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Kein Platz für Rassismus und Vorurteile: Europa als Ort gelebter Vielfalt und Toleranz

03.12.2015 - Artikel

Unter der Schirmherrschaft von Staatsminister für Europa Michael Roth fand am 1. Dezember im Auswärtigen Amt eine Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus statt.

Unter der Schirmherrschaft von Staatsminister für Europa Michael Roth fand am 1. Dezember im Auswärtigen Amt eine Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus statt. Die Open Society Foundations, die Schwarzkopf Stiftung und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gingen mit internationalen Gästen der Frage nach, warum es in Europa nach wie vor Vorurteile und Stigmatisierung der Sinti und Roma Minderheit gibt. Immer noch fehle es an Bewusstsein für die Ursachen von Diskriminierung und für den Holocaust an Sinti und Roma.

Staatsminister Roth bei der Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus
Staatsminister Roth bei der Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus© Thorsten Futh/ Redux/ laif for the Open Society Foundations

In verschiedenen Workshops zu politischer Bildung, der Verantwortung von Wissenschaft und öffentlicher Institutionen, der Förderung des Dialogs in der Gesellschaft wurde engagiert diskutiert, wie Integration und Teilhabe von Sinti und Roma verbessert werden kann.

Zum Abschluss fand ein Gespräch mit Staatsminister Michael Roth, dem Sprecher für Menschenrechte der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag, Frank Schwabe, der Roma Aktivistin Anna Mirga und der Professorin Dr. Ethel Brooks statt. Die Moderation übernahm der Direktor des Open Society Roma Initiatives Büros in Budapest, Zeljko Jovanovic.

Roth: „Platz von Sinti und Roma ist in der Mitte Europas“

Teilnehmer der Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus
Teilnehmer der Konferenz zur Überwindung des Antiziganismus© Thorsten Futh/ Redux/ laif for the Open Society Foundations

Für Staatsminister Roth steht außer Frage: „Der Platz von Sinti und Roma ist in der Mitte Europas. Die EU ist als Wertegemeinschaft dem Schutz von Grundwerten besonders verschrieben. Wir müssen uns daran messen lassen, wie wir mit Minderheiten umgehen.„

Frank Schwabe ergänzte: „Es sind eben diese Werte, für die wir weltweit bewundert werden. Deshalb müssen auch die Themen Schutz von Minderheiten und der Umgang mit Sinti und Roma öffentlich debattiert werden. Es gehört zu unserem Selbstverständnis und sollte deshalb auch im Parlament engagiert begleitet werden.“

Dr. Ethel Brooks und Anna Mirga betonten die Bedeutung von öffentlichen Institutionen, Zivilgesellschaft und Kultur bei der Überwindung der Diskriminierung von Sinti und Roma. Roth unterstrich: „Wir müssen uns vor allem den jungen Menschen verpflichtet fühlen. Ich träume von einem Europa, in dem sich niemand schämt zu sagen, dass er Roma ist.“

Bekämpfung des Antiziganismus ist europäische Aufgabe

Panel-Diskussion über Antiziganismus
Panel-Diskussion über Antiziganismus© Thorsten Futh/ Redux/ laif for the Open Society Foundations

Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit ihrer Erwartungen zu formulieren. Roth erwiderte, dass es in der Tat noch viel zu tun gebe, mahnte jedoch an, dass niemand mit erhobenem Zeigefinger durch Europa gehen solle.

„Die Bekämpfung der Ressentiments gegen Sinti und Roma ist eine gemeinsame europäische Aufgabe. Deutschland steht dabei sicher in besonderer Verpflichtung, da der Hass gegen Sinti und Roma seinen barbarischen Höhepunkt unter dem Naziregime in Deutschland fand. Das Gedenken an Verfolgung und Ermordung müssen wir wach halten. Hier gilt mein besonderer Dank dem Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland. Um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, müssen wir jetzt endlich positive Beispiele in den Blick nehmen, wie gesellschaftliche Integration gelingen kann. Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung für uns alle“, schloss Roth.

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