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Späte Anerkennung – Deutsche Rentenzahlungen für Zwangsarbeit in polnischen Ghettos

05.03.2015 - Artikel

Der Bundesrat stimmte heute (05.03.) dem deutsch-polnischen "Abkommen zum Export besonderer Leistungen für berechtigte Personen, die im Hoheitsgebiet der Republik Polen wohnhaft sind" zu. Damit können auch in Polen lebende ehemalige Ghettobeschäftigte deutsche Rentenleistungen für die Arbeit erhalten, die sie in einem Ghetto leisten musste (sogenannte Ghetto-Renten).

Hierzu erklärte Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburgs und Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit:

"Ich bin froh und erleichtert darüber, dass die hoch betagten ehemaligen NS-Zwangsarbeiter in Polen endlich zu ihrem Recht auf eine Rente kommen. Diese Entscheidung war längst überfällig. Ich weiß auch, dass sie 70 Jahre nach Kriegsende für viele Betroffene nicht mehr rechtzeitig kommt. Trotzdem ist es gut, dass die noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter in Polen jetzt doch noch Anerkennung erfahren. Nun kommt es darauf an, dass die Renten schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden."

Berechtigte erhalten monatlich im Durchschnitt rund 200 Euro "Ghettorente". Wie viele Menschen in Polen einen Anspruch auf Zahlung haben, ist nicht bekannt. Bis Ende Februar waren bei der Deutschen Rentenversicherung etwa 500 Anträge eingegangen. In der Vergangenheit hatten rechtliche Hürden die deutschen Rentenzahlungen an diese Menschen verhindert.

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