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"Meisterwerk der Baukunst": Kloster Corvey ist Weltkulturerbe

26.05.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier und Staatsministerin Böhmer haben dem ehemaligen Kloster am 26.05. die UNESCO-Urkunde zur Eintragung in die Welterbeliste übergeben.

Außenminister Steinmeier bei seiner Ansprache vor dem ehemaligen Kloster Corvey
Außenminister Steinmeier bei seiner Ansprache vor dem ehemaligen Kloster Corvey© Photothek/Trutschel

Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey in Höxter werden in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen - das hat das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner 38. Sitzung in Doha/Katar entschieden. Im Beisein von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichten Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Staatsministerin Maria Böhmer heute (26. Mai) feierlich die UNESCO-Urkunde an die Eigentümer. In seiner Ansprache betonte Steinmeier, man brauche Zeugnisse der Geschichte wie Corvey, um sich in der Welt heute zur verorten und zurecht zu finden.

"Ein echtes Meisterwerk der Baukunst im Fränkischen Reich!" - so bezeichnete Außenminister Steinmeier das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey in einem Interview mit der Neuen Westfälischen Zeitung.

Übergabe der Urkunden an die Eigentümer, Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, und Ludger Eilebrecht, Pfarrdechant der Kirchengemeinde
Übergabe der Urkunden an die Eigentümer, Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, und Ludger Eilebrecht, Pfarrdechant der Kirchengemeinde© Photothek/Trutschel

Corvey gehörte zu den einflussreichsten Klöstern des Frankenreiches: Es hatte nicht nur geistige und geistliche Funktionen im Hinblick auf die Missionierung Sachsens, sondern auch politische und wirtschaftliche Bedeutung als Vorposten des Fränkischen Reiches am Rande der damaligen christlichen Welt. Die Stadt Corvey, die sich vor den Klostertoren entwickelt hatte und 1265 zerstört wurde, gilt als "westfälisches Pompei" und gibt Aufschluss über die Strukturen einer Siedlung aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Steinmeier selbst stammt aus Ostwestfalen und kennt das Kloster Corvey bereits aus seiner Grundschulzeit. Am 26.05. überreichte er gemeinsam mit Staatsministerin Böhmer die UNESCO-Urkunde zur Eintragung in die Welterbeliste. Corvey ist damit die 39. Welterbestätte in Deutschland.

Kulturstätten als Teil der Identität

Der Außenminister betonte in seiner Ansprache, dass wir in einer Zeit lebten, in der uns fast täglich Bilder drohender Zerstörung von Welterbestätten erreichten - beispielsweise aus Palmyra in Syrien. In solchen Zeiten werde uns der Wert von Kulturerhalt immer stärker bewusst, so Steinmeier:

Kloster Corvey ist wie Palmyra einer der Stätten, an denen uns bewusst wird, woher wir kommen, auf welchen Schultern wir stehen, wo die entscheidenden Entwicklungsschritte der Menschheit stattgefunden haben, die Teil unserer Identität geworden sind.
Die Plakette der UNESCO schmückt auch das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey
Die Plakette der UNESCO schmückt auch das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey© Photothek/Trutschel

Man brauche solche Zeugnisse der Geschichte, so Steinmeier weiter, um sich in der heutigen Welt zu verorten und zurecht zu finden. Der Außenminister dankte "denen, die über Jahre hinweg mit nie nachlassender Leidenschaft, viel Zeit, guten Nerven und großer Beharrlichkeit für die Anerkennung geworben, gearbeitet und gestritten haben."

Auf die Anerkennung des Westwerks und der Civitas Corvey als Weltkulturerbe dürfe heute ganz Deutschland stolz sein - ganz besonders aber Ostwestfalen.

Weitere Informationen

"Corvey ist einzigartig"-Interview mit der Neuen Westfälischen Zeitung (26.05.)

Rede von Außenminister Steinmeier anlässlich der Übergabe der UNESCO-Urkundezur Eintragung des Karolingischen Westwerks und der Civitas Corvey in die Welterbeliste (26.05.)

Kulturgüter besser schützen: Namensartikel von Staatsministerin Maria Böhmer in der WELT (26.05.)

UNESCO-Welterbestätten in Deutschland

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