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Was wäre wenn? Kunst von Manaf Halbouni stößt Debatten an

Der Künstler Manaf Halbouni posiert vor einem seiner Bilder.

Manaf Halbouni im Dachatelier des Auswärtigen Amts, © Auswärtiges Amt

25.10.2018 - Artikel

Der deutsch-syrische Künstler ist in 2018 der dritte „AArtist in Residence“ im Dachatelier des Auswärtigen Amts.

Foto des Kunstwerks Monument: Drei waagerecht aufgestellte Busse vor der Frauenkirche in Dresden
„Monument“ von Manaf Halbouni vor der Frauenkirche in Dresden© Manaf Halbouni

Manaf Halbouni setzt sich in seinen Arbeiten mit aktuellen (außen-)politischen Diskussionen auseinander. In der internationalen Kunstszene wurde er mit der Installation „Monument“ bekannt: Drei Busse, die hochkant vor der Frauenkirche in Dresden und dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt wurden. Der gebürtige Damaszener transportierte aus dem Krieg in Syrien bekannte Bilder nach Deutschland und schuf so ein Mahnmal gegen den Krieg. Als Inspiration dienten ihm Bilder von zum Schutz der Anwohner vor Scharfschützen umfunktionierten Buswracks in der syrischen Stadt Aleppo.

Was wäre wenn? What if?

Während der drei Monate andauernden Residenz wird Halbouni sein Projekt „What if?“ weiterentwickeln. „What if?“ inszeniert einen anderen Ablauf der Geschichte und beschreibt eine Zukunft, in der in einem bestimmten Jahr zu einer bestimmten Zeit die Geschichte anders gelaufen ist. Von dem Gedankenspiel ausgehend, dass die Industrielle Revolution nicht in Europa, sondern vom Osmanischen Reich und dem arabischen Raum ausging, und lässt Halbouni fiktive Generäle und Diktatoren auf alten Landkarten und in Videoinstallationen die Eroberung der Welt planen. Zusätzlich schreibt er an der Biographie eines fiktiven Generals namens Yusef Hadid. Das Schreiben wird ihn während seines Aufenthalts im Auswärtigen Amt nach eigenen Angaben hauptsächlich beschäftigen.

AArtist in Residence

Fünf Personen schauen auf Kunstwerke von Manaf Halbouni
Besucher des Artist Talk mit Manaf Halbouni© Holger Biermann/lvbg

„AArtist in Residence“ ist seit 2016 Residenzprogramm des Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg). Jedes Jahr werden durch eine unabhängige Expertenjury drei Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. Sie können drei Monate lang das Dachatelier des Auswärtigen Amts nutzen und erhalten ein Stipendium für ihren Arbeitsaufenthalt. Bei öffentlichen Veranstaltungen, die jeweils auf dieser Seite angekündigt werden, haben die Künstler die Gelegenheit, ihre Arbeit zu präsentieren. Am Ende des Jahresprogramms werden die produzierten Arbeiten in einem Katalog zusammengefasst und veröffentlicht. Die Residenz richtet sich vor allem an Künstler, die aus dem Ausland stammen oder die sich in ihrer Arbeit intensiv mit globalen Themen auseinandersetzen.

Weitere Stipendiaten 2018 waren die Installations-, Video- und Performancekünstlerin Yvon Chabrowski und der Maler, Fotograf und Filmemacher Walter Yu.

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