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Kleinwaffen - die wahren Massenvernichtungswaffen

27.09.2015 - Artikel

Deutschland hat in einer Paneldiskussion während der UN-Woche in New York auf die verheerende Wirkung des illegalen Kleinwaffenhandels hingewiesen. Ehrengast war Friedensnobelpreisträger Oscar Árias.

Deutschland hat in einer Paneldiskussion während der UN-Woche in New York auf die verheerende Wirkung des illegalen Kleinwaffenhandels hingewiesen. Ehrengast dabei war Friedensnobelpreisträger Oscar Árias. Außenminister Steinmeier kündigte bei der Veranstaltung eine strategische Partnerschaft Deutschlands mit der Afrikanischen Union an, um den illegalen Handel mit kleinen und leichten Waffen in der Region zu bekämpfen.

Eine halbe Million Opfer - jährlich

Mehr als 500.000 Menschen sterben jährlich durch die rund 875 Millionen Schusswaffen, die weltweit im Umlauf sind. Jede dieser Waffen hat eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren und es kommen laufend neue hinzu. Damit stellen Kleinwaffen weltweit eine der größten Bedrohungen für die Zivilbevölkerung dar.

Friedensnobelpreisträger Arias im Deutschen Haus

Friedensnobelpreisträger Oscar Árias
Friedensnobelpreisträger Oscar Árias© Photothek / Imo

UN-Generalsekretär Kofi Annan nannte Kleinwaffen deshalb einmal „die wahren Massenvernichtungswaffen“. Unter diesem Titel veranstaltete Deutschland am Rande der UN-Generalversammlung eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion im Deutschen Haus in New York. Ehrengast war der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident Costa Ricas, Oscar Árias. In seiner Ansprache stellte er die Frage: „Warum erregt der Tod vieler Menschen auf einen Schlag so viel mehr Aufmerksamkeit als der Tod vieler Menschen hintereinander?“ Kleinwaffen würden immer wieder in den Händen krimineller Banden und Terroristen landen und viele unschuldige Leben fordern. Kein Staat der Welt, so Arias, dürfe Waffen verkaufen, die dann zur Verletzung von Menschenrechten dienen. Er danke daher Deutschland für den Einsatz zum Abschluss des „Arms Trade Treaty“ (ATT), einem Meilenstein zur Kontrolle des weltweiten Handels mit Kleinwaffen.

Steinmeier warnt vor Schusswaffen in Händen nicht-staatlicher Akteure

Außenminister Steinmeier bei seiner Eröffnungsrede
Außenminister Steinmeier bei seiner Eröffnungsrede© Photothek / Imo

Außenminister Steinmeier warnte in seiner Eröffnungsrede vor der verheerenden Wirkung von Kleinwaffen in den Händen nicht-staatlicher Akteuere und kündigte eine strategische Partnerschaft Deutschlands mit der Afrikanischen Union an, um den illegalen Kleinwaffenhandel in Afrika zu bekämpfen. In einer Konferenz im äthiopischen Addis Abeba am 16. Oktober 2015 werde man die relevanten Akteuere zusammenbringen, um die gemeinsamen Bemühungen zu koordinieren. Das deutsche Engagement bleibe dabei stets eingebettet in das UN-Programm zur Kontrolle von kleinen und leichten Waffen.

Waffenkontrolle als Ziel nachhaltiger Entwicklung

Abrüstung gehört zu den Leitgedanken der Vereinten Nationen
Abrüstung gehört zu den Leitgedanken der Vereinten Nationen© Photothek / Köhler

Einer der Podiumsteilnehmer, der malische Versöhnungsminister Sidi Mohamed, beklagte, dass Afrika heute ein „sehr offener Markt“ für illegale Handfeuerwaffen sei. Diese kämen vor allem aus fragilen oder kollabierten Staaten und kosteten teilweise nur 150 US-Dollar. Durch diese Bedrohung werde das „Leben in Frieden zu einer raren Ressource, die zum Magnet für Flüchtlingsströme wird“. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Aufnahme der Waffenproblematik in die neue „Agenda 2030“ der Ziele für nachhaltige Entwicklung ein großer Fortschritt sei. In seinem Schlussstatement betonte Außenminister Steinmeier, dass dies ein wichtiger Orientierungspunkt für die künftigen Aktivitäten in diesem Gebiet sei.

Zum Weiterlesen

Deutsches Engagement für Kleinwaffenkontrolle

Deutschland in den Vereinten Nationen

Erklärung von Außenminister Steinmeier und AU-Kommissar Chergui zur strategischen Partnerschaft (Englisch)

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