Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Europäische Zivilgesellschaft im Auswärtigen Amt zum „Dialogue on Europe“

28.06.2016 - Artikel

Der langfristig angelegte Dialog der europäischen Zivilgesellschaften des Progressiven Zentrums hat zum Ziel: „Vertrauen zurückgewinnen und Europa neu definieren in schwierigen Zeiten.“

„Vertrauen zurückgewinnen und Europa neu definieren in schwierigen Zeiten“ - unter diesem Titel steht der langfristig angelegte transnationale Dialog der Zivilgesellschaften, den das Progressive Zentrum im Auftrag des Auswärtigen Amts organisiert. Das über zwei Jahre laufende Projekt ging am Dienstag (28.6.) in seine zweite Phase. Vor über 150 Teilnehmenden mahnte Außenminister Steinmeier: „Europa wird nur funktionieren, wenn es ein Europa der Bürger ist!“

Der Europasaal des Auswärtigen Amts war voll besetzt
Der Europasaal des Auswärtigen Amts war voll besetzt© Auswärtiges Amt

Kernbotschaften von Solidarität und sozialem Zusammenhalt

Das Projekt läuft schon seit Ende 2015 - in der ersten Phase gab es „Townhall Meetings“ in Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und Spanien. Nun, wenige Tage vor der Auftaktverstaltung zur nächsten Phase, sind die Zeiten für Europa unverhofft schwieriger geworden: Nach dem britischen Referendum gegen den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union wird die Debatte um die Zukunft Europas noch einmal dringlicher und wichtiger.

Zum Beginn der zweiten Phase kamen nun rund 150 Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft ins Auswärtige Amt. In seiner Eröffnungsrede plädierte Europa-Staatsminister Michael Roth für einen mutigeren Kampf gegen Populismus und Nationalismus in Europa. Dabei komme den „Kernbotschaften der EU von Solidarität und sozialem Zusammenhalt“ eine wichtige Rolle zu. „Europa kann auf Dauer nur bestehen, wenn aus dem vermeintlichen Elitenprojekt endlich wieder eine breitere Bürgerbewegung wird“, so Roth weiter.

Unfreiwillig passender Zeitpunkt

Außenminister Steinmeier sprach zum Abschluss der Veranstaltung
Außenminister Steinmeier sprach zum Abschluss der Veranstaltung© Auswärtiges Amt

Außenminister Steinmeier ergriff zum Abschluss der Veranstaltung das Wort. Mit dem Ausgang des britischen Referendums komme die Veranstaltung unfreiwillig „zum bestmöglichen Zeitpunkt“. Die Teilnehmenden zeigten den notwendigen „Mut, sich nicht von der Krisenstimmung absorbieren zu lassen“ - und dies sei auch notwendig, denn „gerade jetzt braucht Europa frische Ideen!“ Dabei könne Europa nur funktionieren, wenn es ein Europa der Bürger ist.

Aus Steinmeiers Sicht kommt es jetzt auf drei Dinge an. Erstens: Haltung zeigen. Es gebe allen Grund, auf das Erreichte in der europäischen Einigung stolz zu sein und diese fortzuführen. Schließlich blickt Europa auf die längste Friedensperiode der jüngeren Geschichte zurück. Zweitens: Europa zusammenhalten. Dabei trage Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung. Und drittens: Sich ehrlich machen. Für den weiteren Integrationsweg brauche es eine flexiblere Union. Denn, so Steinmeier: „Niemand ist ein schlechterer Europäer, weil er auf diesem Weg langsamer voranschreiten will.“

Auftakt zu den „Thinking Labs“

Für den Dialogue on Europe geht es nun ans Eingemachte. Über die nächsten zwölf Monate werden multilaterale „Thinking Labs“ zu den Themen nachhaltiges Wachstum, Migration und Integration, Populismus sowie soziale Kohäsion konkrete Vorschläge erarbeiten. Die Ergebnisse werden dann in der zweiten Jahreshälfte 2017 der Öffentlichkeit präsentiert.

Zum Weiterlesen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben