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Afghanistan: Wirtschaft Afghanistan

27.02.2019 - Artikel

Wirtschaft

Afghanistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und belegt im Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen Platz 168 von 189 (Stand 2018). Die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans wird maßgeblich durch Zuflüsse aus der internationalen Gebergemeinschaft stimuliert. Den größten Anteil am BIP (2017: 19,54 Mrd. USD bei einem Wachstum von 2,7%, laut Weltbank) hat der Dienstleistungssektor mit etwa 55%, gefolgt von der Industrie mit 22% und der Landwirtschaft mit 20%. Afghanistan ist in hohem Maße von Importen abhängig, afghanische Produkte sind bisher auf internationalen sowie regionalen Märkten wenig wettbewerbsfähig.

Die Arbeitslosigkeit ist mit 23,9% im Jahr 2017 gegenüber 22,6% im Jahr 2016 leicht gestiegen. Für die jährlich rund 400.000 neu auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Menschen gibt es nicht genügend Plätze. Zur Belebung des Arbeitsmarktes plant die afghanische Regierung Investitionen in Infrastruktur, Landwirtschaft und regionale Konnektivität. Das Arbeitsministerium sieht die Ausweitung von Praktikanten- und Berufsbildungsprogrammen vor, um Absolventen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Die Regierung hat die landwirtschaftliche Entwicklung zur Priorität erhoben. Dadurch sollen auch gering qualifizierte Afghaninnen und Afghanen bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz bekommen. Insbesondere sollen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse Afghanistans wieder eine stärkere Rolle auf den Weltmärkten spielen. Gerade im ländlichen Raum bleiben die Herausforderungen für eine selbst tragende wirtschaftliche Entwicklung mangels ausreichender Infrastruktur und Erwerbsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft sowie aufgrund des geringen Bildungsgrads der Bevölkerung (Analphabetenrate auf dem Land von rund 70%) aber groß.

Große wirtschaftliche Erwartungen werden an die zunehmende Erschließung der afghanischen Rohstoffressourcen geknüpft. In Afghanistan lagern die weltweit größten Kupfervorkommen sowie Erdöl, Erdgas, Kohle, Lithium, Gold, Edelsteine und Seltene Erden. Mit dem 2014 verabschiedeten Rohstoffgesetz wurden die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen in diesem Bereich verbessert. Entscheidend für Wachstum, Arbeitsplätze und Einnahmen aus dem Rohstoffabbau ist die Umsetzung des Gesetzes. Darüber hinaus müssen Mechanismen zum Einnahmenmanagement etabliert werden. Der Abbau der Rohstoffe erfordert umfassende und langfristige Investitionen in die Exploration und Infrastruktur. Afghanistan bleibt weiterhin der weltweit größte Produzent für Opium, Heroin und Cannabis. Trotz einer breit angelegten Strategie verhindern die angespannte Sicherheitslage in den Hauptanbaugebieten im Süden des Landes sowie die weit verbreitete Korruption eine effiziente Bekämpfung des Drogenanbaus. Die hohen Gewinnmargen erschweren zudem die Einführung von alternativen landwirtschaftlichen Produkten.

Öffentliche Finanzen

Die Sicherstellung der Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen bleibt eine Herausforderung. Der Haushalt der afghanischen Regierung für das Jahr 2019  beläuft sich auf 5,3 Mrd. USD. 47% des Gesamthaushalts sollen aus nationalem Einkommen finanziert werden (2017: 38%); 50% durch externe Gebergelder.

Umwelt

Afghanistan ist mit erheblichen Umweltproblemen konfrontiert: Neben der rapide ansteigenden Luft- und Wasserverschmutzung in den Städten – insbesondere in Kabul – nehmen in vielen Landesteilen Entwaldung, Bodendegradation und die Überbeanspruchung der Wasserressourcen besorgniserregende Dimensionen an.

Der Baumbestand Afghanistans hat insbesondere unter dem Raubbau in den Kriegsjahren stark gelitten; die Wiederbelebung der Bewässerungslandwirtschaft in Kombination mit den regelmäßig wiederkehrenden Dürrejahren wirken sich ungünstig auf die Wasserressourcen aus. Das erwartete Abschmelzen der Gletscher des zentralen Hochlands durch den Klimawandel wird das Wasserressourcenmanagement Afghanistans vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

2007 wurden ein nationales Umweltgesetz sowie entsprechende Umsetzungsverordnungen verabschiedet, weitere Umweltschutz-Gesetzesvorhaben sind in Vorbereitung. Die nationale Umweltschutzbehörde Afghanistans (National Environment Protection Agency, NEPA) ist dafür verantwortlich, den entsprechenden rechtlichen Vorgaben auch in der Praxis Geltung zu verschaffen. Die afghanische Regierung legte mit dem ersten Fünfjahresplan für den Energiesektor im Jahr 2016 die Grundlage für eine Energie wende für das Land ein. Langfristig soll die Eigenproduktion von Strom auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Afghanistan ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Schwerpunkte sind: Energie, Trinkwasserversorgung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Grundbildung sowie die Förderung der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte.
Nähere Informationen hierzu beim BMZ:

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