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Unter „Fleischfressern und Vegetariern“: Rückblick Münchner Sicherheitskonferenz

Münchner Sicherheitskonferenz

Münchner Sicherheitskonferenz, © Florian Gaertner/photothek.net

22.02.2018 - Artikel

Die Münchner Sicherheitskonferenz bündelt wie im Brennglas die großen Konflikte der Weltpolitik. „Die Welt steht an einem Abgrund“, diagnostizierte Außenminister Gabriel, und warb zugleich für ein stärkeres weltweites Engagement der Europäischen Union.

In der vergangenen Woche fand vom 16.-18.02. die Münchner Sicherheitskonferenz statt. Sie ist eines der wichtigsten Foren für Außen- und Sicherheitspolitik. Außenminister Gabriel eröffnete das Plenum am Samstag und appellierte eindringlich für ein stärkeres weltweites Engagement der Europäischen Union: „Um in der Welt von morgen unsere Werte, unseren Wohlstand und unsere Sicherheit zu behaupten, müssen wir zusammenstehen“. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, sich militärisch zu engagieren. „Als einziger Vegetarier werden wir es in einer Welt der Fleischfresser verdammt schwer haben“, so Gabriel. 

Außenminister Gabriel trifft Herbert R. McMaster
Außenminister Gabriel trifft Herbert R. McMaster© Florian Gaertner/photothek.net

Bilaterale Gespräche

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz fanden zahlreiche bilaterale Gespräche statt. So sprach der Außenminister mit dem nationalen Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, Herbert McMaster, über die Zukunft des Atomabkommens mit Iran, sowie die schwierige Rolle, die Teheran in der Region einnimmt. Ein Treffen der Politischen Direktoren der E4 + EU mit Iran beschäftigte sich mit der Lage in Jemen. 

Gemeinsame Herausforderungen

Gabriel mit türkischem Außenminister Cavusoglu
Gabriel mit türkischem Außenminister Cavusoglu© Florian Gaertner/photothek.net

Nordkorea, Ukraine, Syrien: die weltweiten Krisenherde spielten eine wichtige Rolle bei diversen bilateralen Terminen des Außenministers am Freitag und Samstag in München. Neben Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow stand auch ein Treffen mit dem Außenminister der Türkei, Mevlüt Çavuşoğlu, an. Besonders besorgt zeigte sich Gabriel gegenüber seinen Gesprächspartnern über die humanitäre Lage in Syrien. Ein Gespräch mit dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Peter Maurer bestätigte diese Sorge. Deutschland unterstützt als einer der größten Geber die landesweiten Maßnahmen der Vereinten Nationen und der IKRK und setzt sich über alle möglichen Gesprächskanäle dafür ein, dass echte Verhandlungen für politische Lösung begonnen werden.

Außenminister Gabriel und Frans Timmermans, Vizepräsident der Europäischen Kommission
Außenminister Gabriel und Frans Timmermans, Vizepräsident der Europäischen Kommission© Florian Gaertner/photothek.net

„Europa ist nicht alles, aber ohne Europa ist alles nichts“

Zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs der Münchner Sicherheitskonferenz traf der Außenminister den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans. Gabriel sicherte ihm Deutschlands Unterstützung bei der Stärkung Europas zu, damit Europa seine Interessen in der Welt wahrnehmen kann. Er zeigte sich in München überzeugt: „Wir brauchen einen europäischen Moment. Nicht nur weil Europa unser bester Halt zur Selbstbehauptung in der Welt des Wettbewerbs ist. Sondern vor allem auch, weil es unserer tiefen Überzeugung entspricht, auf Kooperation anstatt auf Konfrontation zu setzen.“

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