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Staatsakt für Richard von Weizsäcker

10.02.2015 - Artikel

Des verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde am 11.2. mit einem Trauergottesdienst und Staatsakt gedacht. Außenminister Steinmeier war einer der Redner im Berliner Dom.

Des verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde am Mittwoch mit einem Trauergottesdienst und Staatsakt in Berlin gedacht. Außenminister Steinmeier war einer der Redner im Berliner Dom.

Trauergottesdienst und Staatsakt für Richard von Weizsäcker
Trauergottesdienst und Staatsakt für Richard von Weizsäcker© dpa/picture-alliance

Rund 1400 geladene Gäste nahmen am Mittwoch (11.02.) Abschied von Richard von Weizsäcker. Auf Anordnung von Bundespräsident Joachim Gauck fand ein Staatsakt im Berliner Dom statt.

Richard von Weizsäcker war am 31. Januar im Alter von 94 Jahren verstorben. Er war der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1984-1994) und damit auch der erste Bundespräsident des wiedervereinigten Deutschlands. Zuvor war er von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin.

Im Anschluss an den Trauergottesdienst würdigte Gauck als erster Redner beim Staatsakt den Altbundespräsidenten "in tiefer und großer Dankbarkeit" als einen "großen Deutschen und herausragenden Bundespräsidenten", der Maßstäbe für das Amt gesetzt habe.

Die deutsche Geschichte habe von Weizsäcker geprägt, sagte Gauck, und er habe selber "tiefe Spuren in der Geschichte unseres Landes hinterlassen."

Ansprache von Außenminister Steinmeier

Außenminister Steinmeier (r.) beim Staatsakt im Berliner Dom
Außenminister Steinmeier (r.) beim Staatsakt im Berliner Dom© photothek.net

Im Anschluss an Bundespräsident Gauck hielt Außenminister Steinmeier eine Ansprache und erklärte, dass von Weizsäckers Rede zur deutschen Geschichte am 8. Mai 1985 "Geschichte geschrieben" habe: "Sein Wort vom 'Tag der Befreiung' hat selbst befreiend gewirkt für unser Land." Nach Steinmeier sprachen im Berliner Dom auch die frühere Vizepräsidentin den Deutschen Bundestags, Antje Vollmer sowie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Auch am Tage des Abschieds bleibe das Andenken Richard von Weizsäckers Auftrag und Richtschnur, betonte Steinmeier. Er hob dessen Suche nach Auswegen aus Konflikten und den Brückenschlag zwischen den Generationen hervor:

Ich sehe das Bonner Rednerpult noch vor mir: Seine Figur – Bundespräsident, liberaler Aristokrat aus generationenalter Elite: Wie nachdrücklich klangen dessen Worte in den Ohren meiner Generation, meinen eigenen Ohren: denen eines linken Studenten, Tischlersohns aus einfachen Verhältnissen!

Vertrauensbildung im In- und Ausland

Richard von Weizsäcker
Richard von Weizsäcker (1920-2015)© photothek.net

Außenminister Steinmeier bezog sich in seiner Rede auf den vielfältigen politischen Einsatz von Weizsäckers. Der Altbundespräsident habe von Versöhnung "nicht nur gesprochen", sondern "aktiv Vertrauen errichtet unter unseren Nachbarn - in Polen, in Frankreich; stetig und über Jahrzehnte." Ebenso habe er den Ostverträgen durch seinen Beitrag auf den Weg verholfen.

Am Ende seiner Rede am 8. Mai 1985 habe der damalige Bundespräsident den jungen Menschen zugerufen: "Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander," so Steinmeier:

Seine Worte waren wahrhaftig vor Jung und vor Alt, vor Deutschland und vor der Welt, weil sie wahrhaftig vor ihm selbst waren!

Zum Abschluss seiner Ansprache betonte Steinmeier, dass das Wirken von Weizsäckers mit seinem Tod nicht ende, und dass er "auf ewig einen Platz in unserem ehrenden Andenken" finde. Für Außenminister Steinmeier ist das Vertrauen, dass der ehemalige Bundespräsident von Weizsäcker geschaffen hat, von zentraler Bedeutung.

Richard von Weizäcker hat der Welt neues Vertrauen in unser Land gegeben. Dieses Vertrauen war notwendig auf dem Weg in die Wiedervereinigung. Von diesem Vertrauen zehrt unser Land bis heute.

Weitere Informationen:

Ansprache von Außenminister Steinmeier beim Staatsakt im Berliner Dom (11.02.2015)

Außenminister Steinmeier zum Tod von Richard von Weizsäcker (31.01.2015)

Ansprache von Bundespräsident Gauck beim Staatsakt im Berliner Dom (11.02.2015)

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