings sind durch die derzeitige Devisenknappheit Gewinntransfers weiterhin sehr schwierig. Ausländische Investoren bewegen sich trotz Verbesserungen weiter in einem schwierigen geschäftlichen Umfeld: 2019 liegt Angola auf Rang 173 von 190 des „Doing Business Index“ der Weltbank.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Angola verfügt über natürliche Ressourcen in großem Ausmaß (Erdöl, Diamanten, Mineralien, Landwirtschaft und Fischerei). Seine Wirtschaft ist - wenngleich in abnehmendem Maße – mit etwa 70 Prozent der öffentlichen Einnahmen vom Erlös seiner Erdölindustrie abhängig. Angola ist neben Nigeria der größte Erdölproduzent in Subsahara-Afrika (2015: 1,83 Millionen Fass täglich).

In den Nachkriegsjahren hat Angola bedeutende Infrastrukturinvestitionen getätigt und damit der Bau- und Transportindustrie zu einem Boom verholfen. Dieser Zweig trug phasenweise deutliche über 10 Prozent zum BIP bei, leidet aber seit Ausbruch der Wirtschaftskrise deutlich.

Angola hat bedeutende Vorkommen an Diamanten, Gold, Platin und anderen Edelmetallen. Zudem werden Phosphat, Kohle und Uran abgebaut. Der Bergbausektor trägt etwa 5 Prozent zum BIP bei.

Knapp 70 Prozent aller Erwerbstätigen arbeitet in der Landwirtschaft. Dennoch produziert Angola lediglich etwa 20 Prozent seines Bedarfs an Nahrungsmitteln.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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