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Gabriel in Kuwait: Unterstützung für regionale Vermittlerrolle

19.04.2017 - Artikel

Das Emirat Kuwait ist mit knapp 18.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Rheinland-Pfalz. Mitten in einer krisengeschüttelten Region gelegen, nimmt das Land jedoch eine wichtige Vermittlerrolle ein. Außenminister Sigmar Gabriel hat bei seinem Besuch am Dienstag (18.04.) seine Bewunderung für die unermüdlichen Bemühungen der kuwaitischen Diplomatie geäußert.

Außenminister Sigmar Gabriel bei Ankunft auf dem Flughafen in Kuwait.
Außenminister Sigmar Gabriel bei Ankunft auf dem Flughafen in Kuwait.© Florian Gaertner/photothek.de

Keine militärische Lösung für Syrien

„Erstaunlich und außerordentlich erfreulich“ – so bewertete Gabriel nach seinem Gespräch mit Außenminister Scheich Sabah Al-Khaled Al-Hamad Al-Sabah die Tatsache, dass sich beide Länder bei der Beurteilung der Lage in Syrien so einig seien. Denn Deutschland und Kuwait weisen sehr unterschiedliche gesellschaftliche und politische Strukturen auf. Dennoch bestehe Einigkeit: Eine militärische Lösung kann es für Syrien nicht geben. Daher wollen beide weiter alles dafür tun, dass alle relevanten Staaten wie etwa die USA, Russland und Syriens Nachbarländer unter dem Dach der Vereinten Nationen an den Verhandlungstisch kommen.

Im Gespräch mit Scheich Sabah Al-Khaled Al-Hamad Al-Sabah
Im Gespräch mit Scheich Sabah Al-Khaled Al-Hamad Al-Sabah© Florian Gaertner/photothek.de

Drohende humanitäre Katastrophe in Jemen

Auch mit Blick auf die Krise in Jemen machte Gabriel deutlich, dass Deutschland die kuwaitischen Vermittlungsbemühungen unterstützt. Insbesondere bewundere er den Versuch, „als Mitglied des Golfkooperationsrates im schwierigen Verhältnis mit Iran zu neuer Verständigung und einem friedlichen Miteinander zu kommen“, sagte Gabriel. Kuwait ist hier nicht nur als Vermittler aktiv, sondern engagiert sich auch stark in der humanitären Hilfe für die notleidende jemenitische Bevölkerung. Er würde sich wünschen, dass viele andere Länder so großzügig Hilfe leisteten wie Kuwait, sagte der deutsche Außenminister.

Gemeinsame Pressekonferenz der Außenminister
Gemeinsame Pressekonferenz der Außenminister© Florian Gaertner/photothek.de

Mehr Mittelstand am Golf

Mit Blick auf die bilateralen Beziehungen äußerte Gabriel den Wunsch, die wirtschaftliche Kooperation noch weiter auszubauen. Schon heute ist Deutschland unangefochten der wichtigste Handelspartner Kuwaits in der Europäischen Union. Zahlreiche deutsche Firmen sind in dem Golfstaat investiert und umgekehrt. Für die Zukunft nannte Gabriel das Ziel, neben den bekannten deutschen Großunternehmen besonders auch mittelständische Firmen für Investitionen in Kuwait zu animieren. Unter dem Titel „New Kuwait“ läuft derzeit ein ambitioniertes Programm zur Diversifizierung der einheimischen Wirtschaft, um die Abhängigkeit von Ölexporten zu reduzieren. Das eröffnet auch deutschen Anbietern wertvolle Gelegenheiten, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien.

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