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G7: Zusammenarbeit auf Basis gemeinsamer Werte

Außenministerin Annalena Baerbock mit ihren Amtskolleginnen Elizabeth Truss und Melanie Joly aus Großbritannien und Kanada beim G7-Außenministerinnen- und Minister in Liverpool (Dezember 2021)

Außenministerin Annalena Baerbock mit ihren Amtskolleginnen Elizabeth Truss und Melanie Joly aus Großbritannien und Kanada beim G7-Außenministerinnen- und Minister in Liverpool (Dezember 2021), © Thomas Koehler/photothek.de

30.12.2021 - Artikel

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die Vereinigten Staaten arbeiten zusammen in der Gruppe der Sieben (G7). Themen sind Weltwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklung und Klima. 2022 hat Deutschland die Präsidentschaft.

Der deutsche G7-Vorsitz 2022

Der Vorsitz bzw. die Präsidentschaft der G7 rotiert jährlich unter den Mitgliedern. Deutschland übernimmt ab dem 1. Januar 2022 die G7-Präsidentschaft von Großbritannien. Zentrale Themen des deutschen Präsidentschaftsprogrammsind u.a. ein konsequenter Einsatz für offene, widerstandsfähige demokratische Gesellschaften und für Menschenrechte, die Schaffung starker Allianzen für den Schutz von Klima und Umwelt sowie der globalen Gesundheit und der Ausbau von Entwicklungspartnerschaften zur Förderung nachhaltiger Entwicklung und Infrastruktur. Neben der engen Abstimmung zu aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Krisen werden die G7- Außenministerinnen und Außenminister zusätzliche Schwerpunkte im Sinne einer Präventions- und Transformationsagenda setzen.

Am 1. Januar 2023 wird Japan den Vorsitz der G7 von Deutschland übernehmen.

G7-Prozess: Mehr als ein jährlicher Gipfel

Der sichtbarste Teil des Gipfel-Prozesses sind die jährlichen Gipfeltreffen, zu denen die Präsidentschaft die Staats- und Regierungschefs üblicherweise zur Jahresmitte einlädt. Diese Treffen bieten die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch Standpunkte auszutauschen und gemeinsame Initiativen zu lancieren. Der G7-Gipfel 2022 wird vom 26. bis 28. Juni 2022 in Schloss Elmau in den bayerischen Alpen stattfinden.

Treffen der G7-Außenministerinnen und -Außenminister finden seit 1984 am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Seit 1998 gibt es im Mai ein zusätzliches Treffen, bei dem üblicherweise ein umfangreiches „Kommuniqué“ zu aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Themen verabschiedet wird. Zuletzt wurden vermehrt Gäste zum erweiterten Austausch hinzugeladen. Zusätzlich zu diesen Treffen auf Ebene der Außenministerinnen und -minister stimmen sich die G7 eng und regelmäßig auf allen Ebenen ab, z.B. in themenbezogenen Arbeitsgruppen. Das Auswärtige Amt unterstützt bei ressortübergreifenden Themen mit Außenbezug zudem den G7-Sherpastab im Bundeskanzleramt durch die sogenannten Foreign Affairs Sous Sherpas (FASS).

Breite Themenpalette in den Ministersträngen

Anfänglich stand der Austausch zu Finanz- und Währungsfragen im Zentrum. Mittlerweile ist die thematische Bandbreite stark angewachsen: Neben dem „Track“ der Staats- und Regierungschefs gibt es mehrere Ministerstränge, u.a. Auswärtiges, Digitales und Technologie, Finanzen, Gesundheit, Handel, Inneres, Klima und Energie sowie Verkehr.

G7: Wertepartner seit 1975

In den 1970er-Jahren veränderte sich die Weltwirtschaft gravierend: die erste Ölkrise erschütterte die Märkte und das System fester Wechselkurse zeigte durch den anwachsenden Welthandel immer größere Schwachstellen. Zum ersten Mal trafen deshalb 1975 die Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA auf Schloss Rambouillet in Frankreich zu einem „Weltwirtschaftsgipfel“ zusammen. Mit der Teilnahme Kanadas im darauffolgenden Jahr war die Gruppe der G7 komplett. Seit 1977 nimmt auch die EU an den jährlichen Treffen teil. Russland war von 1998 bis zur illegalen Annexion der Krim im Jahr 2014 Teil der Gruppe.

Die G7 bieten dabei ein Forum zum informellen - und damit sehr offenen - Austausch zu aktuellen Herausforderungen. Die gemeinsamen Werte verbinden die teilnehmenden wirtschaftsstarken Demokratien hierbei und ermöglichen auch für die Öffentlichkeit vielfach eine klare Positionierung z.B. zu akuten Krisen in der Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei sind die G7 keine internationale Organisation und verfügen über keine festen Strukturen wie ein Sekretariat, der Vorsitz organisiert die Vorbereitung insbesondere der Ministertreffen und des Gipfels jedoch zumeist in Arbeitsgruppen.

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