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Schlag gegen illegalen Antikenhandel: Schnurösengefäß zurück nach Ägypten Ägypten

04.03.2016 - Artikel

Staatsministerin Böhmer übergab am 04.03. dem ägyptischen Botschafter Badr Abdelatty ein antikes Gefäß. Es war 2009 von deutschen Zollfahndern aus dem illegalen Handel beschlagnahmt worden und soll nun nach Ägypten zurückkehren.

Eine besonders kostbare Antike aus Ägypten wurde am Freitag (04.03.) durch Staatsministerin Böhmer an den ägyptischen Botschafter Badr Abdelatty zurückgegeben. Es handelt sich um ein Schnurösengefäß: ein Gebrauchsgeschirr, das seinen Namen den seitlichen Ösen zum Durchziehen einer Trageschnur verdankt.

Rückgabe: Staatsministerin Böhmer und der ägyptische Botschafter Badr Abdelatty mit dem antiken Gefäß.
Rückgabe: Staatsministerin Böhmer und der ägyptische Botschafter Badr Abdelatty mit dem antiken Gefäß.© AA

Das Gefäß ist das vierte und letzte Stück aus einer spektakulären Beschlagnahmung durch deutsche Zollfahnder an der Schweizer Grenze im Jahr 2009. Die Schätze waren unter einer Ladung Teppiche versteckt und unterwegs zu einem Abnehmer in Belgien. Im April 2014 hatte Böhmer dem damaligen ägyptischen Botschafter drei der Antiken zur Rückführung nach Ägypten übergeben können: einen Miniaturobelisken, einen Statuenschrein und eine Nischenstele.

Illegaler Antikenhandel als weltweites Problem

Böhmer forderte bei der Rückgabe im Auswärtigen Amt: "Wir dürfen nicht nachlassen, auf das weltweite Problem des illegalen Handels mit Antiken aufmerksam zu machen und uns ihm entgegen zu stellen. Umso wichtiger ist es", so Böhmer, "dass Kulturstaatsministerin Grütters einen Entwurf für das neue Kulturgutschutzgesetz vorgelegt hat und dieser Entwurf zügig beraten wird. Ich unterstütze diese Initiative."

Das Schnurösengefäß war 2009 aus illegalem Handel sichergestellt worden.
Das Schnurösengefäß war 2009 aus illegalem Handel sichergestellt worden.© AA

Auch die internationale Gemeinschaft, allen voran Deutschland, habe hier bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Als Vorsitzende des UNESCO-Welterbekomitees hatte Böhmer im vergangenen Jahr die Initiative für die sogenannte "Bonner Erklärung" ergriffen. Diese Erklärung fordert alle Staaten zu effektiverem Schutz des Weltkulturerbes auf. Mit dem gleichen Ziel hatte Deutschland gemeinsam mit dem Irak eine Resolution in die UN-Generalversammlung eingebracht, die im Mai 2015 einstimmig angenommen worden war. Sie brandmarkt bewusste Zerstörungen von Kulturgütern als Kriegsverbrechen, die weltweit strafrechtlich verfolgt werden können.

Böhmer befürwortet außerdem im Rahmen der UNESCO-Kampagne "Unite for Heritage" die aktuelle Initiative Italiens für eine nationale Taskforce von Experten für den Schutz des kulturellen Erbes.

Zum Weiterlesen:

Grußwort von Staatsministerin Böhmer bei der Übergabe des antiken Schnurösengefäßes an Ägypten

Die UNESCO

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