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Bewegender Abschied von Guido Westerwelle

04.04.2016 - Artikel

In einer Trauerstunde im Auswärtigen Amt haben sich Angehörige, Freunde, Weggefährten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Diplomatie und Politik von dem ehemaligen Außenminister verabschiedet.

Außenminister Steinmeier würdigt seinen Amtsvorgänger Westerwelle
Außenminister Steinmeier würdigt seinen Amtsvorgänger Westerwelle© photothek / Trutschel

Traurig, ungerecht und „für viele von uns noch immer unbegreiflich“ nannte Außenminister Frank-Walter Steinmeier den viel zu frühen Tod seines Amtsvorgängers Guido Westerwelles bei einer Gedenkfeier im Auswärtigen Amt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der FDP-Vorsitzende Christian Lindner betonten die Verdienste des verstorbenen Außenministers um Europa. Die Trauerstunde wurde vom Auswärtigen Amt, der FDP sowie der Westerwelle-Foundation gemeinsam ausgerichtet. Unter den Tauergästen waren auch Westerwelles Ehemann Michael Mronz und sein Bruder Kai Westerwelle.

„Der öffentliche Guido Westerwelle wirkte scharfzüngig, manchmal distanziert, oft kühl. Er war ein Meister des rhetorischen Floretts. Doch hinter der Fassade von alledem besaß er eine außergewöhnliche Empfindsamkeit für Menschen, ihre Stimmungen, ihre Lebenslagen. Er war sensibel. Er war verletzlich. Auch wenn er das vor den allermeisten verstecken konnte.“ Das sagte Außenminister Steinmeier am Montag (04.04.) in der Gedenkrede auf seinen Vorgänger Westerwelle. In seiner Ansprache würdigte Steinmeier besonders die „menschliche Sensorik“ des früheren Außenministers: „Die Hinwendung zum Menschen hat ihn ausgezeichnet.“

Ein überzeugter Europäer

Gedenkstunde für Guido Westerwelle
Gedenkstunde für Guido Westerwelle© photothek / Trutschel

Steinmeier würdigte die „Leidenschaft und Prinzipientreue“, mit der sich sein Amtsvorgänger für Europa eingesetzt habe. Als Außenminister habe sich Westerwelle in der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise „klar zum Zusammenhalt Europas bekannt“ und „Verantwortung übernommen für Europa“, so Steinmeier weiter. Gleichzeitig sei Westerwelle ein „Symbol für ein liberales und weltoffenes Deutschland“ gewesen und bleibe dies auch. Als Außenminister habe er sich Vertrauen und Respekt „hart erarbeiten müssen.“ „Aber“, so Steinmeier, „er hat es geschafft.“

Steinmeier rief zum Schluss seiner Rede den „viel zu frühen“ Tod Westerwelles in Erinnerung und dankte ihm für seine Verdienste um Deutschland und Europa: „Danke, lieber Guido Westerwelle, sage ich im Namen aller Angehörigen dieses Auswärtigen Amtes, und Farewell!“

In ihren Gedenkreden würdigten auch EU-Kommissionspräsident Juncker und der FDP-Vorsitzende Lindner Westerwelles pro-europäische Haltung und sein Eintreten für das Gemeinsame in Europa. Juncker sagte über Westerwelle: „Er hat sich um Deutschland und Europa verdient gemacht. Er hat die Welt besser gemacht. Dafür, lieber Guido, vielen Dank.“

Farewell, lieber Guido Westerwelle

Christian Lindner, Michael Mronz, Frank-Walter Steinmeier, Jean-Claude Juncker (v.l.n.r) und weitere Trauergäste.
Christian Lindner, Michael Mronz, Frank-Walter Steinmeier, Jean-Claude Juncker (v.l.n.r) und weitere Trauergäste.© photothek / Trutschel

Lindner nannte Westerwelle „einen markanten Orientierungspunkt“ in den öffentlichen Debatten der letzten 30 Jahre. Das Streben nach Frieden habe seinen Blick auf die Welt geprägt. Westerwelle sei davon ausgegangen, dass sich die komplexen und asymmetrischen Konflikte unserer Zeit nicht - oder zumindest nicht nur mit militärischen Mitteln lösen ließen, so Lindner weiter

An der Gedenkstunde nahmen neben Angehörigen, Freunden und Weggefährten von Guido Westerwelle auch viele prominente Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Diplomatie teil. Dazu gehörten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der ehemaligen Bundespräsident Horst Köhler sowie der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel.

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