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Wir grillen den Staatssekretär – Review 2014 live in Kreuzberg

15.08.2014 - Artikel

Staatssekretär Steinlein kam am 14.08. zum Grillfest in den Prinzessinnengarten nach Kreuzberg: Mit 30 Studierenden diskutierte er dort über deutsche Außenpolitik.

Am Donnerstag (14.8.) kam Staatssekretär Stephan Steinlein aus dem Auswärtigen Amt zum Grillfest in den Prinzessinnengarten nach Kreuzberg. Mit 30 Studentinnen und Studenten diskutierte er über deutsche Außenpolitik – von den Aufgaben eines Staatssekretärs über den Irak bis hin zu Deutschlands Rolle in der Welt. Und auch er hatte Fragen an die Studierenden.

Donnerstagabend im Prinzessinnengarten in Kreuzberg. Hier soll also der Staatssekretär "gegrillt" werden. Früher lag das Gelände am Moritzplatz brach. Heute ist es einen Garten für urbane Landwirtschaft, in dem die Anwohner Gemüse züchten, Tischtennis spielen oder an der Bar das hauseigene Bier trinken. Ein Experimentierfeld soll dieser Raum sein – und das ist er auch heute Abend. Sowohl für das Auswärtige Amt als auch für die 30 Studierenden, die gekommen sind, um mit Staatssekretär Stephan Steinlein über deutsche Außenpolitik diskutieren.

Erste Review-2014-Diskussion mit Staatssekretär Steinlein

Stephan Steinlein diskutiert mit Studierenden
Stephan Steinlein diskutiert mit Studierenden© AA

"Da bin ich mal gespannt", sagt Steinlein als er das ungewöhnliche Ambiente sieht. Normalerweise trifft er sich mit seinen Gesprächspartnern nicht auf Bierbänken unter freiem Himmel. Auch Pia freut sich auf die Diskussion. Sie hat in Warschau Europastudien studiert und interessiert sich schon lange für Außenpolitik: "Ich erwarte mir ein paar neue, direkte Einblicke und bin gespannt, wie diese unkonventionelle Atmosphäre wirkt".

Dann beginnt die Diskussion. Für den Staatssekretär ist es die erste Veranstaltung im Rahmen des Review-2014-Prozesses.

"Wir reden ja viel mit außenpolitischen Experten – mit Wissenschaftlern, Journalisten, Experten von der SWP. Es ist aber wichtig, auch mit Leuten zu sprechen, mit denen man sonst selten über Außenpolitik diskutiert", sagt er.

Zunächst erzählt Steinlein von seinem persönlichen Werdegang und den Arbeitsalltag eines Staatssekretärs. Auf die aktuellen Krisenherde in der Welt angesprochen sagt er: "Im Moment ist das eine außergewöhnlich schwierige Situation. Man jongliert mit drei oder vier großen Krisen gleichzeitig und man fragt sich: Wie kommen wir wieder raus aus dieser Sackgasse?"

Debatte über Deutschlands Rolle in der Welt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen auch über Deutschlands internationales Engagement sprechen. Ein Student fragt: "In letzter Zeit gab es ja ein paar Reden, in denen Politiker gefordert haben, man solle sich mehr einmischen bei internationalen Konflikten. Haben Sie als Theologe und Wehrdienstverweigerer nicht ein Problem damit?"

"Ich habe kein Problem, auch über militärische Mittel zu diskutieren", antwortet der Staatssekretär. In den angesprochenen Reden sei es aber um alle Facetten von Engagement gegangen, nicht nur um militärisches. Außerdem:

"Man muss sich das klar machen: In einer Zeit, in der die Weltordnung um uns zusammenbricht und die Welt auf Deutschland schaut, kann unsere Rolle nicht mehr die gleiche sein wie früher. Was das heißt, darüber müssen wir ernsthaft reden".

Welches Verhältnis hat Ihre Generation zu den USA?

Auch der Staatssekretär hat Fragen. Er möchte von den Teilnehmern wissen: „Sind die USA noch unser engster Vertrauter? Wie sehen Sie das in Ihrer Generation?“

Steinlein diskutiert mit Studierenden
Steinlein diskutiert mit Studierenden© AA

Die Antworten fallen gemischt aus: „Für mich zählt zunächst mal, dass die EU die engste Vertraute ist. Deutschland sollte sich viel stärker für eine gemeinsame EU-Außenpolitik engagieren. Es ist kein Wille dafür zu erkennen“, kritisiert eine junge Studentin. Ein anderer sagt: „Es ist gerade sehr einfach, Amerika zu kritisieren. Ich ertappe mich selbst dabei, Angst vor den großen USA zu haben, die alles überwachen. Trotzdem bleiben sie ein wichtiger Verbündeter.“

Steinlein hört zu. Er hat Verständnis dafür, dass sich momentan viele Deutsche schwertun mit den USA. Allerdings empfindet er manche Kritik auch als überzogen:

"Man muss sich mit den USA auseinandersetzen, auch kritisch. Aber man sollte sich nicht aufs hohe Ross setzen.“

Beim Grillen wird weiter diskutiert

Steinlein mit Studierenden am Grill
Steinlein mit Studierenden am Grill© AA

Später wird beim gemeinsamen Grillen noch weiter diskutiert. Eva und Thomas, die beide an der Hertie School in Berlin studieren, sind sich uneinig, welchen Nutzen so eine Veranstaltung hat. Eva meint: „Für uns war es schon interessant, aber ich frage mich auch, was sowas bringt. Am Ende kommt doch nichts dabei heraus.“ Thomas widerspricht: „Bei solchen Diskussionen geht es um viele kleine Schritte, durch die man Dinge verändert.“

Pia war mit dem Abend auf jeden Fall zufrieden: „Ich fand die Diskussion sehr interessant, es sollte mehr solcher Formate geben“.

Und auch der Staatssekretär blieb noch für Salat, Gemüse vom Grill und einige interessante Gespräche, bevor er wieder ins Auswärtige Amt fuhr. Die vielen guten Ideen aus dem Prinzessinnengarten nahm er mit.

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