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Deutschland und Frankreich setzen weiteres gemeinsames Signal für den Klimaschutz

27.09.2015 - Artikel

Deutschland und Frankreich haben am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit einer gemeinsamen Veranstaltung auf den Zusammenhang von Klimawandel und Sicherheitsrisiken aufmerksam gemacht.

Deutschland und Frankreich haben am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit einer gemeinsamen Veranstaltung auf den Zusammenhang von Klimawandel und Sicherheitsrisiken aufmerksam gemacht. Bei der hochkarätig besetzten Veranstaltung wurde die Studie „A New Climate for Peace“ vorgestellt, die von den G7-Außenministern in Auftrag gegeben worden war. Außenminister Steinmeier betonte in seiner Eröffnungsrede, dass nicht nur Kriege, sondern zunehmend auch Umweltschäden Menschen in die Flucht treiben.

Deutsch-französische Signale für den Klimaschutz

Außenminister Steinmeier und Fabius
Außenminister Steinmeier und Fabius© Photothek / Imo

Es war das zweite gemeinsame Signal, dass Deutschland und Frankreich innerhalb kurzer Zeit für den Klimaschutz gesetzt haben. Bereits am 21.09. waren die Außenminister Steinmeier und Fabius gemeinsam nach Bangladesch gereist, einem besonders vom Klimawandel bedrohten Land. Dort droht ein Fünftel des dicht besiedelten Staatsgebietes zu versinken, sollte der Meeresspiegel aufgrund schmelzender Polkappen weiter steigen. Deutschland unterstützt so Frankreich bei seinen Bemühungen um eine verbindliche Klimavereinbarung, die das Ergebnis der Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris sein soll.

Schutz fragiler Staaten vor den Folgen des Klimawandels

Die Veranstaltung am Rande der UN-Generalversammlung war außerordentlich hochrangig besucht. Im voll besetzten Saal im Deutschen Haus in Manhattan waren unter anderem Premierminister, Vize-Premierminister, rund 20 Außen- und Umweltminister und der EU-Kommissar für Klima und Energie Canete zugegen. Zur Diskussion stand die Studie „A New Climate for Peace“, die vor einigen Monaten von den G7 Außenministern in Auftrag gegeben wurde. Sie dreht sich vor allem um die Frage der Resilienz - also wie insbesondere fragile Staaten für die sicherheitspolitischen Bedrohungen durch den Klimawandel gewappnet werden können. Außenminister Steinmeier betonte in seiner Eröffnungsrede: „Diese Herausforderung geht weit über die Staaten hinaus, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Es ist eine gemeinsame Herausforderung.“

Einsatz für ein verbindliches globales Klimaabkommen

Emissionsfreie Energien sind für den Klimaschutz essenziell
Emissionsfreie Energien sind für den Klimaschutz essenziell© Photothek / Imo

Der französische Außenminister Fabius warnte in seinem Beitrag davor, kurzfristige Sicherheitsrisiken prioritär vor den langfristigen zu behandeln. Der Klimawandel sei nicht nur unter Umweltaspekten, sondern als Sicherheitsproblem zu verstehen. Dieses gehe mit hohen ökonomischen und sozialen Kosten einher. In Paris müsse daher unbedingt ein Abkommen erreicht werden, das den globalen Temperaturanstieg begrenzt. Ähnlich äußerte sich auch der Außenminister von Bangladesch, Mahmood Ali. In seinem Land seien bereits ungewöhnliche Regenfälle spürbar und Millionen Menschen unmittelbar von der Erderwärmung bedroht.

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem französischen Außenminister Fabius im Anschluss an die Veranstaltung betonte Steinmeier, dass der Klimawandel bei der aktuellen Debatte um Ursachen von Flucht und Vertreibung nicht vernachlässigt werden dürfe. Menschen würden nicht nur durch Krieg und Bürgerkrieg, sondern zunehmend auch wegen Umweltschäden wie Wüstenausbreitung und Überschwemmungen ihre Heimat verlieren. Es sei daher wichtig gewesen, im Vorlauf zur Weltklimakonferenz „COP 21“ in Paris Aufmerksamkeit für dieses Thema zu generieren. Denn: „Wir müssen unser großes gemeinsames Ziel erreichen, eine globale verbindliche Vereinbarung für die Nicht-Überschreitung des Zwei-Grad-Zieles.“

Zum Weiterlesen

Gemeinsame Reise der Außenminister Steinmeier und Fabius nach Bangladesch

Die Studie „A New Climate for Peace“ (Englisch)

Deutsche Klimaaußenpolitik

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