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Wirtschaft Algerien

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Stand: Oktober 2017

Wirtschaftsstruktur

Bestimmend für die algerische Wirtschaft sind Förderung und Export von Erdöl und Erdgas. Die Exporterlöse aus dem Hydrokarbonsektor, der zu etwa 27 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und etwa 60 Prozent der Staatseinnahmen generiert, machen rund 94 Prozent der Exporteinnahmen aus. Der seit Jahren wachsende inländische Energiekonsum schmälert zusätzlich zu den anhaltend niedrigen Preisen die Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport.

Die algerische Regierung will die industrielle Produktion in Algerien erhöhen und mehr Arbeitsplätze außerhalb des Öl- und Gassektors schaffen. Die algerische Regierung forciert den Abbau von Phosphat- und Erzvorkommen. Langfristig ist auch beabsichtigt, mit der Schiefergasproduktion zu beginnen, obgleich es gegen erste Schiefergasexplorationen Widerstand in der Bevölkerung gegeben hatte. Zudem soll die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen erheblich ausgebaut werden. Rasche Fortschritte hin zu wirtschaftlicher Diversifizierung und damit der Reduzierung der starken Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor sind angesichts der sich verschlechternden Haushaltslage dringend geboten.

Die Regierung will den Knowhow-Transfer und die Ausbildung von qualifiziertem Fachpersonal verbessern. In der beruflichen Bildung wird der Fokus auf die Schaffung von Bildungszentren in Partnerschaft mit Unternehmen gerichtet, die zu einer engeren Verzahnung des Bildungssektors mit der Wirtschaft und bedarfsgerechten Ausbildung beitragen sollen. Landesweit sind Industriezonen mit Clusterbildung im Aufbau begriffen.

Aufgrund sinkender Staats- und Deviseneinnahmen sieht das Haushaltsgesetz 2017 eine Reihe von Einsparmaßnahmen und Steuererhöhungen vor. Zusätzlich begrenzt die Regierung den Import ausländischer Güter über die Vergabe von Lizenzen für bestimmte Produktgruppen wie Kfz-Neuwagen, aber auch Zement, Stahlarmierungen und weitere Produkte.

Der Internationale Währungsfond IWF empfiehlt Algerien grundlegende Strukturreformen zur Diversifizierung der Wirtschaft, Förderung des Privatsektors, Verbesserung des Geschäftsklimas sowie Reduzierung von Hemmnissen für Investitionen aus dem Ausland. Dadurch könnten ein höheres Wirtschaftswachstum erreicht und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor müsse verringert werden.

Infrastruktur

Algerien hat einen enormen Bedarf an der Modernisierung seiner Infrastruktur. Der Fünfjahresplan für den Zeitraum 2010-2014 umfasste ein Investitionsvolumen von 286 Milliarden US-Dollar. Schwerpunkte waren der Ausbau von Straßen- und Schienennetz, die Strom- und Wasserversorgung sowie der Wohnungsbau und Investitionen im Gesundheitsbereich. Trotz Sparmaßnahmen wird aktuell noch an wesentlichen Pfeilern der Investitionstätigkeiten festgehalten, darunter den groß angelegten Wohnungsbau-, Sozial- und Infrastrukturvorhaben von strategischer Bedeutung wie z. B. einem neuen Containerhafen am Rande der Hauptstadt Algier oder einem Programm des sozialen Wohnungsbaus mit rund einer Million neuen Wohnungen.

Umweltpolitik

Am 26.03.2015 unterzeichneten damaliger Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, und der algerische Energieminister Yousfi die deutsch-algerische Energiepartnerschaft in Berlin, die insbesondere die Steigerung der Energieeffizienz, die Diversifizierung des Energiemixes und den Ausbau erneuerbarer Energien zum Ziel hat. Die Energiepartnerschaft fügt sich gut in die aktuellen Bestrebungen der algerischen Regierung ein, das seit 2011 bestehende Programm zu Erneuerbaren Energien (bis 2030 sollen 22 GW für den einheimischen Verbrauch aus erneuerbaren Quellen stammen) anzupassen und umzusetzen.

Daten: Germany Trade & Invest (GTAI), IWF

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