Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

26.01.2016 - Artikel

Außenminister Steinmeier appelliert aus Anlass des Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz (27.1.), auch die heutige Verantwortung für Schutzsuchende im Blick zu halten.

Am 27. Januar jährt sich zum 71. Mal der Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier appelliert aus diesem Anlass an die historische Verantwortung Deutschlands. Aus ihr erwachse der Auftrag, den Schutz von Flüchtlingen im Blick zu halten und gegen Diskriminierung und Rassismus einzutreten.

Steinmeier hört bewegender Rede der Holocaust-Überlebenden Ruth Klüger bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag zu.
Steinmeier hört bewegender Rede der Holocaust-Überlebenden Ruth Klüger bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag zu.© Photothek/Trutschel

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016 erklärte Außenminister Steinmeier: "Heute gedenken wir der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee vor 71 Jahren. Wir gedenken der sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, der Sinti und Roma, der Zwangsarbeiter, dem Hungertod preisgegebenen Kriegsgefangenen, der Opfer staatlicher Euthanasie, der Homosexuellen, aller, die sich aus religiösen, politischen oder schlichtweg menschlichen Beweggründen dem Terror widersetzten und deswegen der totalitären Staatsgewalt zum Opfer fielen".

Tage des Innehaltens der Gesellschaft

Gedenktage wie der 27. Januar seien "Tage des Innehaltens für uns als Gesellschaft", so Steinmeier. Es gelte wo immer möglich, Bildung, Dialog und persönliche Begegnung zu fördern und zu unterstützen. Das sei nicht nur eine Verantwortung von Politik, Eltern oder Schulen, sondern "wir alle tragen Verantwortung". Das "dunkelste Kapitel" deutscher Geschichte präge unser Selbstverständnis und werde für immer untrennbar mit unserem Land verbunden bleiben, mahnte Steinmeier, denn: "Denn unter Geschichte kann man keinen Schlussstrich ziehen."

Eintreten gegen Diskriminierung und Rassismus

Das Wort Auschwitz steht auf einem Pflasterstein am Denkmal fuer die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Berlin
Das Wort Auschwitz steht auf einem Pflasterstein am Denkmal fuer die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Berlin© Thomas Trutschel/ photothek.net

Gleichwohl erinnerte der deutsche Außenminister daran, dass aus der Erinnerung auch ein Auftrag erwachse: "Ein Tag wie heute mahnt uns, das Schicksal der Menschen im Blick zu behalten, die in diesen Tagen bei uns in Europa Zuflucht suchen. Die große Zahl der Menschen, die Schutz vor Verfolgung, Hass, Krieg und Terror in unserem Land sucht, weckt auch Ängste, die wir sehr ernst nehmen." Wenn sich Juden, Andersgläubige und Andersdenkende in Europa nicht mehr sicher fühlen, so Steinmeier eindringlich, könne sich niemand mehr sicher fühlen.

Das Eintreten der Bundesregierung gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus habe deshalb nichts von seiner Dringlichkeit verloren. Steinmeier weiter: "Dieser Auftrag ist uns auch Richtschnur im Rahmen unserer OSZE-Präsidentschaft 2016. Deutschland wird im Rahmen seines OSZE-Vorsitzes daher auf die Themen 'Toleranz und Nicht-Diskriminierung' setzen.“

Gedenkveranstaltungen in Berlin

Außenminister Steinmeier nimmt am 27. Januar an einer Gedenkstunde im Deutschen Bundestag teil. Nach einer Ansprache von Bundestagspräsident Norbert Lammert hält die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger die Gedenkrede. Die Gedenkstunde beginnt um 12 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes. Sie wird als Livestream auf der Website des Bundestags übertragen. Mehr dazu

Ausstellung Leben nach dem Überleben
Ausstellung "Leben nach dem Überleben"© AMCHA

Am 28. Januar 2016 wird Staatsministerin Maria Böhmer im Lichthof des Auswärtigen Amts die Ausstellung "Leben nach dem Überleben" des Vereins AMCHA eröffnen. Sie vermittelt einen Eindruck, wie Holocaust-Überlebende sich und ihren Nachfahren helfen, mit dem Erlebten besser leben zu können. Darunter sind Fotografien und Zitate von Überlebenden und ihren Familien, die dem andauernden seelischen Leid eine Bildsprache geben, aber auch Bilder, die von einer beeindruckenden Vitalität und Lebensbejahung zeugen.

Die Ausstellung macht deutlich, dass das Erlebte bis heute in den Alltag der Überlebenden und ihrer Nachfahren hineinwirkt. Die Ausstellung wird vom 29. Januar bis 8. März im Lichthof des Auswärtigen Amts zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. Mehr zur Ausstellung

Verwandte Inhalte

Schlagworte