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„We will call out your name“ - In Gedenken an die Opfer des Holocaust

11.11.2015 - Artikel

Europa-Staatsminister Michael Roth hat am 09.11. im Auswärtigen Amt der Opfer der Novemberpogrome vor 77 Jahren gedacht. Zu diesem Anlass wurde das Gedenkprojekt „We will call out your name“ vorgestellt.

Europa-Staatsminister Michael Roth hat am 09.11. im Auswärtigen Amt der Opfer der Novemberpogrome vor 77 Jahren gedacht. Zu diesem Anlass wurde das Gedenkprojekt „We will call out your name“ vorgestellt, bei dem Jugendliche in Comic-Form das Leben von Holocaust-Opfern fortschreiben sollen. Roth lobt diesen Ansatz als beispielhaft dafür, wie für jede Generation neue Formen des Gedenkens gefunden werden müssen und können.

Erinnerung an die Opfer wach halten

Initiatorin des Projekts ist Avitall Gerstetter
Initiatorin des Projekts ist Avitall Gerstetter© Auswärtiges Amt

Bei den Novemberpogromen 1938 haben staatlich organisierte Schlägertrupps in ganz Deutschland Mitglieder der jüdischen Gemeinde misshandelt und ermordet, ihre Synagogen und Geschäfte in Brand gesteckt und verwüstet. Am 77. Jahrestag dieser beschämenden Ereignisse hat Michael Roth, Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, zur Vorstellung des Projekts „We will call out your name“ geladen. Dabei geht es darum, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust durch fikitive Biographien im Comic-Format wach zu halten. Die Idee dazu stammt von der Berliner Musikerin und Künstlerin Avitall Gerstetter, inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Großtante, die in einem Konzentrationslager ermordet wurde. Gerstetter hat zusammen mit dem renommierten Illustrator Tobi Dahmen die Graphic Novel „Hanna & Rozsika“ entwickelt, die das Leben zweier Mädchen bis zu ihrem frühen Tod in Auschwitz erzählt.

Von diesem Punkt ausgehend sind jetzt Jugendliche dazu aufgerufen, die Geschichte weiter zu erzählen: Wie wäre das Leben der beiden und auch weiterer Holocaust-Opfer wohl verlaufen, wenn es nicht ein so verfrühtes Ende durch das nationalsozialistische Morden genommen hätte? Die Ideen der Jugendlichen werden unter anderem in einem Blog sowie in Veranstaltungen mit Schulklassen, Jugendlichen, Kirchen und Gedenkstätten gesammelt und sollen am Ende in einem weiteren Comic-Band veröffentlicht werden.

Neue Formen des Gedenkens

Gedenkveranstaltung in der Bibliothek des Auswärtigen Amts.
Gedenkveranstaltung in der Bibliothek des Auswärtigen Amts.© AA

In seiner Rede rief der Staatsminister dazu auf, neue Formen des Erinnerns und Gedenkens an den Holocaust zu entwickeln. Roth betonte den unersetzbaren Wert von Gesprächen mit Zeitzeugen und Überlebenden. Allerdings sei dies nur noch wenige Jahre möglich. Man müsse daher eine Gedenkkultur schaffen, die die jüngere Generation stärker anspreche: „Wir wissen alle aus unser alltäglichen Lernpraxis: Es ist wesentlich nachhaltiger, sich Geschichte selbst zu erschließen, als nur vorgefertigte Deutungen zu übernehmen.“ Das Projekt von Avitall Gerstetter sei vor diesem Hintergrund beispielhaft.

Zum Weiterlesen

Rede von Staatsminister Roth im Wortlaut

Erste Episode: Rozsika und Hanna im Park (VIDEO)

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