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Internationale Unterstützung für Afghanistan Afghanistan

Baustelle in Kabul

Baustelle in Kabul, © picture-alliance

24.11.2020 - Artikel

Wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind Voraussetzung für Stabilität und nachhaltigen Frieden in Afghanistan. Ungeachtet der Verbesserungen der vergangenen Jahre bleibt das Land auf internationale Hilfe angewiesen. Die internationale Geberkonferenz legt diese für die kommenden vier Jahre fest.

Jahrzehnte gewaltsamer Konflikte haben Spuren in Afghanistan hinterlassen. Hinzu kommen die Auswirkungen von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Dürren oder Fluten. In den vergangenen Jahren konnten erhebliche Verbesserungen der Lebensbedingungen der Menschen erreicht werden:  so hat sich die Lebenserwartung um 20 Jahre erhöht und im gesamten Land ist der Zugang zur einer medizinischen Grundversorgung möglich. Die Zahl der Kinder, die zur Schule gehen, hat sich verneunfacht und auch Frauen und Mädchen haben Zugang zu Bildung und Arbeit bekommen. Das Pro-Kopf-Einkommen ist in den vergangenen 19 Jahren um 400 Prozent gestiegen. Dennoch sind weiterhin über 40 Prozent der afghanischen Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Aktuell verschärft die Covid-19-Pandemie die Situation weiter. Deshalb benötigt Afghanistan weiter internationale Unterstützung.

Internationale Geberkonferenz für Afghanistan

Am 23. und 24. November findet die internationale Geberkonferenz für Afghanistan statt. Auf ihr sollen Zusagen für die zivile Unterstützung Afghanistans durch die internationale Gemeinschaft bis zum Ende der sog. Transformationsdekade 2024 formuliert werden. An der Konferenz nehmen 66 Staaten und 32 internationale Organisationen teil.

Die Auszahlung der Hilfsgelder wird an die Umsetzung einer vereinbarten Reformagenda im Land geknüpft. Die erzielten Fortschritte, v.a. im Bereich der Frauen-, Kinder- und Minderheitenrechte, sollen konsolidiert werden. Außenminister Heiko Maas unterstrich:

Die Afghaninnen und Afghanen sollten wissen, dass die internationale Gemeinschaft in diesen Zeiten der Unsicherheit an ihrer Seite steht. Wir sind bereit, eine erneuerte Partnerschaft bis zum Ende der Transformationsdekade 2024 einzugehen. Diese Partnerschaft hängt von der Bereitschaft Afghanistans ab, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu wahren, verantwortungsvolle Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung umzusetzen, die Menschenrechte, insbesondere die Rechte von Frauen und Minderheiten, zu achten und politischen Willen zu Fortschritten im Friedensprozess zu zeigen, ohne auf Zeit zu spielen.

Deutsche Unterstützung zum Wiederaufbau Afghanistans

Deutschland ist der zweitgrößte Geber für Afghanistan und setzt seine substanzielle Unterstützung für Afghanistan fort. Die Bundesregierung unterstützt Afghanistan jährlich mit bis zu 430 Mio. Euro. Die Gelder werden v.a. für den zivilen Wiederaufbau des Landes genutzt. Hierzu gehören der Bau von Infrastruktur, wie Schulen, Straßen und Brücken ebenso wie die Ausbildung von Polizeikräften. Ein sicheres Umfeld und verbesserte Lebensbedingungen sind wesentliche Voraussetzung zur langfristigen Stabilisierung des Landes. Zudem fördert Deutschland das zivilgesellschaftliche Engagement mit einem besonderen Fokus auf die Schaffung demokratischer Strukturen und der Stärkung von Menschenrechten. Deutschland unterstützt außerdem den innerafghanischen Friedensprozess mit technischer und inhaltlicher Expertise.

Die Bundesregierung leistet zudem humanitäre Hilfe für Afghanistan. Diese richtet sich v.a. an Flüchtlinge und Binnenvertriebene sowie zur Katastrophenvorsorge und der Minen- und Kampfmittelräumung. Im Jahr 2020 hat die Bundesregierung über 20 Mio. Euro für humanitäre Hilfe für Afghanistan zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:

Afghanistan: Politisches Porträt

Deutschland und Afghanistan: Bilaterale Beziehungen

Der lange Weg zum Frieden: Der innerafghanische Friedensprozess

Vergessene Krisen: Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge in Afghanistan

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