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Trendige Tropen

12.02.2013 - Artikel

Die Kulturreferentin an der Deutschen Botschaft Luanda über einen Höhepunkt ihrer Arbeit: die Organisation des europäisch-angolanischen DJ-Festivals.

Die Kulturreferentin der Deutschen Botschaft in Luanda (Angola), Lena Viebrock, berichtet von einem Höhepunkt ihrer Arbeit: dem europäisch-angolanischen DJ-Festival União Electrónica.

Tropenarbeitszeiten und inhaltliche Vielfalt

Tropenarbeitszeiten in Luanda
Tropenarbeitszeiten in Luanda© Lena Viebrock

Der Tag einer Kulturreferentin an der Deutschen Botschaft in Luanda beginnt um sechs Uhr in der Früh: Tropenarbeitszeit! Mit einem Kollegen steigen wir die zehn Minuten bergab durch Dreck und Staub, eine wohlüberlegte Alternative zu gern mal einer Stunde Autofahrt durch Luandas Verkehrskollaps am Nachmittag. Im Büro wird als allererstes die Klimaanlage eingeschaltet. Und das war's dann auch schon an Routine in dem nun beginnenden Arbeitstag.

Die Botschaft Luanda ist eine vergleichsweise kleine Auslandsvertretung, neun Entsandte arbeiten hier mit zehn Ortskräften zusammen. Für mich bedeutet das: Neben Kultur übernehme ich die Bereiche Menschenrechte, Presse, Entwicklungszusammenarbeit und Protokoll.

Routine? Fehlanzeige

Die angolanische Hauptstadt Luanda
Die angolanische Hauptstadt Luanda© Lena Viebrock

Natürlich mangelt es nicht an regelmäßig anfallenden Aufgaben – schließlich sind wir eine Behörde! Zu festen Terminen wird an die Zentrale in Berlin berichtet, über die Menschenrechtslage bis hin zur Kulturarbeit vor Ort; das Pressereferat erhält nach täglicher Auswertung der Medien Rückmeldung zu relevanten Berichten. Auch der Gang ins angolanische Außenministerium steht regelmäßig an, sei es um das jüngst in Kraft getretene Kulturabkommen zu konkretisieren oder über die Zukunft der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Angola zu beraten.

Fast täglich empfange ich Studenten zur Stipendienberatung, Anträge zur Förderung von Menschenrechts- und Kleinstprojekten und natürlich bunt gemischte Anfragen von deutschen und angolanischen Bürgern und Nichtregierungsorganisationen. Daneben stehen an: Sitzungen zur EU-Koordination in sämtlichen Bereichen, monatliche Treffen mit Vertetern anderer deutscher Institutionen und natürlich der ein oder andere Empfang. Monotonie also selbst im Alltagsgeschäft: Fehlanzeige. Daher lieber - eine Momentaufnahme.

Das Kulturevent: União Electrónica

Das Plakat für das Festival
Das Plakat für das Festival

In den Wochen bis Ende November stand die Arbeit im Kulturbereich im Lichte der União Electrónica. Dieses Event fand erstmals 2010 in Luanda statt und ist inzwischen zu einer festen Institution in der lebendigen Musikszene der Stadt geworden. Einmal im Jahr treffen europäische DJs mit angolanischen zusammen, um sich auszutauschen, gemeinsam zu produzieren und Musik zu machen.

Eine Lehrstunde in interkultureller Zusammenarbeit

In diesem Rahmen findet auch ein bedeutender Teil des EU-internen Austausches im Kulturbereich statt und so war neben der französischen, der niederländischen und der spanischen auch die deutsche Botschaft wieder mit von der Partie, was ebensoviel Freude bereitet wie Nerven kostet. Freude bereitet die enge Zusammenarbeit mit Botschaftskollegen und den beteiligten angolanischen Organisationen. Bei den zuletzt mehrmals wöchentlich stattfindenden Treffen werden das Programm ausgetüftelt, Locations ausgemacht, Sponsoren gesucht und Flyer entworfen. Eine Lehrstunde in Sachen interkulturelle Zusammenarbeit!

Am Ende hat sich alles gelohnt

Gute Stimmung bei der União Electrónica
Gute Stimmung bei der União Electrónica© Lena Viebrock

Nervenaufreibend sind bis zuletzt offene Kostenstellen im teuren Luanda, wo jedes Kulturevent fast zwangsläufig zu einer Großinvestition wird. Doch am Ende – und gefühlt tausende Emails und Telefonate später – steht die Bühne! Und spätestens beim Verschmelzen der Kuduro-Rythmen mit Elektroklängen vor einer begeisterten Menge weiß man, es hat sich gelohnt. Die Organisation der União Electrónica steht deshalb exemplarisch für das Schöne an diesem Job: Mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen und dabei jedes Mal eine Menge zu lernen.

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