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Staatsministerin zu Besuch in der Türkei

07.05.2015 - Artikel

Staatsministerin Böhmer hat die UNESCO-Welterbestätte Pergamon sowie Izmir und Antakya in der Türkei besucht. Böhmer hat derzeit den Vorsitz des Welterbekomitees der UNESCO inne.

Staatsministerin Maria Böhmer ist vom 27. bis 30. April nach Pergamon, Izmir und Antakya in der Türkei gereist. Unter anderem besuchte sie die UNESCO-Welterbestätte Pergamon. Böhmer ist derzeit Vorsitzende des Welterbekomitees der UNESCO.

Staatsministerin Böhmer besucht Pergamon
Staatsministerin Böhmer besucht Pergamon© AA

Vom Besuch der UNESCO-Welterbestätte Pergamon in Begleitung der Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Professorin Friederike Fless, zeigte sich Böhmer beeindruckt. Gemeinsam mit dem Leiter der Ausgrabungen in Pergamon und Direktor des DAI Istanbul, Professor Felix Pirson, besichtigte sie das weitläufige Gelände von der Akropolis über die Stadtanlage, das Theater bis zur Oberen Agora. Pergamon ist seit über 100 Jahren Forschungsstätte des DAI.

UNESCO-Welterbestätte Pergamon

Ihre Eindrücke schilderte Böhmer wie folgt: „Die Einzigartigkeit von Pergamon vor Ort zu erleben, ist faszinierend. Die Altstadt von Bergama und die Ruinen auf dem Burgberg lassen die gesamte Geschichte des Ortes von den Überresten bronzezeitlicher Mauern bis zur aktuellen Stadtbebauung als 'Multi-Layered Cultural Landscape' zu Tage treten.“ Es sei dieses Gesamtkonzept gewesen, das ausschlaggebend war für die erfolgreiche Nominierung. Dank der guten Zusammenarbeit und engen Abstimmung zwischen Deutschland und der Türkei sei die Bewerbung gemeinsam zum Erfolg geführt worden, führte Böhmer aus.

Laut Böhmer zeige sich an Pergamon, wie sehr sich die Möglichkeiten und Perspektiven der Forschung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hätten. So brächten neue technische Methoden im Bereich der Fernerkundung, im Messverfahren und in der geophysikalischen Prospektion neue Forschungsfragen auf.

Besuch im syrischen Flüchtlingslager in Antakya

Im Flüchtlingslager Altinözü II an der türkisch-syrischen Grenze
Im Flüchtlingslager Altinözü II an der türkisch-syrischen Grenze© AA
Böhmer im Gespräch mit Flüchtlingskindern in der Schule des Flüchtlingslagers Altinözü II
Böhmer im Gespräch mit Flüchtlingskindern in der Schule des Flüchtlingslagers Altinözü II© AA

Am 28. April ging es für Böhmer weiter nach Antakya. Im Flüchtlingslager „Altinözü II Bognuyogun“ machte sie sich gemeinsam mit der Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Donata Schenck zu Schweinsberg, ein Bild von der Situation der überwiegend syrischen Flüchtlinge. Das Zeltlager, das unmittelbar an der syrischen Grenze liegt, bietet 3.000 Flüchtlingen Schutz, unter ihnen sind 600 Kinder.

Beim Rundgang durch die Krankenstation, die Schule und die Zelte bot sich die Gelegenheit zum Gespräch mit einzelnen Flüchtlingsfamilien. Diese berichteten Böhmer von ihren furchtbaren Erlebnissen im syrischen Bürgerkrieg, dem Verlust von Angehörigen, von Hab und Gut wie auch von der großen Hilfe der türkischen Seite in der gegenwärtigen Situation.

Staatsministerin Böhmer zeigte sich beeindruckt von der türkischen Unterstützung für die Bürgerkriegsflüchtlinge: „Mittlerweile leben ca. 270.000 Flüchtlinge in der Region von Antakya. Bei ihrer Unterbringung, Unterstützung und Betreuung zeigen sowohl die Provinz Hatay als auch die Stadt Antakya eine beispiellose Aufnahmebereitschaft. Diese Leistung muss noch viel stärker gewürdigt werden. Dafür will ich mich bei den türkischen Behörden und Organisationen herzlich bedanken!“

Miteinander der Kulturen in Antakya

Böhmer mit dem Oberbürgermeister von Antakya, Dr. Lütfü Savas (re.) und dem Gouverneur der Provinz Hatay, Ercan Topaca (li.)
Böhmer mit dem Oberbürgermeister von Antakya, Dr. Lütfü Savas (re.) und dem Gouverneur der Provinz Hatay, Ercan Topaca (li.)© AA

Am 29. April wurde Böhmer die Ehrenbürgerschaft der Stadt Antakya verliehen. Beim abendlichen Festakt äußerte Böhmer in ihrer Dankesrede: „Antakya ist die Stadt der drei Kulturen: Seit Jahrhunderten leben hier Christen, Juden und Muslime friedlich zusammen. Toleranz und Verständigung haben die Brücken zwischen ihnen gebaut und gefestigt. Ich bin tief beeindruckt von dem Miteinander der Religionen und Kulturen in Antakya“.

Dafür stehe auch der weitbekannte „Chor der Zivilisationen mit seinen einzigartigen Stimmen“. Böhmer fühle sich sehr verbunden mit dieser Stadt, die sie vor sechs Jahren erstmals besucht habe – „auf den Spuren der Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um in Deutschland zu arbeiten“. Viele von ihnen seien mittlerweile zurückgekehrt. Sie bildeten nun „ein festes und vertrauensvolles Band zwischen Deutschland und der Türkei“.

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