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Albanien: Kultur- und Bildungspolitik Albanien

25.04.2019 - Artikel

Kulturpolitik

Das albanische Kulturleben hat sich seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems vor gut 25 Jahren beachtlich entwickelt. Das kulturelle Angebot ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen, aber nach wie vor stark auf private Initiativen und Sponsoring sowie internationale Förderung angewiesen. Die 40-jährige fast vollständige Isolation während des kommunistischen Regimes hat tiefe Spuren in der Kulturszene Albaniens hinterlassen, die nach wie vor großen Nachholbedarf in Sachen internationaler Vernetzung hat und Impulse aus dem Ausland dankbar aufnimmt. Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen gibt es vor allem in der Hauptstadt Tirana. Hier finden sich eine regelmäßig bespielte Oper (derzeit im Umbau, Wiedereröffnung voraussichtlich Ende 2019), mehrere Theater, ein Puppentheater, Museen, eine Kunstakademie, die private Filmhochschule Marubi und mehrere Kinos. Allgemein sind Zustand und Ausstattung der Einrichtungen nicht nur in der Provinz, sondern auch in Tirana, verbesserungsfähig.

Im Land gibt es zahlreiche Kulturschätze, deren Präsentation auch mit internationaler Unterstützung ausgebaut wird. Deutschland hat im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts seit 1989 rund 20 Projekte zum Schutz des kulturellen Erbes in Albanien unterstützt. Im Jahr 2016 wurde das Nationale Fotografiemuseum „Marubi“ in Shkodra dabei unterstützt, seine 500.000 Negative – darunter auch 150.000 wertvolle Glasnegative – sachgemäß zu archivieren und für die Nachwelt zu erhalten.

Eine Förderung albanischer Kultur im Ausland durch albanische Institutionen gibt es bisher nur in Ansätzen, hat sich aber unter der seit 2013 im Amt befindlichen – und nicht nur in Person des Premierministers (und Künstlers) Edi Rama – kulturaffinen Regierung verstärkt (Beispiele: 2016 Ausstellung zeitgenössischer albanischer Kunst in Marseille, 2015 albanische Kulturwoche in Düsseldorf etc.).

Im November 2015 wurde das deutsch-albanische Kulturabkommen unterzeichnet, das die Grundlage der Zusammenarbeit beider Länder im Kultur- und Bildungsbereich bildet; im März 2019 trat es in Kraft. Der kulturelle Austausch zwischen beiden Ländern findet bisher vor allem durch Auftritte deutscher Kulturschaffender in Albanien statt, z.B. im Rahmen des von der Deutschen Botschaft in Tirana koordinierten jährlichen „Deutschen Oktobers“. Der Schwerpunkt bei diesen deutsch-albanischen Kulturwochen liegt auf Projekten, die den Austausch und die Netzwerkbildung fördern – etwa durch Workshops für Studenten oder Nachwuchskünstler - und so die Entwicklung der albanischen Kulturszene nachhaltig unterstützen.

In Tirana gibt es ein Goethe Zentrum, das als Kooperationspartner des Goethe Instituts Skopje Sprachkurse anbietet und aktive Kulturarbeit betreibt.

Universitäts- und Schulwesen

Im Bildungssektor gibt es sowohl im schulischen als auch universitären Bereich staatliche und private Einrichtungen. Lernende in Albanien besuchen von der ersten bis zur neunten Klasse eine neunjährige Schule (Schulpflicht) und setzen ihren Weg dann fakultativ an Gymnasien oder berufsorientierten Oberschulen fort.  

Der Hochschulbereich war lange Jahre durch unkontrollierten Wildwuchs einer unüberschaubaren Zahl privater Universitäten (mehr als 40) gekennzeichnet, bis das Bildungsministerium im August 2014 im Zuge einer Reform des Hochschulwesens zahlreiche private Universitäten schließen ließ, da die dortige Diplomvergabe nicht den Anforderungen entsprach. Mehr als zwei Drittel der Studierenden Albaniens studieren an Universitäten in der Hauptstadt Tirana. Nach umfangreichen Studentenprotesten Ende 2018 hat die albanische Regierung entschieden, u.a. die Studiengebühren an staatlichen Universitäten zu reduzieren und das leistungsorientierte Stipendiensystem auszubauen.

Eine Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) verstärkt die Germanistik-Fakultät an der Universität Tirana und unterhält ein Verbindungsbüro. 

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) ist in Tirana durch eine Fachberaterin vertreten, die ein Netz von sechs PASCH-Schulen (6 in Tirana) betreut. Seit 2009 gibt es am Sami-Frasheri-Gymnasium in Tirana eine deutsch-albanische Abteilung, die durch von der ZfA vermitteltes Lehrpersonal aus Deutschland unterstützt wird. Das Sami-Frasheri-Gymnasium hat den Status einer Deutsch-Profilschule (DPS).

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