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25 Jahre Akten zur Auswärtigen Politik

06.03.2015 - Artikel

Seit 25 Jahren werden zentrale Schriftstücke aus den Akten des Auswärtigen Amts gesammelt und in den „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ veröffentlicht.

Seit 25 Jahren gibt es die Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland
Seit 25 Jahren gibt es die Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland© Photothek/Gottschalk

Seit 25 Jahren werden zentrale Schriftstücke aus den Akten des Auswärtigen Amts gesammelt und in den „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ veröffentlicht. In einem Festakt würdigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 5. März die herausragende Leistung der Herausgeber: Die Akten beinhalteten einen „unermesslichen Erfahrungsschatz“, auf den man bei aktuellen politischen Entscheidungen bauen solle.

Das „Gedächtnis deutscher Außenpolitik“ ist das Politische Archiv des Auswärtigen Amts: Sein Bestand umfasst beinahe 27 Kilometer Aktenreihen. Seit 25 Jahren wählt das Institut für Zeitgeschichte aus den unzähligen außenpolitischen Dokumenten diejenigen aus, die von historischem Wert sind und Eingang in die Edition der „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ finden sollen. Mittlerweise sind so auf 50.000 Seiten mehr als 10.000 Dokumente veröffentlicht worden, die die Jahre 1964 bis 1983 umfassen.

Außenminister Steinmeier hält eine Rede beim Festakt
Außenminister Steinmeier hält eine Rede beim Festakt© Photothek/Gottschalk

Historische Ereignisse prägen aktuelle Weltpolitik

In seiner Ansprache bei einem Festakt im Auswärtigen Amt erinnerte Außenminister Steinmeier an die Vielzahl der Gedenktage im laufenden und im vergangenen Jahr: 2014 sei an den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges erinnert worden, 2015 werde an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Gründung der Vereinten Nationen vor 70 Jahren sowie an die deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren gedacht. All dies in einer Gegenwart, so der Außenminister, in der „Krieg und Frieden nach Europa zurückgekehrt“ und alte Ordnungsstrukturen verloren gegangen seien. Steinmeier erklärte hierzu:

Ich bin überzeugt: Durch die Stürme der Gegenwart werden wir besser navigieren können, wenn wir das Meer der Geschichte in allen Tiefen und Untiefen kennen.

Gerade deshalb sei es so wichtig, die zeitgeschichtlichen Dokumente der Außenpolitik aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

„Unermesslicher Erfahrungsschatz“

Im Publikum: Egon Bahr, Mitgestalter von Willy Brandts Ostpolitik
Im Publikum: Egon Bahr, Mitgestalter von Willy Brandts Ostpolitik© Photothek/Gottschalk

Einer der Gäste des Festaktes war Egon Bahr, ehemaliger Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt und wichtigster Berater Willy Brandts in der Ostpolitik. In den Akten finden sich auch Aufzeichnungen über seine damaligen außenpolitischen Beratungen: So zum Beispiel ein Gespräch mit dem russischen Außenminister Gromyko im Februar 1970, in dem Bahr „die Respektierung der territorialen Integrität aller Staaten, die Achtung aller Grenzen“ anmahnt. Brisanter und aktueller könnten die Inhalte der Akten nicht sein, so Außenminister Steinmeier - „heute, in diesen schwierigen Zeiten im Konflikt um die Ukraine, liegt darin ein unermesslicher Erfahrungsschatz, auf den wir bauen sollten.“

Steinmeier würdigte die „herausragende Leistung“ des langjährigen Hauptherausgebers der Akten, Horst Möller, und begrüßte den neuen Hauptherausgeber Andreas Wirsching sowie seine Mitherausgeberin Hélène Miard-Delacroix. Dank des „zeitgeschichtlichen Rüstzeugs“ der Aktenedition, so Steinmeier, „gehen wir in der Kenntnis der Vergangenheit hoffentlich ein bisschen klüger an die Entscheidungen, die die Gegenwart uns abverlangt.“

Weitere Informationen

Das Politische Archiv des Auswärtigen Amts

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