Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaftspolitik Äquatorialguinea

Artikel

Stand: April 2018

Wirtschaftsstruktur

Äquatorialguinea veröffentlicht nur wenige Statistiken. Alle genannten Zahlen beruhen daher auf Schätzungen und sind mit Vorsicht zu verwenden.

Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird von Erdöl und Gas dominiert. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 90 Prozent. Die tägliche Gesamtförderung von Erdöl und Gas belief sich 2016 laut Fachliteratur auf etwa 241.200 Fass. Trotz sinkender Fördermenge ist damit das Land weiterhin  der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Die Förderung erfolgt überwiegend durch US-amerikanische Firmen (u. a. Exxon Mobil, Marathon Oil, Noble Energy).

Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist die Bauwirtschaft, da der Großteil der Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung für Bau- und Infrastrukturmaßnahmen verausgabt wird. Einziges auf diesem Sektor tätiges ehemals deutsches Unternehmen ist die Firma DYWIDAG (jetzt STRABAG), die einen Flughafen auf dem Festland in Mongomoyen gebaut hat. Ein deutsches Ingenieurbüro überwacht den Bau der  Abfertigungsterminals  in Mongomoyen und Malabo. Der Holzexport ist stark rückläufig. Die Landwirtschaft ist auf das Niveau bäuerlicher Subsistenzwirtschaft zurückgegangen. Dies ist besonders bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird importiert.

Seit mehreren Jahren befindet sich das Land in einer Rezession, die vor allem durch sinkende  Ölpreise ausgelöst wurde. Die Diversifizierung der Wirtschaft vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus genießt hohe Priorität in der nationalen Wirtschaftspolitik. Die Mehrzahl der Bevölkerung, die keine Beschäftigung im Erdöl- oder Bausektor bzw. im tertiären Sektor oder im aufgeblähten öffentlichen Sektor findet, lebt weiterhin in sehr bescheidenen Verhältnissen.

Beim Index der Menschlichen Entwicklung des UNDP 2017 steht Äquatorialguinea auf Platz 136 von 188 Ländern. Die Lebenserwartung liegt bei 57,9 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 68,2 von 1.000 Geburten, Ausdruck der sehr schlechten sanitären Verhältnisse für die große Mehrheit der Bevölkerung. Im Bereich der medizinischen Versorgung und beim Zugang zu sauberem Trinkwasser besteht großer Nachholbedarf, hier hat die Regierung erst kürzlich zu investieren begonnen. Internationale Ölfirmen finanzieren Programme zur Bekämpfung von tropischen Krankheiten (z. B. Malaria durch Marathon Oil und Noble Energy).

Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC und der Franc-Zone an.

Aufgrund seines Öl- und Gasreichtums ist Äquatorialguinea auch weiter ein umworbener Handelspartner. Hauptexportländer für Öl sind die Indien, , China, USA  und Spanien, (verflüssigtes) Gas wird hauptsächlich nach Indien, Japan, Südkorea und China exportiert.

Hauptherkunftsländer für Importe nach Äquatorialguinea sind die USA, Spanien, China und Frankreich. 2017 betrug der Umsatz des deutschen Außenhandels mit Äquatorialguinea 113,1 Millionen Euro, der Außenhandelssaldo belief sich auf minus 83,2 Millionen Euro. Deutschland exportierte 2017 Waren im Wert von 14,9 Millionen Euro nach Äquatorialguinea (2015: 26,8 Millionen Euro), die Importe betrugen 98,1 Millionen Euro (2015: 72,4 Millionen Euro).

Wichtigster Investor in Äquatorialguinea sind die USA, es gibt keine nennenswerten deutschen Investitionen in Äquatorialguinea. Im Ease of Doing Business Bericht 2017 der Weltbank belegt Äquatorialguinea Platz 173 von 190 Ländern.

Die Höhe der Staatsschulden hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht. Experten gehen von einem Schuldenstand von ca. 21,7 % des BSP für das Jahr 2016 aus, wobei fraglich ist, wie akkurat diese Zahlen sind.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Einnahmen aus Öl- und Gasförderung gehen zurück. Dies ist einerseits Folge zurückgehender Fördermengen erschlossener Ölfelder, ausbleibender Investitionen in Erschließung neuer Quellen sowie auf die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt. Das BIP (nominal) für 2016 wird auf 10,685 Milliarden US-Dollar von der Weltbank angegeben, ein Rückgang zum Vorjahr um 15,8  Prozent. Die Bautätigkeit lässt nach, da der Regierung das Geld ausgeht; mehrere Unternehmen sahen sich in der Folge gezwungen, Arbeiten einzustellen und Beschäftigte zu entlassen.

Die hohe Konsumnachfrage der Wohlhabenden hat in Verbindung mit fehlendem Wettbewerb im Einzelhandel und der weit verbreiteten Korruption in den beiden Städten Malabo und Bata zu einem überhöhten Preisniveau bei Wohnen und Konsumgütern geführt. Die Inflationsrate lag 2017 bei 1,5 Prozent.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte