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Signal der engen Zusammenarbeit

15.10.2014 - Artikel

Als erster französischer Außenminister hat Laurent Fabius am Mittwoch (15.10.) an einer Kabinettssitzung in Berlin teilgenommen.

Als erster französischer Außenminister hat Laurent Fabius am Mittwoch (15.10.) an einer Kabinettssitzung in Berlin teilgenommen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz bezeichnete sein Amtskollege Frank-Walter Steinmeier diese Premiere als Signal, in Zukunft "so eng wie möglich" zusammenarbeiten zu wollen: Die Welt warte auf eine abgestimmte Reaktion Deutschlands und Frankreichs.

Steinmeier und Fabius im Bundeskabinett
Steinmeier und Fabius im Bundeskabinett© Photothek/Gottschalk

Es war eine historische Premiere: Der französische Außenminister Laurent Fabius ist der erste ausländische Außenminister, der an einer Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin teilgenommen hat. Sein deutscher Amtskollege Steinmeier begleitete ihn in die Kabinettssitzung, in der unter anderem der Bericht der Bundesregierung über die deutsche humanitäre Hilfe im Ausland vorgestellt und die deutsche Beteiligung an der EU Capacity Building Mission (EUCAP) in Mali beschlossen wurde.

Steinmeier hatte bereits im Mai 2014 als erster deutscher Außenminister an einer französischen Kabinettssitzung teilnehmen dürfen.

Gemeinsamer Besuch in der Bundespressekonferenz

Anschließend besuchten Steinmeier und Fabius gemeinsam die Bundespressekonferenz - laut Steinmeier ein "wichtiges Element der deutschen Demokratie" - und stellten sich dort den Fragen der anwesenden Journalisten. Der deutsche Außenminister nannte die gegenseitigen Kabinettsbesuche "eine Premiere für uns beide - und ein Signal, dass wir so eng wie möglich zusammenarbeiten wollen."

Gemeinsamer Besuch der Bundespressekonferenz
Gemeinsamer Besuch der Bundespressekonferenz© Photothek/Gottschalk

Die Welt erwartet deutsch-französische Abstimmung

Die gemeinsamen Reisen nach Moldau, Georgien und Tunesien sowie die abgestimmte Reaktion auf die Krisen in der Ukraine, im Mittleren Osten und in Afrika machten deutlich, so Steinmeier, dass beide Außenministerien in Zukunft noch enger zusammenrücken und operativ enger zusammenarbeiten sollten. Der deutsche Außenminister fügte hinzu:

Die Krisen in der Welt erfordern gemeinsame deutsch-französische Anstrengungen. Aber auch die Überwindung europäischer Krisen kann uns nur gelingen, wenn Deutschland und Frankreich an einem Strang ziehen. Die "Krisen des Anderen", die uns als Nachbarn nichts angehen, gibt es in Europa nicht mehr.

Fabius: Deutschland und Frankreich sind "Schicksalsgemeinschaft"

Fabius bedankte sich für seine Einladung ins Bundeskabinett und nannte Deutschland und Frankreich eine "Schicksalsgemeinschaft", die gerade jetzt angesichts zahlreicher internationaler Krisen besonders notwendig und sichtbar sei. Auch auf diplomatischer Ebene wolle man enger als bisher zusammenarbeiten, so der französische Außenminister: Deutsche und französische Botschafter in kleineren Staaten sollten sich künftig gegenseitig vertreten können.

Fabius bezeichnete die deutsch-französiche Zusammenarbeit in der Außenpolitik in der Tat als so eng, "dass ich Frank-Walters Ehefrau bestätigt habe: Immer, wenn er nicht bei ihr ist, ist er mit mir zusammen!"

Auf dem Weg zum Bundestag
Auf dem Weg zum Bundestag© Photothek/Gottschalk

Nach ihrem Besuch in der Bundespressekonferenz nahmen die Außenminister Steinmeier und Fabius gemeinsam an einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag teil.

Weitere Informationen

"Die Krisen des Anderen gibt es nicht mehr": Beitrag von Außenminister Steinmeier in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (01.10.14) und in Le Figaro (02.10.14) aus Anlass seines Paris-Besuchs am Tag der deutschen Einheit

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