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Europa braucht Geschichten: Buchpremiere zum Literarischen Manifest "Europa - Traum und Wirklichkeit"

18.03.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am 17.03. im Deutschen Theater gemeinsam mit europäischen Autoren über den Zustand und die Zukunft Europas diskutiert.

Außenminister Steinmeier hat am 17.03. im Deutschen Theater gemeinsam mit europäischen Autoren über den Zustand und die Zukunft Europas diskutiert. Anlass war die Vorstellung des literarischen Manifests "Europa - Traum und Wirklichkeit". Das Manifest ist ein Ergebnis der von Steinmeier initiierten Europäischen Schriftstellerkonferenz, die im Mai 2014 in Berlin stattgefunden und 30 Autoren aus 24 Ländern vereint hatte.

Buchvorstellung im deutschen Museum
Buchvorstellung im deutschen Museum© Photothek/Trutschel

"Europa kann man nur von jenseits des Ozeans aus sehen: Von Peking, Buenos Aires und Kinshasa aus sieht man es gut. Aber man kann Europa nicht von Berlin, Ljubljana, Odessa oder Sarajewo aus sehen, weil zuviel Deutschland, Slowenien, zuviel Ukraine und Bosnien im Weg stehen. Deshalb haben die Menschen in Europa nicht die geringste Ahnung davon, wie Europa aussieht. Und deshalb ist Europa immer noch Europas größtes Geheimnis."

Das schreibt Goran Vojnovic, Teilnehmer der Europäischen Schriftstellerkonferenz im Mai 2014. Gemeinsam mit 30 Autoren aus 24 europäischen Ländern diskutiere er im vergangenen Jahr darüber, wer oder was Europa ist und wie die Zukunft des Kontinents aussieht. Die Ergebnisse der Konferenz haben die Autoren nun in einem Buch zusammengefasst: "Europa - Traum und Wirklichkeit" ist ein literarisches Manifest, das die Stimmen, Ideen und Träume der beteiligten Autoren aufgreift.

Keine europäische Einigung ohne europäische Geschichten

Bereits im Vorfeld der Buchpremiere sagte Außenminister Steinmeier, das Buch selbst sei ein europäisches Gemeinschaftsprojekt, das uns eine wichtige Tatsache in Erinnerung rufe:

Die vor 25 Jahren vollendete Deutsche Einheit ist nicht denkbar ohne die europäische Einigung. Und die Europäische Einigung ist nicht denkbar ohne europäische Geschichten und Erzählungen, ohne das Nachvollziehen unserer jeweiligen Träume und Traumata.

Kulturelle Brücken spannen

Gerade angesichts zunehmender anti-europäischer Tendenzen müsse man sich darauf besinnen, dass Europa keinen Endzustand habe, sondern immer wieder neu errungen werden müsse - politisch, wirtschaftlich und kulturell. Dazu brauche man insbesondere die Literatur, so Steinmeier weiter:

Die europäische Literatur zeigt eine Vielfalt an Identitäten auf, die Europa bereichern. Sie spannt kulturelle Brücken zwischen unseren Gesellschaften, spiegelt Sorgen, Wünsche und Hoffnungen über und für Europa. Genau dafür steht das Manifest der Europäischen Schriftstellerkonferenz 2014.
Steinmeier diskutiert mit den Autoren Ljubic, Arapi, Spengler, Teller und Dalos
Steinmeier diskutiert mit den Autoren Ljubic, Arapi, Spengler, Teller und Dalos© Photothek/Trutschel

Anlässlich der Buchpremiere trugen Ensemble-Mitglieder des Deutschen Theaters Passagen aus dem literarischen Manifest vor. Im Anschluss diskutierte Außenminister Steinmeier gemeinsam mit den Autoren Tilman Spengler, Lindita Arapi, György Dalos, Nicol Ljubic und Jane Teller über den Zustand und die Zukunft Europas. Ljubic und Spengler sind auch Herausgeber des literarischen Manifests.

Weitere Informationen

Europa - Traum und Wirklichkeit: Außenminister Steinmeier eröffnet Europäische Schriftstellerkonferenz (09.05.2014)

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